• Samstag, 20. Oktober 2012
  • Von Patrick Paul

Mit dem Rad unterwegs

Berliner Mauerweg entdecken

  • Berliner Mauerradweg
    Seit 2006 gibt es entlang der Berliner Mauer einen 160 Kilometer langen Radweg. Foto: dapd - ©Steffi Loos

Der Berliner Mauerradweg verläuft rund 160 Kilometer entlang der Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Es gibt rund 14 Einzelstrecken, die zwischen sieben und 21 Kilometern lang sind. Wir stellen Ihnen eine der geschichtlich interessantesten Strecken vor.

Berlin entdecken und dabei den historischen Grenzverlauf kennenlernen. Der Berliner Mauerweg bietet Berlinern und Touristen die Gelegenheit, mit dem Rad Geschichte hautnah zu erleben. Zwischen 2002 und 2006 wurde das Konzept durch Gelder der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Stadtentwicklung, in Zusammenhang mit dem Projekt "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur", realisiert. Insgesamt wurde ein Finanzvolumen von 4,4 Millionen Euro aufgewendet. Rund 600 Schilder, 100 Übersichtskarten und 17 Informationsstellen an historisch bedeutsamen Orten wurden, neben der Pflasterung des Weges, installiert. Die Strecke ist allerdings nicht für Fahrräder mit Rennradbereifung geeignet.

Eine der geschichtlich wertvollsten und aufgrund seiner Sehenswürdigkeiten touristisch anspruchsvollsten Streckenabschnitte befindet sich zwischen den Punkten "Potsdamer Platz" und "Warschauer Straße". Erstes Highlight auf der rund sieben Kilometer langen Strecke ist ein gut 200 Meter langes, original erhaltenes Mauersegment in der Niederkirchner- und der Zimmerstraße. Im Bildungszentrum der Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen in der Zimmerstraße 90 kann bei der Dauerausstellung "Stasi – Die Ausstellung zur DDR-Staatssicherheit" ein Zwischenstopp eingelegt und sich über den Sicherheitsdienst der DDR informiert werden.

Checkpoint Charlie und Eastside Gallery

Weiter geht es zum Checkpoint Charlie, der zwischen 1961 und 1990 als Grenzübergang zwischen amerikanischem und sowjetischem Sektor fungierte. Im Mauermuseum "Haus am Checkpoint Charlie" in der Friedrichstraße 43-45 ist eine Dauerausstellung über Fluchtversuche aus der DDR und weltweite Freiheitsbewegungen zu sehen. Das Museum hat ganzjährig von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Zurück auf dem Rad fahren Sportler und Hobby-Historiker weiter zum "Gedenkort Peter Fechter". Dort erinnert eine Stele vom Künstler Karl Biedermann an Fechters tragischen Tod. Fechter wurde bei einem Fluchtversuch am 17. August 1962 angeschossen, lag über eine Stunde im "Todesstreifen" des Grenzübergangs Zimmerstraße und verstarb aufgrund der verlorenen Blutmenge am selben Tag gegen 17 Uhr im Krankenhaus.  

Dem Mauerradweg folgend, passieren Radfahrer anschließend den Grenzübergang "Heinrich-Heine-Straße". An diesem Ort wurde zwischen 1961 und 1990 der Post- und Güterverkehr zwischen Ost- und Westberlin abgewickelt. Anschließend geht es über die Schillingsbrücke in Richtung Warschauer Straße. Entlang der Holzmarkt- und Mühlenstraße befindet sich ein 1,3 Kilometer langer Mauerabschnitt, der als der längst erhaltene Mauerabschnitt in der Innenstadt gilt. Nach der Wende haben Künstler aus aller Welt das Mauerstück bemalt. Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls wurden 2009 viele der Bilder erneuert. 

Weitere Informationen unter: http://mauerweg.com/

 

Weitere Artikel zum Thema:

Weg der Erinnerung

Die Mauer wird wieder bunter

Adresse

Holzmarktstraße 14
10179 Berlin

Quelle: QIEZ
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