• Montag, 19. Dezember 2011

Graphothek im Fontane-Haus

Kunst zum Ausleihen

  • Neue Nationalgalerie
    Ein bekanntes Bild: Besucher der Neuen Nationalgalerie scheinen sich in schier endlosen Schlangen geradezu um das Gebäude herumzuwickeln. Da hat wohl wieder einmal eine neue Ausstellung eröffnet.  Foto: dapd - ©Sebastian Willnow

Die Graphothek Berlin war die erste ihrer Art auf deutschem Boden. Seit über 40 Jahren kommen Kunstbegeisterte hierher, um sich moderne Kunst für mehrere Monate auszuleihen. Marc Chagall, Wassily Kandinsky, Salvadore Dali, Andy Warhol – sie alle gibt es hier. 

Einmal ein Original von Kandinsky oder Miro an die eigenen Wohnzimmerwände hängen – für manchen Kunstfreund ist das der Traum schlechthin. Wer ihn sich erfüllen will, muss nicht gleich Millionen dafür ausgeben. Ein Besuch in der Graphothek im Fontane Haus im Märkischen Viertel reicht unter Umständen aus. Dort, eine Etage über der Stadtteilbibliothek, gibt es Originalkunstwerke zum Ausleihen.

Die Graphothek Berlin feiert 2012 ihr 44-jähriges Bestehen. Sie ist der älteste Kunstverleih dieser Art in Deutschland. Ihr Ursprungsbestand setzte sich aus Schenkungen und Spenden zusammen, später wurden Kunstwerke auch gekauft. Heute hat die Graphothek 5.000 Originale von 1.600 deutschen und internationalen Künstlern.

Doch was ist so interessant an einem Kunstwerk auf Zeit? "Graphotheken dienen der Kulturvermittlung", sagt Johannes Stahl, der Vorsitzende des Artothekenverbands Deutschland. "Kunst für jedermann heißt die Idee, die dahinter steht." Das Wichtigste sei jedoch, dass man sich in Ruhe zu Hause mit der Kunst auseinandersetzen kann. Deshalb sei der Verleih in der Regel auch sehr günstig: In der Reinickendorfer Graphothek beispielsweise gibt es eine Jahreskarte für 25 Euro, einige Artotheken erheben nur eine Versicherungsgebühr.

In Deutschland gibt es 140 Artotheken

Dafür können sich Kunstliebhaber in den Katalogen oder aus den 300 vor Ort ausgestellten Kunstwerken ihr Lieblingsstück aussuchen. Mit einem Rahmen versehen und transportfertig verpackt kann es sofort mit nach Hause genommen werden. Bis zu drei Exponate jährlich. Zu den Kunden der Graphothek zählen neben Privatleuten auch Firmenchefs oder Arztpraxen, so Leiterin Adelheid Kittel.

Nicht lange bliebt die Graphothek im Märkischen Viertel die einzige ihrer Art: Heute gibt es deutschlandweit etwa 140 Artotheken in Bibliotheken, Kunstvereinen, Kulturämtern oder Museen. Fünf von ihnen nennen sich Graphotheken. Sie haben vorwiegend Druckgrafiken im Angebot. In Berlin gibt es neben dem Kunstverleih in Reinickendorf noch neun weitere Artotheken: In Wilmersdorf, Charlottenburg, Kreuzberg, Mitte, Friedrichshain, Hohenschönhausen, Marzahn, Treptow und Treptow-Köpenick.

Gemälde, Plastiken und zeitgenössische Kunst

Moderne und zeitgenössische Kunst - von Gemälden bis hin zu Skulpturen - haben Artotheken im Angebot. Bezuschusst werden die Ankäufe mit öffentlichen Geldern. "Nach einer Zeit des Darbens haben wir endlich einen Ankaufsetat aus dem Berliner Haushalt erreichen können", sagt Katrin Schultze-Berndt, die für die Reinickendorfer Graphothek zuständige Bezirksstadträtin. In den vergangenen Jahren konnten Anschaffungen von A bis Zille getätigt werden. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Graphothek

Königshorster Straße 6
13439 Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel
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