Tag der Arbeit

Die 1.Mai-Demo zieht jetzt woanders lang

Die 1.Mai-Demo zieht jetzt woanders lang
Am Tag der Arbeit könnte es in diesem Jahr in Friedrichshain und Grunewald etwas lauter werden.
Ist Wilmersdorf das neue Kreuzberg? Die linke Spaß-Gruppierung Quartiersmanagement Grunewald will dieses Jahr wieder im "Problembezirk" auf die Straßen gehen und kündigt eine 1. Mai-Demonstration in Grunewald an. Und auch in Friedrichshain wird's laut.

Alles neu macht der Mai! Vor allem der 1. Mai gehört in Berlin mit Abstand zu den aufregendsten Tagen im Jahr. Während Szene-Volk und Touris über das Myfest schlendern, demonstrieren die anderen. Entweder bei der traditionellen Revolutionärer-1.-Mai-Demonstration, die jetzt an den Wismarplatz nach Friedrichshain umziehen soll, weil „wir sie neu erfinden wollen, damit sie weiter besteht und ihre Rolle erfüllen kann“, wie es die Organisator*innen der Radikalen Linken etwas kryptisch auf ihrer Website erklären (offiziell angemeldet ist noch nichts, wie in den letzten beiden Jahren).

Viel (ent-)spannender finden wir aber Demo Nummer zwei namens MyGruni. Das Quartiersmanagement Grunewald, eine wie die Morgenpost schreibt „linksalternative Spaß-Guerilla“, lädt für den 1. Mai zum zweiten Mal zu alternativer Satire-Demo und Bürgerfest in den „Edelbezirk“ Grunewald! Denn „wo eine Villa ist, ist auch ein Weg“. Auf ihrer Website heißt es: „Grunewald ist politisch ein abgeschriebener Bezirk, viele Bewohner*innen leben durch Zäune isoliert in einer Parallelgesellschaft, die für soziale Angebote nicht mehr zu erreichen ist.“

Die Aktivisten vom QM Grunewald sind ein Ableger des linken Netzwerkes Hedonistische Internationale und gründeten sich letztes Jahr extra für diese Mai-Aktion. Weil bei der ersten Grunewald-Demo rund 100 Straftaten verübt wurden, fordern die Veranstalter für 2019: „Burn Bratwurst – Not Porsches.“ Man möchte von und aus Krawall-Kreuzberg lernen und den Dialog am Gartenzaun fördern. „Mag der Wunsch nach Enteignung, Besetzung und umfassender Umverteilung auch noch so legitim sein – der Protest muss, kann und soll friedlich geäußert werden! Für kriminelle Krawallos mit Konfetti, Stickern und ohrenbetäubendem Technogewummer ist in einer demokratischen Gesellschaft kein Platz!“

Der Info-Stand Keine Gewald im Grunewalt soll beim Bürgerfest aufklären und „Opfern von Sticker- und Konfetti-Attacken“ eine Anlaufstelle bieten. Schließlich lautet das Motto „Miteinander gegen ein Gegeneinander im Grunewald“.

Kundgebung und Demo starten am 1. Mai 13 Uhr am Bahnhof Grunewald. Bands wie The Incredible Herrengedeck und Paul Geigenzähler unterstützen die Demo musikalisch. Alle Infos zur Veranstaltung bei Facebook und auf der MyGruni-Seite. 

Bahnhof Grunewald, Am Bahnhof Grunewald, 14193 Berlin

Weitere Artikel zum Thema

Essen + Trinken
Top 10: Essen rund um den Kotti
Der verschriene und gleichzeitig angesagte Kotti bietet nicht nur viel Trubel, sondern auch eine gute […]
Durch den Kiez | Wohnen + Leben
PTK: „Berlin ist für mich Babylon!“
Widerstand, Rebellion, Antihaltung – Der Kreuzberger Rapper PTK will mit seiner Musik auf gesellschaftliche Probleme […]
Restaurants
Top 10: Restaurants in Kreuzberg
Kreuzberg ist so international wie seine Gastronomie. In wenigen Berliner Kiezen gibt es eine so vielfältige […]
Ausstellungen | Kultur + Events
Museum des Kapitalismus: Was ist Arbeit?
Kapitalismus bringt Wohlstand – zumindest für eine gewisse Schicht. Der Verein für Bildung und Partizipation […]