Ortsteil mit Flair

150 Jahre Konradshöhe

150 Jahre Konradshöhe
Der Ausflusgsdampfer Feengrotte erinnert noch an die Anfänge von Konradshöhe.
Konradshöhe ist zwar nur 2,2 Quadratkilometer groß, dafür aber sehr beliebt - vor allem dank der Kombination aus Wald und Wasser, die den Ortsteil zu einer der besten Wohnlagen Reinickendorfs macht. In diesem Jahr feiert Konradshöhe seinen 150. Geburtstag. Zeit für einen kleinen historischen Einblick.  
Begonnen hat alles mit dem Kupferschmiedemeister August Friedrich Theodor Rohmann. Dieser kaufte 1865 ein Grundstück an der Havel, um hier eine Kupfermühle zu bauen. Das Land bekam er von einem Bauern, der schon lange keinen Ertrag mehr erwirtschaftete. Für 1000 Taler wechselten 50.000 Quadratmeter Land den Besitzer. Das Grundstück umfasste den Straßenblock Falkenhorst- und Nußhäherstraße, Schwarzspechtweg sowie ein Stück Havel.
Seine Kupferschmiede, zu der Wohnhaus mit Kellereien, Stall, Remise und Umfassungsmauer gehörten, benannte der Handwerker nach seinem hier geborenen Sohn „Conradshöhe“, womit die Grundlage für die Villenkolonie geschaffen war. Da das Metallgewerbe in der menschenleeren Gegend nicht florierte, entschloss Rohmann sich, seine Kupferschmiede in die Gaststätte „Konradshöher Terrassen“ umzubauen. Das war im Jahre 1891.
Der Kupferschmiedemeister ist somit auch dafür verantwortlich, dass Konradshöhe in den folgenden Jahrzehnten zu einem beliebten Ausflugsziel für Berlinerinnen und Berliner wurde. Die „Konradshöher Terrassen“ gibt es allerdings nicht mehr, sie wurden 1937 zu einer Art Tropfsteinhöhle mit Gastwirtschaft umgebaut und unter dem neuen Namen „Feen Grotte“ neu eröffnet. Am 31. August 1979 wurde hier der letzte Kaffee ausgeschenkt, bevor das beliebte Varieté-Lokal und älteste Gebäude von Konradshöhe im September 1979 abgerissen wurde. Heute stehen an der Stelle, wo der Pionier Rohmann einst zu bauen begann, moderne Doppelhäuser und Eigentumswohnungen. Allein das 1960 von der Reederei August Vogt in Betrieb genommene Fahrgastschiff mit dem Namen Feen-Grotte erinnert noch an die Geburtsstätte der ehemaligen Kolonie.
 
Der zentrale Platz in Konradshöhe ist übrigens der Falkplatz. Wer sich diesen genauer anschaut, ist schnell im Bilde, wer in diesem idyllischen Bezirk am Wasser überwiegend lebt: Familien mit kleinen Kindern. Anlässlich der 150-Jahr-Feier von Konradshöhe dürfen die sich über die Erneuerung des zentralen Spielplatzes freuen, wofür insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung stehen. Im September, wenn dann die große Geburtstagssause stattfindet, dürfte dieser fertig sein.
150 Jahre Konradshöhe, Am Falkplatz, 10437 Berlin
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