Junge Wissenschaftstalente

Neue Runde im Wettbewerb "Jugend forscht"

Kreative Köpfe bis 21 Jahre sind ab sofort zur Anmeldung für die neue Runde im Wettbewerb "Jugend forscht" eingeladen.
Kreative Köpfe bis 21 Jahre sind ab sofort zur Anmeldung für die neue Runde im Wettbewerb "Jugend forscht" eingeladen. Zur Foto-Galerie
Der größte technisch-naturwissenschaftliche Jugendwettbewerb in Europa, "Jugend forscht", wird bereits zum 48. Mal ausgetragen. Noch können Nachwuchstalente ihre Teilnahme anmelden. QIEZ hat die Auftaktveranstaltung zum Regionalwettbewerb Berlin-Süd besucht.

Drei Jungs, eine Mission: Gemeinsam mit zwei Schulkameraden ist Tim an diesem Dienstagnachmittag nach Adlershof gekommen. Freiwillig. Mit Fabian und dem zweiten Fabian sitzt er in der letzten Reihe eines riesigen Raumes, Typ Schulaula. Vorn ein großzügiges Podest, auf dem über eine Stunde lang die Redner wechseln: Bühne frei für Naturwissenschaften, Mathematik und Technik! Der Wettbewerb „Jugend forscht“ geht in die 48. Runde.

Ganze 264 blaue Stühle haben die Wettbewerbsleiterin der Region Berlin-Süd Helmke Schulze und die WISTA-Management AG, ein Patenunternehmen des Wettbewerbs, aufstellen lassen. Das war sehr optimistisch. Tatsächlich sind nur rund 60 Stühle besetzt. Die Hälfte davon von Lehrern und Eltern. Dennoch ist Helmke Schulze zufrieden: Die Auftaktveranstaltung sei erfolgreich gewesen, meint sie, weil wieder Schüler und Schülerinnen aus neuen Schulen anwesend gewesen seien, die bisher noch nicht selbst beim Wettbewerb mitgemacht hätten.

Junger Biochemie-Experte

Während einige junge Leute also Neuland betreten, ist Tim schon zum fünften Mal bei „Jugend forscht“ dabei. Sein Steckenpferd ist die Biochemie. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern will er „im Idealfall leitende Elemente herstellen“, so der Junge, der jetzt schon weiß, dass er einmal ins Ingenieurswesen gehen will. Den allseits bekannten Wettbewerb zu gewinnen könnte für ihn das Karrieresprungbrett schlechthin bedeuten.

Nachwuchsforscher

Der Ausscheid in der Region Berlin-Süd ist nur eine Etappe auf dem Weg ins nationale Finale. Wer es mit seinem Beitrag dorthin schafft, kann auf verschiedene Preise und jede Menge Aufmerksamkeit aus Wissenschaft und Wirtschaft hoffen. Und mit etwas Glück Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich sein Projekt erklären.

Helmke Schulze weiß, wie Teilnehmer ihre Chance auf einen Sieg bei „Jugend forscht“ erhöhen können: „Leidenschaft und Ausdauer für das gewählte Thema“ sollten sie mitbringen, so die Leiterin der Dathe-Oberschule, die selbst Lehrerin für Physik und Mathematik ist. Die Fragestellung müsse zudem „stringent verfolgt“ werden, und zwar „mit nachvollziehbaren wissenschaftlichen Methoden“. Ebenfalls wichtig seien „Einfallsreichtum, Kreativität und Eigenständigkeit in der Darstellung“.

Anspruchsvoller Wettbewerb

Da müssen sich Tim und die beiden Fabians keine Sorgen machen: Wenn Tim mit der Erklärung ihrer Projektidee loslegt, klingt es, als hätte er längst einen Bachelor in der Tasche: „Zuerst wollen wir verschiedene Polymere untersuchen und sehen, was sie für Eigenschaften haben“, sagt er. Diese Verbindungen aus Makromolekülen würden die drei im Anschluss miteinander vergleichen. Dann würden sie probieren, selbst Polymere herzustellen. Und diese würden sie schließlich so zu verlängern und zu modifizieren versuchen, dass sie letzten Endes elektrischen Strom leiten können. – Ein Glück, dass alle Teilnehmer sich fachliche Betreuung dort suchen dürfen, wo man ihren Gesprächen auch noch im Detail folgen kann, nämlich in Schulen und einschlägigen Unternehmen.

Professionelle Hilfestellung

Was die jungen Berliner Wettbewerbsteilnehmer sich ebenfalls nicht entgehen lassen sollten, ist finanzielle Förderung: Wenn ihnen für Material und Gerätschaften, die sie für ihre Projekte brauchen, das nötige Kleingeld fehlt, dürfen sie ruhig danach fragen. Das versichert Joachim Kranz von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der sich jungen Talenten schon einmal als „der Mann mit dem Geld“ vorstellt.

Finanzielle Unterstützung

Kranz verspricht: Wer ihm eine E-Mail mit der Bitte um Geld für bestimmtes Forschungs-Equipment schicke, werde es bekommen. Wer direkt in Vorkasse gehe und ihm die Rechnung zusende, dem zahle er den betreffenden Betrag ebenfalls aus. Egal, ob es sich um mehrere zehn oder gleich mehrere hundert Euro handele. Bei solchen Aussichten lässt sich auch „der Haken an der Sache“ verschmerzen: „Später gehen die Geräte ins Schuleigentum über“, so Kranz.

Wer wie die drei 15-jährigen Jungs von der Alexander-von-Humboldt-Oberschule gern tüftelt, sollte die Chance nutzen und sich jetzt noch für den Wettbewerb anmelden. Die Registrierungsphase endet am 30. November 2012. Teilnehmen darf jeder von der vierten Klasse bis zum 21. Lebensjahr, egal ob Schüler, Student oder Azubi. Helmke Schulze empfiehlt Interessierten, sich Mitstreiter und Berater zu suchen. Ihr Tipp für alle Teilnehmer: „Einfach machen, dabeibleiben und nicht aufgeben!“ So wie Tim. Der sagt, er glaube eigentlich gar nicht, dass er und die zwei Fabians mit ihrem Projekt es zum Landeswettbewerb schaffen. Die Hoffnung hat er aber schon, so wie jedes Jahr. Eines Tages wird sich diese Zähigkeit noch lohnen.

Weitere Infos zum Wettbewerb „Jugend forscht“ gibt es hier. Der Terminplan für die Berliner findet sich hier. Anmelden kann man sich ausschließlich über das Anmeldeformular auf den Seiten von „Jugend forscht“.

Foto Galerie

Neue Runde im Wettbewerb "Jugend forscht", Volmerstraße 2, 12489 Berlin

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