Spandau veranstaltet 24 Tage Adventsaktionen

Jeder Laden ein Kalendertürchen

Früh fällt der Abend über den Kiez. Alles versammelt sich, fängt bei heißer Schokolade zu singen an. Wahrhaft lebendig, der Adventskalender.
Früh fällt der Abend über den Kiez. Alles versammelt sich, fängt bei heißer Schokolade zu singen an. Wahrhaft lebendig, der Adventskalender.
Wilhelmstadt - Wer aufmerksam durch die Pichelsdorfer Straße und Umgebung geht, entdeckt an so mancher Ecke sein kieziges Weihnachtswunder. Der Kiez veranstaltet einen lebendigen Adventskalender, an jedem Tag wartet eine andere Lokalität mit einer kleinen Überraschung auf. Manchmal gibt es zwei heiße Veranstaltungen am Tag, manchmal nur lauwarme Gottesdienste.

Mit 24 Tagen ist der Adventskalender der vielleicht kürzeste, dafür aber beliebteste Kalender auf der Welt. Selbst konfessionslose Kinder erfreuen sich des morgendlichen Türchenöffnens. Da wird die passende Zahl gesucht und sich über die dahinterliegende Überraschung gefreut. Eine wortwörtlich großflächig angelegte Türchenaktion könnte man den Wilhemstädter Adventskalender nennen, der Spandauer Kiez weitet die Tradition nämlich auf den ganzen Ort aus.

An jedem Tag findet sich an einer anderen lokalen Örtlichkeit eine kleine, winterliche Überraschung: Am 18. Dezember untermalen die Betreiber des Schoko-Engels in der Pichelsdorfer Straße ihre Gaumenfreuden mit musikalischen Intermezzi und Improtheater. Zwei Tage später wird der Stall von Bethlehem zur VIP ’n‘ fit Trägerstätte, bei der ein gewagtes Mashup vollführt wird: Jesu Geburt und Frauenfitness unter ein Dach zu bringen. Der 17. Dezember verschreibt sich ganz dem American Way of Christmas und lädt in John Heymanns Brillenhaus ein, Carrot Cake, Muffins und Brownies zu kosten, während Dominik „Weezle“ Damke amerikanische Weihnachtslieder zum Besten gibt, die sich erfrischend von der „Last Christmas“-Radio-Edition abheben dürften.

Die Aktionsorte sind online abrufbar

Allein, dass die Ortschaften und Aktivitäten der 24 Tage bereits vorab – säuberlich aufgelistet auf der Wilhemstädter Homepage – abrufbar sind, widerspricht dem Überraschungsmoment kindlicher Adventskalender. Doch dafür kann man sich aktiv für ein Event entscheiden, statt ziellos durch die Kälte des Spandauer Südens zu irren. Bis Mitte Dezember bietet der Wilhelmstädter Veranstaltungskalender sogar zwei Aktionen am Tag. Erst gegen Ende geht dem Kiez ein wenig die Puste aus, der 21.Dezember lockt mit dem gefühlt 50sten „Weihnachtskonzert und Tombola“ in der Region, am 22. Dezember wartet nur noch ein Gottesdienst in der Melanchothon-Kirche auf die Türchensuchenden.

Doch bis dahin sollte sowieso schon jedes Kind in der Pichelsdorfer Straße zum Piraten und zur Fee geschminkt, mit Lebkuchen gemästet und stimmbandgeölt worden sein. Jeder Erwachsene wird sich am Weihnachtsfigurenquiz des 2. Dezembers dusselig geraten haben und von der Gesundheitspraxis in der Weißburger Straße 42 am 4. Dezember schnuppermassiert worden sein. Auch wenn der Wilhelmstädter Adventskalender kein Silvesterfeuerwerk kieziger Aktionskunst ist, kann sich der eine oder andere Anwohner leckere Rosinen aus diesen 24 Tagen herauspicken.

 

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Melanchthon-Kirche Spandau, Melanchthonpl. 1, 13595 Berlin

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