Fällung von Bäumen

Ärger um Umgestaltung des Kleinen Tiergarten

Im Kleinen Tiergarten in Moabit sollen Bäume für mehr Freifläche und breitere Fußgängerwege gefällt werden.
Im Kleinen Tiergarten in Moabit sollen Bäume für mehr Freifläche und breitere Fußgängerwege gefällt werden.
Das Fällen von Bäumen im Zuge der Neugestaltung der Parkfläche im Kleinen Tiergarten stößt auf den Unmut der Anwohner in Moabit. 35 Bäume sollen dem Umbau Platz machen, was für Spannungen zwischen Bürgerinitiativen und Politik sorgt.

Seit 2010 werden die Parkflächen im Kleinen Tiergarten und im angrenzenden Ottopark umgestaltet. Da nach Meinung vieler Anwohner zu viel Grün und Natur zerstört wird, gibt es Streit. Jahrzehntelang wurden die zwei genannten Parkanlagen nicht gepflegt, weshalb Bezirk und Senat rund 2 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Stadtzentren“ in Neuerungen investierten. Zentrales Ziel ist es, die Grünanlagen zu einem attraktiven Stadtteilpark umzuwandeln. Prämisse dabei ist anstelle der Verwilderung von Bäumen, Büschen und Pflanzen die Schaffung von überschaubaren und angstfrei nutzbaren Räumen.

Für Über- und Aussicht sollen Bäume geopfert werden. Da es jedoch viele sehr alte und gesunde Bäume gibt, die die Anwohner erhalten wollen, besteht ein Interessenkonflikt. 2009 gründete sich die Bürgerinitiative „Silberahorn PLUS“. Der Name beruht auf den Silberahorn-Bäumen im Westfälischen Viertel, die von der Initiative gerettet wurden. Nach dem Beschluss von Senat und Bezirk machte sich die Bürgerinitiative für die Rettung von Bäumen in Ottopark und Kleinem Tiergarten stark. Im Ottopark, in dem bereits ein Kinderspielplatz gebaut wurde, konnte rund zwei Drittel des Gesamt-Baumbestands vor dem Abholzen geschützt werden. Insgesamt wurden 67 Bäume und 55 Prozent der Hecken und Sträucher für breitere Wege und Sitzkiesel beseitigt. Viele Eltern begrüßten bei der Einweihung des Parks im August 2012 die neue Übersichtlichkeit. Doch auf der Gegenseite protestierten Bürgerinitiative und Umweltschützer.

Politische Differenzen um Wahrung des Baumbestands

Nun wird nach einem Kompromiss bei der Umgestaltung des Kleinen Tiergartens gesucht. 35 Bäume sollen gefällt werden. Ein Antrag von Bündnis 90/ Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung zum Erhalt von 16 der 35 Bäume wurde von SPD und CDU abgelehnt. Ein Baumgutachter stufte 16 Bäume durch die Kategorisierung von Alter, Wachstum und Blühkraft als erhaltenswert ein. Die Ablehnung wurde damit begründet, dass die Baupläne abgesegnet seien und der Platz für Freiflächen benötigt werde. Es bleibt festzuhalten, dass zwischen Naturschutz und gefühlter Sicherheit im Park gewählt oder ein gangbarer Mittelweg gefunden werden muss. 

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Ärger um Umgestaltung des Kleinen Tiergarten, Turmstraße, 12526 Berlin

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