Makkabi Spiele 2015

Doch ein Hauch von Olympia in der Stadt

Doch ein Hauch von Olympia in der Stadt
1929 fanden die europäischen Makkabi Spiele zum ersten Mal in Prag statt. Nun kommen sie zum ersten Mal nach Berlin.
Westend - Noch bis vor einigen Wochen begegnete uns der "Wir wollen die Spiele!"-Slogan an jeder Straßenlaterne. Nun darf Hamburg sich um die Olympia-Ausrichtung bewerben. Kein Problem, gastiert doch dafür mit den "European Maccabi Games 2015" die weltweit größte jüdische Sportveranstaltung in der Hauptstadt. Und das an einem Ort, an dem solch eine Veranstaltung noch vor gut 70 Jahren völlig undenkbar gewesen wäre.

Bevor es losgeht, schauen Herbert Grönemeyer, David Garrett oder Mumford & Sons noch in der Waldbühne vorbei. Soweit, so normal. Was sich hier allerdings für den 28. Juli angekündigt hat, ist alles anders als normal. 15.000 Zuschauer sollen kommen, wenn Bundespräsident Joachim Gauck eine Rede hält, die Berliner Entertainerin Palina Rojinski moderiert und eine Gruppe Motorradfahrer eine Fackel entzündet.

Die europäischen Makkabi Spiele finden in diesem Jahr zum ersten Mal in Berlin statt. Hierfür kommen mehr als 2.300 jüdische Sportler in die Hauptstadt und messen sich in 19 verschiedenen Disziplinen, darunter auch hierzulande unbekanntere wie Futsal oder Bridge.

Deutsche Sportstars mischen mit

Bereits die Eröffnungsfeier deutet es an: Die Makkabi Games 2015 in Berlin sind keine Allerweltsveranstaltung. Schon die Tatsache, dass sich so viele jüdische Sportler dort versammeln, wo die Nationalsozialisten 1936 gegen sie wetterten, verdeutlicht das. Die Athleten, die sich über Trainingscamps qualifiziert haben, treten hier bei allem sportlichen Ehrgeiz vor allem für Toleranz und ein friedliches Miteinander an.

Das verkörpern sie auch in den Freundschaftsspielen beim „Let’s Play Together“. Hier mischen sich bekannte deutsche Sportler aus Hockey, Wasserball, Fußball und Basketball unter ihre jüdischen Kollegen und treten gegeneinander an, zum Beispiel die Basketballer von Alba Berlin und einige ehemalige Fußball-Nationalspieler.

Damit – wie auch mit der Eröffnungsfeier – wollen die Veranstalter „die Leute erreichen und sie einladen. Denn nur mit ihrer Unterstützung entwickeln sich die Makkabi Games zu der Veranstaltung, wie wir sie uns wünschen“, sagt Lena van Hooven von den European Maccabi Games.

Einen Weltrekord erleben

Die Zuschauer können zehn Tage zum Olympia-Park kommen, sich verschiedene Sportveranstaltungen, aber auch Bands anschauen. „Es wird ein buntes Programm geben, das sich vor allem für Familien lohnt. Sie können mit ihren Kindern einfach vorbeischauen und die Veranstaltung genießen.“ Etwas Besonderes dürfte sie am 31. Juli erwarten. Dann soll ein kollektiver Kiddusch, ein gemeinsames Gebet, stattfinden. Die ca. 2.300 Athleten kommen dabei zusammen, um den bevorstehenden jüdischen Ruhetag anzukündigen – und nebenbei einen Weltrekord aufzustellen.

„Natürlich sind auch sportliche Weltrekorde möglich“, so van Hooven, „aber es handelt sich hier eher um eine Breitensportveranstaltung mit kulturgesellschaftlichem Anliegen.“ Von daher hinkt der Vergleich der Makkabi Games mit den Olympischen Spielen, bei denen das sportliche Abschneiden eindeutig im Vordergrund steht.

Trotzdem haben bereits einige Sportler erst bei der Makkabiade und dann auch bei Olympia abgeräumt. So zum Beispiel der ehemalige US-Schwimmer Mark Spitz oder die deutsche Hockey-Nationalspielerin Rebecca Landshut, die in Berlin mitspielt. „Das Wichtigste ist, dass wir die Menschen mit unseren Makkabi Spielen erreichen, ihnen eine spektakuläre Eröffnung und friedliche, spannende Spiele zeigen“. Und gemeinsam ein eindeutiges Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus setzen.

Die europäischen Makkabi Spiele 2015 finden vom 27. Juli bis 5. August zum ersten Mal in Berlin statt. Es kommen 2.300 jüdische Sportler nach Berlin, um sich im Olympia-Park in 19 verschiedenen Disziplinen zu messen. Der Eintritt ist frei. Nur für die feierliche Eröffnung in der Waldbühne sind Tickets notwendig, die zwischen 15 und 45 Euro kosten. Am 1. August pausiert die Veranstaltung, da der Samstag der jüdische Ruhetag ist.

Olympiapark, Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus 2, 14053 Berlin
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