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Analsex: Mit diesen Tipps haben beide Spaß dabei

Analsex: Mit diesen Tipps haben beide Spaß dabei
Happy Ass: Drei Kenner verraten, wie Analsex ohne Krampf und Schmerz klappen kann.
Analsex, das war für Kolumnistin Mascha lange Zeit ein No-Go. Doch jetzt will sie es nochmal wissen und hat drei Analsex-Fans ausgefragt: Wie bereiten sie sich vor, welche Stellungen sind super - und wie entspannt man den verdammten Schließmuskel?

Analsex und ich – sagen wir, es ist kompliziert. Vielleicht ist es ein bisschen so wie mit meinem Pflegepferd damals: Es ist einmal versehentlich in den Elektrozaun gerannt, das tat weh, danach hatte es Angst und wurde schon unruhig, wenn es den bösen Zaun nur von Weitem sah. Meine erste Erfahrung mit Analsex war ähnlich: Mein erster Freund und ich hatten Sex im Stehen, er rutschte ab bzw. aus mir raus, war aber noch voll in Fahrt und rammte mir seinen Schwanz in der nächsten Bewegung versehentlich volles Pfund in den Hintern. Vor Schmerz wären mir fast die Beine weggesackt – und ich war erstmal bedient. Und auch spätere Versuche, dem Thema Analsex etwas abzugewinnen, scheiterten an meiner Verkrampfung und der Ungeduld des männlichen Beteiligten. Aber: Ich habe das Thema noch nicht abgehakt. Wäre doch viel zu schade drum. Und deswegen drei Menschen gefragt, die entweder bereits echte Vollprofis sind oder gerade erst ihre Lust an Poposex entdeckt haben. Eine Frau und zwei Männer, der eine lieber Bottom, der andere lieber Top – schließlich muss auch der aktive Part zu Wort kommen.

Analsex: Tipps vom aktiven Part

Timo*, 32: „Ich habe Sex mit Männern und bin in der Regel Top, also der aktive Part. Grundsätzlich ist es für guten Analsex wichtig, dass sich beide Seiten entspannen können – vor allem aber natürlich der Bottom-Part. Ist der Schließmuskel angespannt, wird es schmerzen. Es gibt einige wenige Typen, die möchten, dass man sofort mit dem Schwanz in sie eindringt. Keine Ahnung, wie die das machen. Aber generell reißen nur die wenigsten sofort beide Flügeltüren auf und rufen „hereinspaziert“. Sich Zeit nehmen ist wichtig. Und ich versuche immer, auch bei Männern, die ich nur zum Sex treffe, für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen.

Ich finde rimmen super als Vorspiel. Denn wenn man dem Partner den Arsch leckt, merkt man erstens schnell, wenn sich die Muskeln entspannen, außerdem wird alles schön feucht. Erstmal vorsichtig mit dem Finger vorfühlen geht auch, aber das mag nicht jeder. Hier ist auch ein entscheidender Moment: Die meisten Jungs sind zwar entsprechend vorbereitet, aber es kann auch vorkommen, dass man plötzlich verdächtige braune Spuren unterm Fingernagel hat – dann besteht offenbar noch Handlungsbedarf beim Bottom. Denn ein Kackespektakel ist dann doch eher special interest. Und dann sagt man eben „du, hier ist ein Handtuch, geh doch vielleicht nochmal eben auf die Toilette, keine Eile.“ Das kommt selten vor, ist aber möglich. Umso wichtiger ist Kommunikation und ein Grundvertrauen, denn natürlich kann eine solche Situation sehr unangenehm sein.

Sind dann beide soweit, lassen es die meisten gerne ruhig angehen, sofort in Pornodampfmaschinen-Manier loslegen wollen – oder können – die wenigsten. Am vertrauensvollsten ist es meist, wenn der passive Part sich auf mich draufsetzt. Dann kann er das Tempo und die Intensität mit seiner Körperbewegung bestimmen. Nach und nach kann man dann schneller zur Sache kommen, wenn alles gut flutscht. Und: Manchmal reicht Spucke, aber meist benutze ich Gleitgel, zusätzlich zum Kondom – das ist bei Analsex mit Männern, deren Status ich nicht kenne, natürlich immer Pflicht.

Anale Expertise von einem Bottom-Mann

Marco*, 31: Ich bin versatile, also mal Top, mal Bottom, aber im Moment lieber Bottom. Wenn ich weiß, dass ich Analsex haben möchte, benutze ich gerne ein, zwei Stunden vorher einen Butt-Plug. Dann wird alles schön gedehnt, das macht auf jeden Fall einen Unterschied. Vorbereitung ist super, aber manchmal will man natürlich auch spontan Analsex haben. Dann ist die Atmosphäre und meine eigene Stimmung entscheidend. Ob Zuhause oder im Club, ich muss mich wohlfühlen, ein gewisses Vertrauen zu dem anderen Mann haben – und natürlich ist auch der Grad der eigenen Geilheit entscheidend. Spürt man, dass es sich nicht gut anfühlt und man angespannt ist, sollte man es lassen. Dann wird es keinen Spaß machen.

Was die Stellung angeht: Manche Bottoms sitzen gerne zu Beginn auf dem Partner, ich finde das aber nicht so ideal. Wenn man mehr oder weniger auf dem anderen hockt, hat man zwar die Kontrolle, aber muss auch die Beine ganz schön anstrengen. Ich finde es angenehm, auf dem Bauch zu liegen, dann kann man alle Muskeln voll entspannen. Auch die klassische Doggy-Stellung finde ich super. Dann ist aber wichtig, dem Partner klar zu kommunizieren, dass er langsam starten soll. Sowieso ist miteinander sprechen eine gute Idee, um Missverständnisse und damit Schmerzen zu vermeiden.“

 

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Ein Beitrag geteilt von Woodpecker_Inksbruck® (@woodpecker_inksbruck) am Sep 2, 2017 um 11:18 PDT

Analsex-Tipps von einer Frau, die es lieben lernte

Lavinia*, 36: „Bis zu meinem 35. Lebensjahr hatte ich keinen Spaß an Analsex und auch keine Partner, die wussten, wie man daraus ein schönes Erlebnis macht. Jetzt bin ich aber echter Fan geworden. Zum Thema Vorbereitung: Wenn man weiß, dass man Analsex haben möchte, kann man sich natürlich vorbereiten und vor allem vorher aufs Klo gehen. Aber eigentlich finde ich es gut, wenn es spontan beim Sex passiert. Wichtig ist meiner Meinung nach, wie der Partner sich anstellt, dann ist es relativ egal, wie gut man vorbereitet ist.

Im Laufe des Vorspiels oder beim vaginalen Sex wird die Frau meist schon so feucht, dass der Mann damit beginnen kann, mit einem angefeuchteten Finger den Anus zu massieren. Am besten mit dem Mittelfinger, denn der kann später besonders tief eindringen, während Daumen und Zeigefinger parallel die Klitoris stimulieren können. Wichtig ist, den Anus so lange mit dem Finger zu massieren, bis sich der Schließmuskel an das Gefühl gewöhnt hat und sich nach und nach von selbst lockert. Dann kann der Finger langsam eindringen, und ist er einmal drin, kann es meist problemlos auch tiefer reingehen. Denn die Berührung tief im Inneren verschafft noch mehr Lust.

Irgendwann ist dann der Penis an der Reihe. Was die Stellung angeht: Doggy Style, also auf den Knien, ist meiner Meinung nach eher was für Profis. Ich kann dabei meinen Unterleib gar nicht entspannen. Ich liege am liebsten auf dem Bauch und der Mann liegt über mir und schiebt langsam den Penis in meinen Po. Auch die Löffelchenstellung finde ich gut. Wer Kraft in den Beinen hat, kann auch auf dem Mann hocken. Dann kann der Schwanz sehr tief eindringen und man hat gleichzeitig als Frau die Kontrolle über die Bewegungen. Grundsätzlich gilt: Vertrauen und viel Zeit ist unabdingbar, vor allem für Analsex-Anfänger.

Und noch ein wichtiger Hinweis, den vor allem Männer oft nicht auf dem Schirm haben: Niemals darf derselbe Finger im Analbereich und an der Vagina zum Einsatz kommen, denn die Darmbakterien können Infektionen oder Blasenentzündungen begünstigen. Also immer strikt trennen: Eine Hand oder ein Finger nur für den Po, die anderen Finger für die Vagina.“

Analsex: Einige Unterschiede, viele Gemeinsamkeiten

An den Erfahrungen dieser schlauen Menschen merkt man: Natürlich sind auch bei Analsex die Bedürfnisse und Vorlieben individuell. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten, die man sich als goldene Regeln übers Bett hängen kann. Ein Grundvertrauen ist wichtig, auch bei Sexbekanntschaften, genauso wie Kommunikation und gerne auch eine Prise Humor – denn so ein Arsch ist eben ein besonderer Körperteil. Und, das klingt bei allen durch: Zeit. Einfach mal schnell rein, raus, das klappt offenbar nur in den seltensten Fällen und bei besagten „Flügeltüren“-Vollprofis. Mit Druck geht gar nichts, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Der Satz einer Freundin, mit der ich kürzlich ebenfalls über das Thema Analsex sprach, fasst es schön zusammen: Jedes Arschloch braucht Zeit, um sich zu entspannen.

Und hey, selbstverständlich bleibt Analsex immer auch Geschmackssache. Manchen gefällt es einfach nicht, wenn irgendwer oder irgendwas durch die Hintertür reinmarschiert, ob es nun gut flutscht oder nicht. Insofern, entspannt euch. So oder so.

Gut, dass ich da mal nachgefragt habe.

Eure Mascha

*und auch diesmal wollten die Befragten lieber Decknamen haben

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