Herthas finanzielle Nöte

Angst vor der 2. Liga

Auch Hertha-Torhüter Thomas Kraft dürfte den Verein im Abstiegsfall verlassen.
Auch Hertha-Torhüter Thomas Kraft dürfte den Verein im Abstiegsfall verlassen.
Noch steht die sportliche Situation von Hertha BSC im Vordergrund. Doch sollten die Bemühungen um den  Klassenerhalt vergeblich bleiben, droht ein finanzieller Engpass. Die Folge: Erneut müssten zahlreiche Spieler den Verein verlassen.

Fußballerische Festtage, wie es abseits der Ergebnisse die Besuche von Borussia Dortmund oder Bayern München sind, könnten im Berliner Olympiastadion bald der Vergangenheit angehören. Während die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel immer noch um den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse kämpft, musste sich die kaufmännische Abteilung bereits mit der zweiten Liga beschäftigen.

Bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) muss jedes Jahr eine Lizenz für die nachfolgende Saison beantragt werden. Wenn die Zugehörigkeit zur einen oder anderen Liga noch derart ungewiss ist wie bei Hertha, sind Spielberechtigungen für beide Klassen zu beantragen.

Herthas Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller hat die jeweiligen Planzahlen eingereicht. „Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, damit es jeweils zu positiven Bescheiden führen kann“, sagte Schiller dem Tagesspiegel. Genauer möchte er auf die Zahlen nicht eingehen. Ohne Zweifel wären die finanziellen Möglichkeiten im Abstiegsfall stark eingeschränkt. Schiller sagt nur: „Die Herausforderung Zweite Liga wären ähnlich wie die vor zwei Jahren.“

Ein erneuter Kraftakt wird schwierig

Nach dem Abstieg 2010 hatte Hertha finanziell alles auf eine Karte gesetzt. Die Verantwortlichen leisteten sich in der zweiten Liga eine erstligataugliche Mannschaft und gingen mit einem Etat von 33 Millionen Euro in die Saison – das Meiste davon ging an die Spieler. Der ‚FC Bayern der Zweiten Liga‘ hielt auch die meisten Sponsoren an Bord und schaffte tatsächlich den direkten Wiederaufstieg. Doch inzwischen ist bekannt, dass die Saison in der Zweitklassigkeit teurer war als geplant. Einem Umsatz von 55 Millionen Euro standen Kosten von knapp 62 Millionen Euro gegenüber. Ohne die Acht-Millionen-Einlage eines geheimen Investors wäre der Fehlbetrag noch höher gewesen.

Sollte Hertha BSC auch 2012/13 in der höchsten Spielklasse antreten, plant der Verein mit einem Haushalt von rund 58 Millionen Euro. Das wäre ein ähnlicher Betrag wie in der laufenden Saison. Für die Zweite Liga rechnet Hertha mit rund 30 Millionen Euro Umsatzerlös. Die Personalkosten für die Bundesliga würden 24 Millionen Euro betragen. In der Zweiten Liga würde sich dieser Betrag mehr als halbieren. Nach Tagesspiegel-Informationen sind für diesen Fall nur noch knapp zehn Millionen Euro eingeplant. Spieler wie Ramos und Raffael müssten abgegeben werden, um Verkaufserlöse zu erzielen. Die Gehälter von Kraft, Ottl und Lell wären nicht länger finanzierbar.

Ein weiteres Jahr in der 1. Bundesliga würde Hertha einen beinahe ausgeglichenen Haushalt bescheren, in der Zweiten Liga kalkuliert der Klub mit einem Fehlbetrag von rund acht Millionen Euro. Die Werbeeinnahmen würden von aktuell rund 30 Millionen Euro auf dann knapp 15 Millionen zurückgehen. Und auch die Einnahmen aus den Fernsehverträgen würden sich um die Hälfte auf 8,5 Millionen Euro reduzieren. Zusätzlich belastet Hertha im Hintergrund nach wie vor ein Schuldenberg von rund 35 Millionen Euro – dieser würde ohne Erstligafußball schnell zum akuten Problem werden.


Quelle: Der Tagesspiegel

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