Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez

Anne-Sophie Briest: "Mitte ist irgendwie freier"

Anne-Sophie Briest:
Schauspielerin Anne-Sophie Briest in ihrem Lieblingscafé auf der Torstraße, dem Sucre et Sel. Zur Foto-Galerie
Die Torstraße war schon immer laut, auch zu Ostzeiten. Doch das stört Anne-Sophie Briest nicht, irgendwie ist sie ja auch daran gewöhnt. Denn die Schauspielerin und Geschäftsführerin dreier Kitas kennt die Gegend um den Rosenthaler Platz seit ihrer Kindheit. Mit ihrer eigenen bilingualen Kita hat sich die Ecke maßgeblich mit verändert.
Große Sonnenbrille, schwarze Lederjacke und Turnschuhe – Anne-Sophie Briest passt gut nach Mitte. Voller Elan betritt sie das kleine Café Sucre et Sel, schnappt sich erst einmal die zwölf Monate alte Tochter der Besitzer und lässt sie während des Interviews auf ihrem Schoß sitzen. Das Herz der 40-Jährigen schlägt neben der Schauspielerei vor allem für Kinder. 
 

Hier wohnten schon immer kreative Menschen

 
Aus dieser Leidenschaft heraus und dem eher dürftigen Angebot für zweisprachig aufwachsende Kinder gründete die zweifache Mutter die be smart academy – eine bilinguale Kita. 2008 eröffnete diese in der alten Seifenfabrik mitten auf der Torstraße, Briests alter Heimat. Die entdeckte sie, nachdem sie über sechs Jahre in New York gelebt hatte, schließlich für sich wieder. Dort, wo sie heute lebt und arbeitet, wuchs die Berlinerin auch auf. “Wir wohnten in dem Eckhaus Torstraße Ecke Choriner Straße und auf der Schönhauser genau gegenüber der Kulturbrauerei. Als Kind war ich immer auf dem Teutoburger Platz”, erinnert sie sich. Den Spielplatz dort gibt es noch immer. 
 
Ihre Kita gehöre zum Kiez. Sie spiegele diese Gegend auch sehr gut wieder: „Wir haben in diesem Haus 41 Nationen unter einem Dach und unheimlich viel Zuzug jeden Sommer“, beschreibt die Kita-Chefin die Situation. Was an Mitte und an der Torstraße so besonders sei, fasst sie schnell zusammen: „Das war hier schon immer eine innovative Ecke, auch zu Ostzeiten. Hier lebten damals schon viele Künstler.“ Daran habe sich gar nicht so viel verändert. „Das könnte höchstens noch einmal in eine andere Richtung schießen durch einen extrem konservativen Zuzug, so wie im Prenzlauer Berg. Mitte ist da zum Glück noch kreativer und ausgeflippter und irgendwie freier“, resümiert sie.
 

Tote Gegend neu belebt

 
Dass hier gefühlt jede Minute etwas Neues passiere, das gefällt ihr. „Ich mag das. Ich bin keine von denen, die sich immer das Alte zurück wünschen.“ Auch nicht den Zustand von vor 2008. Damals herrschte rund um den Rosenthaler Platz Totentanz. „Wir waren mit die ersten, die die Gegend belebt haben. Das DuDu kam durch uns, auch das Kinderkaufhaus.“ Eine ihrer Freundinnen eröffnete das Haus am See auf der Brunnenstraße. „Nur den Döner auf der Ecke, den gibt es schon seit hundert Jahren“, lacht sie. Für einen Besuch dort ist es an diesem Morgen allerdings noch zu früh.
 
Ansonsten schwärmt sie vom Bombay gleich neben dem Friedrichstadt-Palast. Das Restaurant sei sowas wie ihr zweites Wohnzimmer. Ihre Tochter Faye würde das Chicken Madrasi dort mindestens zwei bis drei mal die Woche essen. Doch nicht nur das Essen schmecke richtig original indisch, auch die Truppe sei super: “Wie eine Familie.”
 
Das Sucre et Sel, das sich gleich neben ihrer Kita befindet, ist für sie trotz der Hektik auf der Torstraße eine kleine Oase. Hier herrsche immer eine so entspannte Stimmung. “Außerdem wird super gekocht, besonders die Mittagsgerichte sind lecker und sehr günstig.” Wer es etwas mehr trendy mag und verrückte Leute gucken will, dem empfiehlt sie Mein Haus am See. Neben tollen Kunst- und Musikangeboten gibt es dort auch einen super Club, das Cosmic Kaspar. Vor allem die Ausstattung sei eine Augenweide, „muss man sich echt angucken!“
 
Was sie natürlich auch sehr mag, sei das DuDu. Weltweit gäbe es keinen besseren Laden für modernes vietnamesisches Essen. Die Betreiber hätten eine ganz spezielle Art, mit Dingen umzugehen. Das zeige sich auch in der dazugehörenden Bonbon Bar gegenüber. “Das Interieur ist einzigartig und auch die Cocktails, von denen es viele leckere alkoholfreie Varianten gibt”, so Briest.
 

Am Wochenende auch mal raus aus der Stadt

 
Für Eltern mit Kindern hat sie zum Schluss noch einen Geheimtipp: Den Krausnickpark, den man über eine Gittertür von der Oranienburger Straße aus erreicht. Dahinter befinden sich zwei Spielpätze und eine riesige Grünfläche. “Ich liebe diesen Spielplatz. „Es ist sehr idyllisch hier und so versteckt, da sind fast nur Anwohner. Man kann seine Kinder komplett frei rumlaufen lassen“, schwärmt die zweifache Mama. 
 
Doch mittlerweile seien ihren beiden Kinder Faye (10) und Jahmar (16) zu groß für den Spielplatz. Was sie denn an den Wochenenden mit ihren Kids unternehme? „Kinder haben tausend Sachen: Training und jede Menge Hausaufgaben. Da wollen die am Wochenende einfach mal nur chillen.“ Auch nicht schlecht. Ansonsten fährt Familie Briest auch mal ins Berliner Umland. Die SeeLodge in Kremmen sei ein idealer Ort, um gepflegt auszuspannen.
 

Foto Galerie

be smart academy, Torstraße 134, 10119 Berlin
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