Ein gesunder Kommentar

Bitte, komm nicht krank zur Arbeit!

Bitte, komm nicht krank zur Arbeit!
Wenn du dich morgens danach fühlst, im Bett zu bleiben: Mach es einfach!
Es ehrt dich nur scheinbar, wenn du das Wohl der Firma über dein eigenes stellst oder du die Kollegen nicht im Stich lassen willst. Denn du tust niemandem etwas Gutes, wenn du dich trotz Krankheit zur Arbeit schleppst...

Leidest du auch unter Präsentismus? Ich bin schon unzähligen Opfern dieses Phänomens begegnet und in den Winterwochen werden es täglich mehr: Leute, die im Büro Präsenz zeigen wollen, obwohl sie ins Bett gehören! Gerade erst hat mich auf dem Flur ein Kollege mit einem kräftigen Hatschi begrüßt und auch an der Kaffeemaschine versammeln sich regelmäßig Virenschleudern zum morgendlichen Austausch. Diese Menschen, die sich schlapp und keuchend ins Büro schleppen, machen das in dem festen Glauben, den anderen damit einen Gefallen zu tun. Sie sind bereit, sich selbst zu opfern, um die eigene Arbeit nicht auf andere abwälzen zu müssen und den Betrieb am Laufen zu halten. Bewirken tun sie das Gegenteil. Ins Laufen kommen am Ende des Arbeitstages nur unzählige weitere Nasen, während der Betrieb allmählich ins Straucheln gerät.

Krank ist krank

Belegt ist: Zwei Drittel der Deutschen rennen mit Grippe, Fieber und Co zu ihren Schreibtischen, an die Maschinen oder sonstwo hin, um nicht in den Verdacht zu kommen, ihren Job nicht ernst genug zu nehmen oder gar blau zu machen. Während Angestellte fürchten, gekündigt zu werden, können Freiberufler den Honorarausfall durch nicht gearbeitete Stunden nur schwer aushalten. Was auch immer hinter deinem elenden Einsatz steckt, lass uns realistisch sein: Wie schnell kannst du einen Text schreiben, wenn das Thermometer über 38,5 Grad anzeigt? Oder wie glücklich sind deine Kunden, wenn du mit schwitzigen Händen und tränenden Augen die Brötchentüte über den Tresen reichst? Und was bitte sollen die Kinder von dir lernen, wenn du an der Tafel erbärmlichen Husten statt Weisheiten präsentierst? Egal welchen Beruf du ausübst, frage dich: Wie produktiv bin ich, wenn ich krank arbeite?

Schlimme Folgen

Gehen wir gedanklich noch einen Schritt weiter: Wenn du deine Krankheiten nie auskurierst, verschleppst du vielleicht so einiges, was nach einer Weile viel krasser wird und dich wochenlang ausfallen lässt. Oder noch schlimmer: Es sammelt sich in dir so viel übles Potential, das dein Körper chronisch überfordert ist. Die Krönung des Horrors: Durch deine ständige Ruhelosigkeit wächst die Gefahr, dich letztendlich bei den Burn-Outlern einreihen zu müssen. So abwegig ist es nicht, dass dieser moderne Albtraum für dich Wirklichkeit wird. Eine Studie des Senats zeigt, dass fast 60 Prozent der Berliner im Job unter enormem Zeitdruck leiden und regelmäßig am Wochenende arbeiten. Dass ihre Rente nicht ausreichen wird, befürchten sogar 80 Prozent in der Hauptstadt. Im gesunden Zustand kannst du dich durch diese Ängste kämpfen, sie vielleicht sogar bewältigen, wenn du angeschlagen bist, fällt das Mir-geht-es-gut-Kartenhaus in sich zusammen.

 

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Ein Beitrag geteilt von Manuelas_wohlgenuss (@manuela_wohlgenuss) am Jan 17, 2019 um 4:47 PST

Chefs müssen haften

Ganz abgesehen davon, sind Chef*innen auch nicht gerade begeistert darüber, ein Häufchen Elend auf dem Arbeitsplatz zu sehen. Meist erledigen die angeschlagenen Gutmenschen nämlich nicht alles zur vollsten Zufriedenheit, denn: Sie sind krank! Und nicht hundertprozentig fit. Steigendes Fieber senkt die Konzentrationsfähigkeit und Kopfschmerzen machen jeden Top-Einsatz zunichte. Außerdem muss eine Führungskraft Sorge tragen, dass den anderen Mitarbeitern nichts passiert. Und wie kann sie das, wenn jedes Niesen von dir eine Epidemie auslösen könnte und jeder deiner Handschläge die Viren im ganzen Umfeld verteilt. Rechtlich gesehen, kann dein Vorgesetzter sogar haftbar gemacht werden für die Fehler, die dir unterlaufen, nur weil du krank gearbeitet hast. Lass es also. Leg dich hin, kurier dich aus und mach uns nicht alle krank. Danke.

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