Aktion "Berlin - unsere saubere Stadt: Mach mit!"

Aufräumen und Gärtnern für Tegel

Michael Grimm von der Arge Tegel zeigt die zurückgelassenen Sturmschäden in seinem Kiez.
Michael Grimm von der Arge Tegel zeigt die zurückgelassenen Sturmschäden in seinem Kiez.
Sturmschäden in der Brunowstraße beseitigen und Baumscheiben bepflanzen: Am 5. September will die Arge Kunst und Kultur in Tegel langfristige Impulse für das bürgerschaftliche Engagement im Kiez setzen.

Der Sturm, der vor gut einem Monat über Reinickedorf tobte, hat vor allem in der Tegeler Brunowstraße bleibende Schäden hinterlassen: Noch immer zeugen die umgestürzten Straßenbäume von der Kraft des Unwetters.

Die „Arbeitsgemeinschaft Kunst und Kultur in Tegel“ (Arge) und ihr Leiter Michael Grimm wollen sich am 15. September für die Wiederherstellung des Straßenbildes einsetzen. Die Arge ist ein loses Netzwerk, das sich immer dann zusammenfindet, wenn der Kiez Unterstützung nötig hat. „Menschen zusammenzubringen und zu motivieren ist unser wichtigstes Anliegen“, so Grimm. Gerade in Berlin, wo das Engagement der Bürger oft durch bürokratische Bestimmungen gehemmt werde, seien solche Initiativen von besonderer Bedeutung.

Kulturelle Belebung

Grimms Netzwerk konnte das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Tegel schon durch so manche Aktion beleben. So nutzt man beispielsweise die katholische Herz-Jesu-Kirche als Veranstaltungsort – am 4. November wird dort auf historischen Musikinstrumenten Mozarts Requiem aufgeführt – und bereits zum zweiten Mal konnte man das Impro-Theater „Die Gorillas“ mit ihrem Programm „Schmuckstücke“ in den Kiez einladen. Am 25. Oktober sind sie in der Humboldt-Bibliothek zu Gast.

Darüber hinaus organisiert die Arge am kommenden Sonntag zum vierten Mal das Sechserbrücken-Fest, bei dem sich Kulturvereine, Kiez-Treffs und soziale Einrichtungen vorstellen können. 70 Anmeldungen sind bereits eingegangen und das Publikum darf sich auf ein buntes Bühnenprogramm, die historische „Staatsjacht Sehnsucht“, eine Verkehrsschule für Kinder und Vorführungen von Wassersportlern freuen. Sogar Entertainer Frank Zander hat seinen Besuch angekündigt – er wird zugunsten einer Obdachlosen-Initiative auftreten. Etwa 10.000 Besucher werden zu dem Fest, das im Rahmen des Tegeler Musiksommers stattfindet, erwartet.

Geschichte bewahren

Doch Grimms Arbeitsgruppe setzt sich auch für die Bewahrung der Tegeler Historie ein. Im Keller seines in fünfter Generation betriebenen Juwelierladens hat er ein großes Archiv über die Geschichte des Ortsteils angelegt. Auch Bücher und DVDs über die Vergangenheit Tegels haben die Mitglieder der Arge bereits herausgegeben.

Vor allem den zugezogenen jungen Familien will man die Geschichte ihres neuen Kiezes nahebringen: „Wer seinen Kiez kennt, geht anders damit um“, so Grimm, der sogar eine monatlich erscheinende Zeitung für Tegel herausbringt.

Am 15. September beteiligt sich die „Arbeitsgemeinschaft Kunst und Kultur in Tegel“ gemeinsam mit der Herz-Jesu-Kirchengemeinde, dem Kunstzentrum Tegel-Süd und dem Tourismusverband Reinckendorf am Aktionstag „Berlin – unsere saubere Stadt: Mach mit!“. Dabei sollen nicht nur die Sturmschäden beseitigt werden, auch die Pflanzung neuer Bäume und gemeinsame Baumscheibenbegrünung stehen auf dem Aktionsplan. Darüber hinaus will man die Schaufenster leer stehender Läden für einen Tag in kleine Galerien verwandeln.

Wer mitmachen will, ist am 15. September um 11 Uhr zum Treffpunkt Herz-Jesu-Kirche am Brunowplatz eingeladen. Um 16 Uhr wird in der Kirche ein Konzert zum Thema „Mozart trifft Generationen“ erklingen.

Quelle: Der Tagesspiegel

Katholische Kirchengemeinde Herz-Jesu, Brunowstr. 37, 13507 Berlin

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