Ars Electronica eröffnet

An der Schnittstelle von Natur und Technologie

An der Schnittstelle von Natur und Technologie
Bunt präparierte Tiere zeigt der japanische Künstler Iori Tomita. Zur Foto-Galerie
Unter den Linden - Die "Ars Electronica" war eines der ersten Festivals für Medienkunst weltweit. Inzwischen gastiert die in Österreich beheimatete Veranstaltungsreihe ab 6. Juni bereits zum vierten Mal in Berlin-Mitte. Die neue Schau erkundet besonders die Verknüpfungsmöglichkeiten von Natur und Technologie.

Blüten, die leuchten und sich öffnen, wenn man ihnen nahekommt; bunt präparierte Kleintiere in Gläsern oder Pflanzen, die sich im Wind von Minnesota bewegen, obwohl sie Unter den Linden in Berlin stehen – das vierte Gastspiel des Linzer Medienkunst-Festivals Ars Electronica im Volkswagen Automobil Forum sorgt für erstaunliche Kollaborationen zwischen Natur und Technologie. Das diesjährige Motto „Wie eine zweite Natur“ bezieht sich dabei zum einen auf die Allgegenwart von Technologie in unserem Leben, zum anderen auf die Vorbildfunktion, die der Natur bei neuen Technologien immer häufiger zukommt – Stichwort Bionik.

15 Künstlerinnen und Künstler haben sich des Themas für die Ars Electronica 2013 angenommen, wobei einige Arbeiten schon älteren Datums sind. Die Ausstellung startet am 6. Juni im Untergeschoss des Volkswagen Automobil Forums an der Ecke Unter den Linden / Friedrichstraße. Einflussnahme durch den Automobilkonzern gäbe es nicht, versichert Kurator Martin Honzik, der die Schau auch 2013 zusammen mit Gerfried Stocker konzipiert hat. Das Schöne an der Örtlichkeit sei, dass auch gänzlich unvorbereitete Besucher, die eigentlich wegen der schönen Autos im Erdgeschoss kämen, mit den Kunstwerken konfrontiert würden.

Der Wind von Minnesota in Berlin

Einigen der gezeigten Werke gelingt es auf ausgesprochen kreative Weise, ein Bewusstsein für die möglichen Schnittstellen zwischen Natur und Technologie zu schaffen. Der US-amerikanische Künstler David Bowen hat an einer Pflanze in Minnesota einen Beschleunigungsmesser angebracht, der die durch den Wind verursachten Bewegungen des Stiels in Daten umwandelt. Diese werden elektronisch an die getrockneten Pflanzen übertragen, die Bowen im Rahmen seiner Installation bei der Ars Electronica aufgebaut hat – so dass diese die Bewegungen aus dem fernen Amerika nachvollziehen.

Auch andere Installationen greifen das Thema Bionik auf. Der Brasilianer Ivan Henriques hat gar den Prototyp einer ‚Biomaschine‘ gebaut und dafür eine tropische Pflanze in einen Sensor verwandelt. Berührt man die Blätter der Pflanze, sendet sie ein Signal an den mit ihr verbundenen Roboter, der sich daraufhin in Bewegung setzt – eine ganz besondere Symbiose von Natur und Technik.

Die Ars Electronica läuft bis zum 28. Juli und ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Homepage des Festivals.

 

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Foto Galerie

Volkswagen Automobil Forum Berlin, Unter den Linden 21, 10117 Berlin

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