Keine Partyzone

Bezirk verbietet Events auf dem Teufelsberg

Die Aussicht in 115 Metern Höhe ist großartig, doch flächendeckende Zerstörungen deuten darauf hin, dass nicht nur friedliche Ausflügler durch den Zaun um die Radarstation geklettert sind.
Die Aussicht in 115 Metern Höhe ist großartig, doch flächendeckende Zerstörungen deuten darauf hin, dass nicht nur friedliche Ausflügler durch den Zaun um die Radarstation geklettert sind.
Die ehemalige Abhörstation auf dem Trümmerberg im Grunewald darf vorerst nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden. Unter das Verbot des Ordnungsamts fallen nicht nur Feiern, sondern auch Führungen. Grund für das bezirkliche Vorgehen war eine bei Facebook angekündigte Massenparty.

Mitten im Grunewald tobte in letzter Zeit das Leben: Auf dem Teufelsberg versammelten sich Anfang August nach Augenzeugenberichten mehrere tausend Gäste zu einer Party in der früheren Abhörstation der Alliierten. Veranstalter war eine Privatperson, die per Facebook zu der Feier geladen hatte. Für das vergangene Wochenende war darüber hinaus ein großes Street-Art-Festival angekündigt – doch dann schritt das Ordnungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf ein. Alle öffentlichen Veranstaltungen wurden aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres verboten.

„Wir haben nichts gegen Führungen mit weniger als zehn Teilnehmern“, versicherte der verantwortliche Stadtrat Marc Schulte (SPD) am Donnerstag. Für größere Veranstaltungen seien die ungesicherten Ruinen jedoch schlicht ungeeignet, da viel zu gefährlich. Auf dem Gelände gebe es Löcher im Boden, offene Fahrstuhlschächte und giftige Materialien.

Selbst Führungen werden eingeschränkt

Andreas Jüttemann will sich mit dem Verbot nicht abfinden und sucht nach einem Kompromiss. Er bot seit Anfang 2011 als erster Führungen durch die Abhörstation an und hat ein Buch über den Berg verfasst. Selbst ist er zwar nicht mehr auf dem Berg tätig, vertritt jedoch einen Arbeitskreis, der das Areal vom Kölner Eigentümer und Architekten Hartmut Gruhl gepachtet hat. Zu Beginn hatte das Bauamt nichts gegen die populären Führungen mit bis zu 30 Teilnehmern einzuwenden.

Neben den Führungen steht ein Fest zur Disposition, das vom 7. bis 9. September anlässlich des Tags des offenen Denkmals zum zweiten Mal stattfinden soll. Im vorigen Jahr kamen nach Angaben der Organisatoren insgesamt rund 1800 Menschen zu den Feierlichkeiten. Über deren Wiederholung entscheidet das Bezirksamt nun voraussichtlich am Dienstag.

Eigentümer Gruhl plant indes ebenfalls einen „öffentlichen Ausflugsort“. Dazu will er ein Café, ein Museum und Veranstaltungsräume errichten – im Frühjahr hatten Bezirk und Senat ihre Unterstützung für das Konzept angekündigt.

In der Kommunalen Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, startet am 6. September um 19 Uhr die Ausstellung „Schaulust – Teufelsberg. 20 Jahre nach Verlassen der Abhörstation des Kalten Krieges“ der Fotografin Rotraud von der Heide (www.kommunalegalerie-berlin.de).

Die Abhörstation auf dem Teufelsberg im Bild:


Quelle: Der Tagesspiegel

Bezirk verbietet Events auf dem Teufelsberg, Unnamed Rd, 14193 Berlin

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