Ausstand der Lokführer

So trifft uns der Streik

So trifft uns der Streik
Der GDL-Streik und seine Auswirkungen...
Berlinweit - Seit gestern geht im Bahnverkehr nichts mehr: Sechs Tage soll der Streik der Lokführer dauern. Die Nerven der Berliner werden dabei mal wieder gehörig auf die Probe gestellt. Besonders schlimm trifft es diejenigen, die aus Brandenburg in die Stadt hinein müssen oder auf die Ringbahn angewiesen sind. Wir haben uns bei den Kollegen umgehört ...

Diesmal kann man ganz klar sagen: der Tarifstreit zwischen GDL und der Deutschen Bahn wird auf dem Rücken der Bürger ausgetragen. Denn wer sich eine ganze Arbeitswoche lang auf einen deutlich längeren Arbeitsweg mit vielen Stressfaktoren einstellen muss, hat schon nach der ersten Tour die Nase gestrichen voll. Vor allem, wenn er in Brandenburg lebt, wo darüber hinaus auch noch die Bus- und Straßenbahnfahrer in Streik getreten sind. „Gestern habe ich geschlagene zwei Stunden gebraucht, um von meinem Arbeitsplatz in Wilmersdorf nach Teltow-Stadt zu kommen“, berichtet eine QIEZ-Mitarbeiterin, die nicht nur einen Hund mit in den überfüllten Schienenersatzverkehr quetschen musste, sondern auch rechtzeitig das Kind von der Kita abholen wollte. Das hat natürlich nicht geklappt. „Auch weil an der Attilastraße ein unbesetzter Bus leer an der vollen Haltestelle vorbeigerauscht ist“, staunt sie.

Es ärgern sich aber auch diejenigen, die für ihren Arbeitsweg auf die Ringbahn angewiesen sind. Da bleiben als Alternative nur U-Bahn, Bus oder gar Straßenbahn. Eine BFB-Mitarbeiterin, die aus Prenzlauer Berg anreist, beklagt, dass die Trams trotz des Streiks nicht öfter fahren und dadurch extrem überfüllt seien. Daher steige sie auch immer zwei Stationen früher als üblich ein, „um noch einen Sitzplatz zu bekommen.“ Statt 30 Minuten brauche sie nun mindestens eine Stunde nach Wilmersdorf. 

Verständnis für die streikende GDL bringt kaum jemand mehr auf. „Seien wir doch mal ehrlich. Jeder bekommt eigentlich chronisch zu wenig Geld. Gerade in den sozialen Berufen. Und man fragt sich, ob so ein Streik wirklich auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen werden muss, wenn er diejenigen, die es treffen soll, doch überhaupt nicht berührt. Die fahren Limousine oder setzen sich ins Flugzeug“, ärgert sich besagte QIEZ-Mitarbeiterin, die morgens zwar mit dem Auto zur Arbeit fahren könnte – aber auch das ist zur Zeit kein echter Trost. Auf unsere Frage, wie es denn mit dem Autofahren aussähe, bekommen wir als Antwort überall nur Kopfschütteln zurück. Eine Fahrt durch die Innenstadt dauere im Moment doppelt solange, wie vor dem Streik, „trotzdem ich auf Schleichwege ausweiche“, erzählt uns eine Kollegin aus der BFB-Redaktion. Aber das machen im Moment wahrscheinlich alle.

Selbst die aus U1 und U2 neu gemixte U-Bahnlinie U12 zwischen Warschauer Straße und Ruhleben ist in diesen Streiktagen zwar scheinbar länger als sonst, aber dennoch deutlich voller. Selbst wer bereits in Kreuzberg einsteigt, hat kaum eine Chance auf einen Sitzplatz und dann wird es schnell richtig kuschelig.

Einstimmiges Fazit: Ein Ende des Streiks wird allerseits herbeigesehnt!

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