Private Fotosammlung der Ex-Vogue-Chefin

Carla Sozzani: „Diese Fotografien waren 38 Jahre in meinem Büro“

Carla Sozzani: „Diese Fotografien waren 38 Jahre in meinem Büro“
Die italienische Galeristin und Sammlerin Carla Sozzani in der Berliner Ausstellung ihrer Fotoschätze aus 50 Jahren.
Das Museum für Fotografie widmet sich gerne einzelnen Fotografen bei einer Ausstellung – dieses Mal wartet eine Art Schatzkiste auf dich, denn die Ex-Chefin der italienischen Vogue und Elle gewährt einen Blick auf ihre riesige private Sammlung, darunter Fotografien von Helmut Newton, Sarah Moon, Peter Lindbergh oder William Klein.

„Es ist keine Sammlung, es sind Erinnerungen“, stellt die Galeristin Carla Sozzani zur Eröffnung der Ausstellung Between Art & Fashion klar. Über eine Zeitspanne von 50 Jahren hat die Gründerin des Mailänder Concept Stores 10 Corso Como knapp 1000 Werke zusammengetragen, darunter Stillleben des Surrealisten Man Ray sowie Werke von stilprägenden Modefotografen wie Helmut Newton und Sarah Moon, die sie für die Vogue und Elle buchte, als Sozzani diese Ende der 80er leitete. Viele der Fotografien landeten in ihrem Büro und füllten die Wände bis zur Decke. Man kann sich gut vorstellen, wie der ein oder andere Gast viel länger blieb, um die Schätze an der Wand zu bestaunen.

Nun sind 230 Werke nach Berlin gewandert und werden hier noch fast bis Ende des Jahres verweilen. Die Auswahl war ziemlich schwierig, erzählt Fabrice Hergott, der Direktor des Musée d‘art moderne de la ville de paris: „Die Qualität der Bilder ist so hoch, man kann kaum bestimmen, ob es sich um Modefotografie handelt oder nicht.“ Der Name der Schau Between Art & Fashion füllt also nicht nur thematisch Zwischenräume, sondern auch die Machart sorgt dafür, dass eine Einordnung schwer wird.

Man kann auch sagen, hier kommt zusammen, was vielleicht nicht so zusammengehört. Ein Bild zeigt Marylin Monroes Gesicht, dass mit dem von Mao Zedong zusammen gemorpht wurde. Es ist ein Werk von Philippe Halsmann und Salvador Dali (1952) und es hängt ganz in der Nähe der sinnlichen Nacktbilder des Pariser Fotografen Jean Clemmer (1969), der vor allem den weiblichen Po in Szene setzte. Grund für den teilweise wilden Mix ist die alphabetische Hängung, wodurch ein Geflecht aus unterschiedlichen Zeiten, Stilen, Genres und Themen entsteht, dass das Auge immer wieder fordert.

Nichts ist wirklich ähnlich oder gleichförmig, wenn man sich von Wand zu Wand bewegt. So widmet sich der US-amerikanische Modefotograf Steven Meisel bekannten Gesichtern wie dem von Regisseurin Sofia Coppola, während der französische Fotojournalist Gilles Caron die Straßenschlachten während des Nordirlandkonflikts festhielt. Besucher bekommen also von der Mode, der Musik bis hin zum Leben auf der Straße und der Raumfahrt viel zu sehen. Das regt an, sich dann doch über Gemeinsamkeiten Gedanken zu machen, wie die Darstellung des weiblichen Körpers als Landschaft durch ungewohnte Perspektiven oder wie in den 90ern der Glimmstängel in der Hand zur Pose für Stärke und Rock’n’Roll-Attitüde wird, selbst ohne Zigarette.

Gegenüber von Between Art & Fashion sind zu Ehren des 95. Geburtstages von June Newton (Helmut Newtons Frau) 30 Portraits zu sehen, die teilweise noch nie der Öffentlichkeit zugänglich waren. Darunter Aufnahmen von Wim Wenders und Gianni Versace.

Die Ausstellung Between Art & Fashion läuft noch bis 18. November 2018.

Museum für Fotografie / Helmut Newton Stiftung, Jebensstraße 2, 10623 Berlin

Telefon 030 266424242

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Dienstag, Mittwoch und Freitag und Samstag und Sonntag von 11:00 bis 19:00 Uhr, Donnerstag von 11:00 bis 20:00 Uhr

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