Ausstellung im Schloss Britz

Auf den Spuren Leonardo da Vincis

Modelle des sagenumwobenen Renaissance-Künstlers Leonardo da Vinci.
Modelle des sagenumwobenen Renaissance-Künstlers Leonardo da Vinci. Zur Foto-Galerie
Die Wanderausstellung "Leonardo da Vinci – Erfinder und Wissenschaftler" kommt nach ihrer erstmaligen Eröffnung vor fast zwölf Jahren erneut nach Berlin. Vom 17. Februar bis zum 16. Juni 2013 können Besucher im Schloss Britz den kreativen Gedanken des Universalgenies interaktiv an nachgebauten Modellen des Künstlers und speziell für die Schau konzipierten Computern folgen.

Ob ausgefeilte Kriegsmaschinerie, Zeitmessgeräte, modern anmutende Brücken oder Flugapparate, unter denen sich der Vorläufer des heutigen Helikopters befindet – der Erfinder und Wissenschaftler Leonardo da Vinci (1452 bis 1519) war seiner Zeit weit voraus. Die Wanderausstellung um die außergewöhnliche Renaissance-Persönlichkeit ist nach ihrer letzten Station in Thessaloniki ab dem 17. Februar im Britzer Schloss zu sehen.

„Viele der Erfindungen Leonardos haben nie ihre Gültigkeit verloren“, erklärt Dr. Otto Letze vom Institut für Kulturaustausch in Tübingen, der Leihgeber der Ausstellung ist. Gemeinsam mit Sonja Kramer, der Geschäftsführerin des Schlosses, hat er eine Schau mit 18 Modellen, die nach da Vincis Zeichnungen angefertigt wurden, zusammengestellt. Hinzu kommen über 100 Faksimiles, also originalgetreue Kopien der Skizzen und Notizen des Gelehrten, der Wissenschaft, Natur und Kunst so gekonnt miteinander verband.

Leonardo – topmodern!

„In seinem ganzheitlichen Denken war Leonardo topmodern. Er wusste, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Entwicklungen immer in Verbindung mit der Natur zu sehen. Hätten sich Wissenschaftler in den folgenden Jahrhunderten daran gehalten, hätten wir vielleicht nicht einen solchen Raubbau erlebt“, gibt Dr. Letze zu Bedenken.

Die große Bedeutung von da Vincis Werk, den der Kurator wie einen alten Freund stets beim Vornamen nennt, liegt für Letze in der Simplizität seiner Erfindungen. „Die Einfachheit ist der Schlüssel zu der Faszination, die Leonardos Werke ausüben“, findet er. Als herausragendes Attribut da Vincis sieht Letze vor allem dessen schöpferische Leistung als Dokumentarist: „Es ist erstaunlich, wie detailgetreu beispielsweise seine anatomischen Zeichnungen sind. Natürlich sind sie nicht alle vollkommen korrekt, aber für einen Menschen seiner Zeit, der keinerlei Röntgengeräte oder ähnliches zur Verfügung hatte, stimmen sie schon sehr genau.“

In jedem Ausstellungsraum ergänzen interaktive Computer die anatomischen Zeichnungen, technischen Skizzen und nachgebauten Modelle des Künstlers. Die Sprache der mit Touchscreens ausgestatteten Maschinen befindet sich auf Abiturniveau. Spielerisch kann mit ihrer Hilfe ausgetestet werden, wie man beispielsweise Brücken so konstruiert, dass sie nicht in sich zusammenfallen.

Wissenschaft zum Erleben

Knapp ein Dutzend Mitarbeiter des Instituts für Kulturaustausch und des Britzer Schlosses haben in wochenlanger Vorarbeit geplant, gebaut und getüftelt, um eine Ausstellung auf die Beine zu stellen, die nicht nur zum Anschauen, sondern zum Erleben ist. „Als zwei LKW-Ladungen hier angerückt kamen, war ich erst etwas erschrocken, aber dann hat ja doch alles gut geklappt!“, sagt Geschäftsführerin Sonja Kramer.

Der Aufwand hat sich gelohnt: Beim Eintauchen in die Schau bekommt der Besucher das Gefühl, den scharfen Beobachtungen und genialen Gedanken Leonardo da Vincis direkt auf der Spur zu sein. Die Welt der Renaissance rückt in greifbare Nähe und lässt einen trotz zahlreicher Zeitmessgeräte für einige Stunden vergessen, in welchem Jahrhundert man sich befindet.

Die Ausstellung hat Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7, ermäßigt 5 Euro. Kinder bis 12 Jahre haben kostenlosen Zutritt.   

 

Weitere Ausstellungen in Berlin:


Foto Galerie

Restaurant & Hotel Schloss Britz, Alt-Britz 73, 12359 Berlin

Telefon 030 60975039
Fax 030 68312345

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Mittwoch bis Samstag von 11:30 bis 22:00 Uhr
Sonntag von 11:30 bis 20:00 Uhr

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