Neue Must-See-Ausstellung

UN-DERSTAND: Was macht Urban Art im Museum?

UN-DERSTAND: Was macht Urban Art im Museum?
Urban Nation erinnert an frühere Zusammenarbeiten und zeigt ganz neue Street-Art-Werke.
Street-Art gehört auf die Straße? Wozu also ein Museum? Auch ein Jahr nach der Eröffnung des Urban Nation Museums reißen diese Fragen nicht ab. Die neue Ausstellung gibt Antworten!

Wer immer noch meint, ein Museum widerspreche dem freiheitlichen Gedanken von Street-Art, der ist herzlich willkommen, sich im Urban Nation Museum for Contemporary Art eines Besseren belehren zu lassen. Und wer glaubt, dass es den Betreibern nur um die Kommerzialisierung der Urban Art gehe, dem sei die neue Ausstellung erst recht empfohlen. „Un-derstand. The Power of Art as a Social Architect“ – schon der Titel der Ausstellung liefert Erklärungen. Kunst ist Teil der Gesellschaft, Street-Art ein Stück Kiezkultur. Yasha Young, die engagierte Kuratorin, Gründerin der Urban Nation und der geniale Kopf hinter den meisten Ideen des jungen Museums, will nicht nur darüber aufklären, was Street Art ist und was sie bewirken kann: Ihre Vision umfasst den ständigen Austausch von Künstlern und den Menschen in der Stadt. Mit der zweiten Ausstellung des  einzigartigen Museums erzählt sie die Geschichte der Urban Nation von 2013 bis heute, räumt mit Vorurteilen auf und holt Residenz-Künstler ins Haus.

Kunst für den Kiez

Vor allem der Nollendorfkiez ist sehr viel bunter geworden, seit Urban Nation in der Stadt ist. Zunächst gab es hier nur das Projekt M – für Yasha Young ein wichtiger Schritt nach ihrer erfolgreichen, internationalen Karriere als Galeristin und Kuratorin wieder in direkten Kontakt mit den Künstlern zu treten. Das damals fast ruinöse Haus in der Bülowstraße, der heutige Sitz des Museums, bot elf Fenster zur freien Gestaltung. Und schon bei der ersten Fensterschau brachte Urban Nation die unterschiedlichsten Künstler hier unter einem Dach zusammen: mit dabei unter anderem ELLE, Raemann und SIT. Wenig später kam das Projekt One Wall hinzu. Die Wände für die kuratierte Urban Art stellt die Gewobag zur Verfügung. Die Künstler, die sich hier verewigen dürfen, müssen sich im Gegenzug mit dem jeweiligen Kiez, seinen Bewohnern, Themen und Problemen auseinandersetzen. Das Museum, das es nicht geben darf (eigener Slogan), ist also nur die konsequente Fortsetzung dieser fruchtbaren Zusammenarbeit aller Bereiche, um internationale Größen und Newcomer der Street-Art-Szene in Berlin zu unterstützen.

 

Das Wohnzimmer in der temporären Residenz von Herakut.

Das Wohnzimmer in der temporären Residenz von Herakut.

Elf Künstlerresidenzen

Die Urban Art gehört nach Meinung der Urban Nation in die Stadt, sie ist Teil der Stadt und eine Bereicherung für die Bewohner und Gäste aus aller Welt. Deshalb wird natürlich auch diese Ausstellung für alle freien Eintritt bereithalten. Ab sofort wird dieser besondere Ort, der den Künstlern Sicherheit gibt, der ihnen hilft, ein Netzwerk aufzubauen, in den Austausch mit anderen Künstlern zu treten, auch Residenzen zur Verfügung stellen. Elf Appartments hat die Stiftung Berliner Leben der Gewobag für Künstler aus Berlin und der weiten Welt eingerichtet. Hier dürfen die Auserwählten drei bis sechs Monate wohnen. Das Stipendium beinhaltet außerdem eine monatliche Zahlung von 900 Euro. So können sich die Künstler wirklich auf ihre Arbeit konzentrieren, die Existenz- und Alltagssorgen sind für einen Moment aufgehoben. Die Glücklichen der ersten Runde sind Ludo, Dot Dot Dot, Louis Masai, Mia Florentine Weiss, Herakut und andere spannende Künstler.

Künstler engagieren sich

Eine Auflage müssen diese Artists in Residence auf jeden Fall erfüllen: Sie sollen die Ursprungsidee der Urban Nation umsetzen und direkt etwas an den Kiez zurückgeben. Sozial Einbringen können sie sich durch Workshops, Vorträge oder auch Schulprojekte. Und ja, die Urban Nation hilft Künstlern auch, wenn sie ihre Kunst vermarkten wollen. Das Geld fließt nicht ins Museum, sondern in die (meist) leeren Taschen der Street-Artists.

 

Model der Urban Nation von außen.

Die Ausstellung erklärt auch, wie Urban Art entsteht inklusive Farbdosenschau und Pinselpräsentation.

Residenzen besichtigen

In der Residenz gibt es sogar eine Art Galerie-Übungsraum. Denn Werke für Ausstellungen zusammenzustellen ist nicht einfach, neue Flächen in der Stadt zu finden auch nicht. Bei der Urban Nation sind Street-Artists in guten Händen. Und du? Lass dich einfach auf die Kunst ein und falls doch noch eine Frage offen bleibt, trau dich ruhig, sie den Künstlern persönlich zu stellen. Denn auch die Residenzen werden (nach Voranmeldung) öffentlich zugänglich sein.

Die Vernissage von „UN-DERSTAND. THE POWER OF ART AS A SOCIAL ARCHITECT“ findet am 27. September 2018 ab 20 Uhr statt. Die Besichtigungen der Residenzen sind auch am 28., 29. und 30. September nach Voranmeldung zu verschiedenen Zeiten möglich.

Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art, Bülowstraße 7, 10783 Berlin
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