Ausstellung in der Galerie nGbK

Tiere sind auch nur Menschen

Tiere sind auch nur Menschen
Kroot Juurak und Alex Bailey: "Performances for Pets", seit 2014. Zur Foto-Galerie
SO 36 – Die Ausstellung "Animal Lovers" verhandelt das widersprüchliche Verhältnis zwischen Menschen und Tieren – und tritt dabei für die Rechte von Letzteren ein. Zu sehen gibt es etwa Schweine, Kühe und Hundewelpen, die ganz menschliche Bedürfnisse haben.

Einfach mal faul auf dem Sofa liegen, einen kleinen Einkaufsbummel machen oder an einer Brust saugen – diese angenehmen Tätigkeiten sollten nicht den Menschen vorbehalten bleiben. Deshalb sieht man in der aktuellen Ausstellung der Galerie nGbK Tiere das Gleiche tun. Dahinter steckt der dezidiert politische Gedanke, dass Tiere sich emanzipieren und von uns Menschen als gleichberechtigte Gegenüber anerkannt werden sollten. Rund 15 Künstler und Künstlergruppen haben für Animal Lovers Arbeiten beigesteuert.

Als Inspiration und Ausgangspunkt vieler Werke dient dabei der Widerspruch, dass manche Tiere vermenschlicht und verhätschelt werden, während andere ihr Dasein in übervollen Ställen oder Legebatterien fristen müssen. Diese Ausstellung zeigt, dass es zumindest in der Kunst anders und andersherum geht. Bei den Performances for Pets von Kroot Juurak und Alex Bailey, die in einem Video zu sehen sind, führen Menschen Tieren etwas vor. Haustierbesitzer können sich obendrein bei den Künstlern melden und sie für einen Besuch bei den eigenen Lieblingen buchen.

Die Schweine sind in Ordnung

Hartmut Kiewert überzeugt schon mit dem Titel seines Bildes: The Pigs are Alright. Schweine, Kühe und Menschen sind darauf einträchtig vor einem typischen Einkaufszentrum zu sehen. Ein paar Schritte weiter liegt eine Kuh auf einem Diwan-ähnlichen Sofa. Die Schwarz-Weiß-Bilder von Tauben gleich am Anfang der Ausstellung beziehen ihre Aussage aus der Friedlichkeit und Gelassenheit, die sie ausstrahlen. Sie konterkarieren damit die vorherrschende Dämonisierung der Vögel in Städten.

Hartmut Kiewert: "Bank", 2015. ©Hartmut Kiewert

Die ausgestellten Werke werden durch Features und Hörspiele ergänzt, die sich Besucher in einem der Räume anhören können. Auch Performances wird es geben. Zwei Videoinstallationen in den hinteren Räumen schließen die sehenswerte Schau ab. Die eine kommt rätselhaft daher: Animierte Bienen bevölkern die Statue eines Menschen. Die andere ist ganz nah an der verrückten Realität des Internet: Zu sehen ist eine Collage von Webcam-Filmen, in denen überwiegend junge Frauen ihre Katzen und Hunde vorstellen und sie in jeder Hinsicht verwöhnen. Ob sie sich im Supermarkt genauso tierlieb verhalten?

Die Ausstellung „Animal Lovers“ in der Galerie nGbK läuft noch bis zum 27. November und ist täglich von 12 bis 19 Uhr, Mittwoch bis Freitag bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei! Weitere Informationen bekommst du auf der Webseite der Galerie.

Hörner/Antlfinger: "KRAMFORS", 2012. ©Hörner/Antlfinger

Foto Galerie

NGBK - Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V., Oranienstraße 25, 10999 Berlin

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Fax 030 61651377

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Täglich von 12:00 bis 19:00 Uhr | Mittwoch bis Freitag bis 20:00 Uhr

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