Remake Festival

Hauchdünne Zukunft

Remake. Der Name ist Programm beim Festival. Do It Yourself, Upcycling, Konsumalternativen sind der gestalterische Rahmen der künstlerischen Formationen.
Remake. Der Name ist Programm beim Festival. Do It Yourself, Upcycling, Konsumalternativen sind der gestalterische Rahmen der künstlerischen Formationen.
Schönhauser Allee - Reset, Rethink, Recreate. Das Proverb deutet die Nachhaltigkeit bereits an, der ökologisch-künstlerische Gedanke zeichnet sich auch im Titel des Remake Festivals Berlin ab. Fünf Tage lang fantasieren, diskutieren und moralisieren Künstler, Aktivisten und Architekten in der Platoon Kunsthalle für alternative Lebens- und Wohnkonzepte.

Wie kann unser Wohnraum aussehen und welche Materialien würden auf ihn verwandt? Aus Plastik? Ja, welche Alternativen gibt es zu starren Konsum-, Wohn- und Verwertungskonzepten? Kurz: Wie wollen wir leben und was bietet die Zukunft? Auf dem Remake Festival stellen sich knapp 200 internationale Akteure solchen Fragen kritisch und künstlerisch. Bis zum 15. September werden alternative Lebensräume in Blasen, Hacktivismus-Kampagnen, Upcycling-Projekten vorgestellt und weitergedacht. Es ist die Platoon Kunsthalle, die seit gestern die Ausstellungen, Präsentationen und Performances der DIY-Künstler beherbergt, deren Öko-Trends unter dem Begriff „Biotektur“ zusammengefasst werden können.

Die künstlerische und nachhaltige Suche nach effizienten Lösungen

DIY – Do It Yourself – das ist Markenzeichen und Zukunftvision der Kunstschaffenden. In Workshops werden die drei Phasen der selbstbestimmten Wirklichkeitsgestaltung erarbeitet: Reset, Rethink, Recreate, heißt es beim Remake Festival. Zuerst muss ein Innehalten erfolgen, ein Bewusstwerden über die ökologischen, ethischen und damit auch sozialen Missstände materieller Kultur, daraufhin entstehen Alternativkonzepte. Wie zum  Beispiel die pneumatische Wohnraumblase der Künstlergruppe Plastique Fantastique. Die Idee, eine Art transparenten PVC-Heißluftballon zu bauen, der mit Druckluft schnell aufblasbar und damit äußerst mobil ist, kam aus der Not heraus. Denn es war die effizienteste und stylischste Lösung, eine große Halle lounge-artig zu gestalten und kostengünstig zu wärmen.

Die Plastikblase steht momentan zwischen den parkenden Autos hinter der Kunsthalle. Hinter der 0,3 Millimeter dicken Schicht werden während dem Festival Konferenzen und Veranstaltungen abgehalten. Hauchdünn scheint hier die Hoffnung einer nachhaltigen Zukunft durch.

Remake Festival, 11. bis 15. September, Tagestickets kosten 10 Euro. Weitere Infos finden Sie hier.

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Platoon Kunsthalle, Schönhauser Allee 9, 10119 Berlin

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