Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Berliner Babykonzert: Klassik für Groß und Klein

Berliner Babykonzert: Klassik für Groß und Klein
Beim Berliner Babykonzert können sich Eltern und Kinder bei klassischer Musik entspannen.
Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und mehr. Diesmal genießt sie mit ihrer Freundin ein Babykonzert in Neukölln.

Lustige Katzenvideos und spielende Elefantenbabys im Zoo waren gestern. Wer heute eine kräftige Überdosis Zucker braucht, kauft sich und seiner kleinen Familie ein Ticket für ein Berliner Babykonzert. Für junge Eltern ist es oft schwer die Freizeit zu gestalten, weil das Baby eben plötzlich im Mittelpunkt steht. Warum also nicht eins mit dem anderen verbinden?

Als ich ein kleines Plakat an einer Ampel in Friedenau entdecke, rufe ich sofort meine Freundin Madelaine an – seit einem halben Jahr Mama einer bezaubernden kleinen Prinzessin. Sie hat sofort Lust auf das Konzert zu gehen, obwohl wir uns darunter beide nicht viel vorstellen können. Wir wissen nur: es gibt Klassik, es ist an einem Nachmittag und man soll sein Baby mitbringen.

Vor der Friedrich Bergius Grundschule am Perelsplatz treffen wir uns. Wir, das sind meine Freundin, ihr Mann, das Baby und ich. Das Konzert ist komplett ausverkauft und dabei sind die Karten nicht wirklich günstig. Erwachsene zahlen 17 Euro pro Person, die Kleinen dafür nichts. Eine lange Schlange voller Eltern wartet mit Kinderwagen und schlafenden Babys im Wickeltuch um den Bauch. Manche Kinder können schon an der Hand mitgehen – bis zu zwei Jahre alt dürfen die kleinen Gäste hier sein.

Klassik für die Kleinsten

Der Blick in den lichtdurchfluteten, großen Vorraum ist unglaublich niedlich. Etwa 50 Eltern sitzen auf dem Boden auf großen Decken, auf denen Babykekse, Spielsachen und Fläschchen verteilt sind. Und überall krabbeln die süßesten Babys herum. Es ist verhältnismäßig still – nur zwischendurch weinen ein oder zwei Kinder – ansonsten herrscht hier eine wunderschöne, ruhige und fast besinnliche Stimmung. Eltern reden nicht miteinander, sie flüstern. Es gibt eine kurze Ansprache. Wir möchten bitte nicht klatschen nach der Musik, sondern winken. Das Klatschen wäre natürlich für die Babys zu laut.

Auf einer Bühne steht ein sehr kleines Orchester. Ein Flügel und eine Gitarre. Dass Kinder auf Klassik stehen, habe ich schon gehört. Hier ist der lebende Beweis. Einige Kinder sind eingeschlafen, einige krabbeln herum. Ich liege auf unserer Decke auf dem Bauch neben meiner Minifreundin, zwischendurch merke ich, wie eins der Kinder über meine Beine klettert, um zu einem Spielzeug zu gelangen, das ihm gut gefällt. Die Eltern wirken extrem entspannt. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Ich hätte viel Lärm erwartet. Eins der Babys watschelt auf mich zu und steckt mir einen Keks ins Gesicht. Ich bedanke mich artig.

Debussy zum Träumen  

Die Musik ist wunderschön. Ich liebe Debussy! Mir fallen langsam aber sicher die Augen zu, ich fange an zu träumen. Nach 45 Minuten ist alles vorbei. Genau die richtige Zeit um zu gehen, die ersten Kinder haben schon keine Lust mehr. Aber ich schon! Das nächste Berliner Babykonzert findet am 8. Oktober im Jugendstilsaal des Heimathafens in Neukölln statt. Wickelmöglichkeiten, Windeln und Feuchttücher sind vorhanden. Zuckerschock garantiert!

Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin

Heimathafen Neukölln

Der Heimathafen ist ein toller Ort für Theater und Konzerte in Neukölln

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