Freiheit für Maxi und Schnute

Proteste gegen Bärenzwinger

Proteste gegen die Bärenhaltung im Köllnischen Park vor dem Rathaus Mitte.
Proteste gegen die Bärenhaltung im Köllnischen Park vor dem Rathaus Mitte. Zur Foto-Galerie
Seit dem 17. Oktober setzt sich ein eigens gegründetes Bündnis für die Befreiung der Bären Schnute und Maxi aus dem Bärenzwinger im Köllnischen Park ein. Mit einer Protestkundgebung am 15. November vor dem Rathaus Mitte haben die Unterstützer der Aktion auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Als neue Heimat für die Bären ist unter anderem der südlich von Berlin gelegene Wildpark Johannismühle im Gespräch.

Viel zu hohe Kosten, ein deutlich zu kleines Gehege und daraus resultierende Verhaltensstörungen – das sind die vordringlichsten Einwände, die Tierschützer gegen die Bärenhaltung im Köllnischen Park vorbringen. „Pro Jahr werden 90.000 Euro allein für die Bespaßung einiger weniger „Tierfreunde“ ausgegeben – ohne dass auf die Bedürfnisse der Bären auch nur im mindesten eingegangen wird“, so Stafan Klippstein, Pressesprecher des Berliner Bärenbündnisses.

Vor zwei Monaten haben sich verschiedene Organisationen – unter anderem die Vereine Aktion Tier und Animal Public, das Deutsche Tierschutzbüro und die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt – zum Bündnis „Freiheit für Schnute und Maxi“ zusammengeschlossen. Bereits seit Jahren setzen sich die Tierschützer für eine Schließung des Bärengeheges ein. „Initialzündung für die Gründung einer eigenen Initiative war die Verrentung der zuständigen Tierpflegerin“, so Klippstein. „Spätestens jetzt ist die Gelegenheit gekommen, die kostenintensive und nicht artgerechte Haltung im Bärenzwinger zu beenden.“

Finanzielle Absicherung der Bären-Zukunft

Bär im Köllnischen Park

Für die Zukunft der Bären sei bereits gesorgt: „Zwei Wildparks in Brandenburg haben angeboten die Tiere bei sich aufzunehmen. Vor allem der Wildpark Johannismühle kommt als neue ‚Bärenheimat‘ in Betracht. Hier könnte Maxi und Schnute endlich ausreichend Platz und ein angemessenes Lebensumfeld zur Verfügung gestellt werden“, betont Klippstein. Auch alle weiteren Kosten, wie etwa die notwendige Narkose, der Transport und die künftigen Unterhaltskosten für die Bären, würden von den Tierschutzorganisationen getragen. „Nun liegt es am Bezirk, den Tieren endlich ein besseres Leben zu ermöglichen.“

Grüne und Piraten seien ohnehin schon lange auf der Seite der Tierschützer und auch viele Politiker aus den anderen Parteien sprächen sich für eine Schließung des Bärenzwingers in Mitte aus. „Allein Stadtrat Spallek hält noch immer an dem Gehege fest. Er verweist auf das geltende Tierschutzgesetz und möchte erst nach dessen voraussichtlicher Novellierung im kommenden Jahr eine Verlegung der Bären in Betracht ziehen“, berichtet Klippstein.

Entscheidung bereits Ende November?

Der Bärenzwinger im Köllnischen Park

So lange wollen die Tierschützer nicht warten. Sie fordern, dass bereits am 22. November, wenn in der Bezirksverordnetenversammlung über die Anstellung eines neuen Tierpflegers entschieden wird, die Entscheidung für das Aus des Bärenzwingers fällt. Mit einer Protestaktion am 15. November vor dem Rathaus Mitte verliehen die Unterstützer diesem Wunsch Ausdruck.

Für alle, die partout nicht auf das „Ausflugsziel Bärenzwinger“ verzichten möchten, hat Klippstein einen Vorschlag: „Wir sprechen uns dafür aus, in der historischen Anlage ein Bärenmuseum mit Kunstwerken und Informationsmaterial rund um das Berliner Wappentier einzurichten.“ Dass es möglich sei, den Tierschutz auch in den Bezirken voranzutreiben, beweise der Bezirk Charlottenbug-Wilmersdorf mit seinen Plänen zur Schließung des Wildparks in der Jungfernheide.

 

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Proteste gegen Bärenzwinger, Rungestraße 4, 10179 Berlin

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