Bahnhof Ostkreuz in Friedrichshain

Komplizierter Umbau

Komplizierter Umbau
Die vollverglaste Bahnhofshalle am neuen Verkehrsknotenpunkt Ostkreuz nimmt Gestalt an. Ein Ende der Bauarbeiten ist aber noch lange nicht in Sicht.

Jahrelang tat sich gar nichts – nun geht alles ziemlich schnell. Am Bahnhof Ostkreuz, dessen marode Anlagen nur noch vom Rost zusammengehalten worden waren, sind innerhalb weniger Monate alle neun Stahlträger für die neue Halle des Ringbahnsteigs montiert worden. Auch die Verglasung des 132 Meter langen Baus ist abgeschlossen. Über 450 Scheiben wurden eingesetzt; die größten sind rund vier Meter hoch. Ostern 2012 sollen die Fahrgäste in der neuen Halle in die Züge der Ringbahn steigen können.

Das Bauen geht dann – auch zum Leidwesen vieler Anwohner – allerdings weiter. An der unter der Ringbahn liegenden Ost-West-Verbindung müssen die Gleise so umgebaut werden, dass die Züge in Zukunft in jeder Richtung an einem gemeinsamen Richtungsbahnsteig halten. Die Fahrgäste wissen dann genau, wo es ins Zentrum geht und von welchem Bahnsteig die Züge stadtauswärts fahren. Derzeit halten die Züge von und nach Lichtenberg am Bahnsteig D, während die Züge aus und von Erkner am Bahnsteig E ankommen. Fahrgäste, die von der Ringbahn aus umsteigen wollen, dürfen jeweils raten, wo der nächste Zug in ihre gewünschte Richtung abfahren wird. Anzeigen gibt es – noch – nicht.

Perfekter Umsteigeknotenpunkt

Nach Abschluss der Arbeiten, voraussichtlich 2016, werden auch Regionalzüge am Ostkreuz halten, wodurch der Bahnhof zu einem perfekten Umsteigeknoten im Netz werden wird. Ob der Senat dann auch die Straßenbahn näher an den Bahnhof legt, wurde noch nicht entschieden. Sie soll an der Nordseite des Bahnhofs halten und über die Sonntagstraße zur bestehenden Strecke an der Wühlischstraße führen. Der Abschnitt auf der Boxhagener Straße würde dann aufgegeben.

Ohne Halt werden allerdings die S-Bahnen, die zwischen der Innenstadt und dem Flughafen in Schönefeld fahren, den Umsteigebahnhof passieren. An der Verbindungskurve der Ost-West-Strecke zur Ringbahn, die 2014 fertig sein soll, wird es keinen Bahnsteig mehr geben.

Der Umbau des Bahnhofs, der 2006 mit Abrissarbeiten begonnen hat und mit Kosten in Höhe von 411 Millionen Euro veranschlagt war, ist kompliziert, weil der Verkehr immer nur vorübergehend unterbrochen werden soll. Voraussichtlich bis Ende 2015 müssen von Dezember an in Ostkreuz die Fahrgäste der S3 von und nach Erkner umsteigen, weil die Züge wegen der Arbeiten an der Ost-West-Strecke dann nur noch zwischen Erkner und Ostkreuz fahren können.

Geradlinigkeit ist angesagt

Und auf der Ringbahn geht vom 30. März bis zum 10. April 2012 gar nichts mehr. Dann will die Bahn die 111 Signale und 45 Weichen zwischen Treptower Park und Schönhauser Allee an das neue Elektronische Stellwerk am Bahnhof Frankfurter Allee anschließen. Dazu muss der Betrieb unterbrochen werden, ehe die Züge anschließend in der neuen Halle halten können.

Lange hatte die Bahn übrigens gezögert, die Halle zu bauen. Die Konstruktion ist sehr teuer, weil die Gleise hier in einem Bogen liegen. Jede der neun Stahlstützen hat andere Maße. Die Träger wurden am Bahnsteigende vormontiert und dann an ihren Standort verschoben. Zudem ist der Bahnsteig extrem breit, bis zu 48 Meter, wodurch die Halle sehr groß wird. Dies ist erforderlich, um die Treppen zu den Ost-West-Bahnsteigen darunter geradlinig bauen zu können. Verwinkelte Anlagen, bei denen die Fahrgäste auf einem Podest die Richtung wechseln müssen, will die Bahn nicht mehr haben.

Die ursprünglich für den Regionalbahnhof vorgesehene Halle wird es nicht geben – es ist unklar wie viele Züge hier in Zukunft stoppen werden. Vorgesehen ist bisher stündlich ein Halt für Bahnen aus Eberswalde, die bis zum neuen Flughafen in Schönefeld fahren sollen. Mehr Verbindungen will der Senat nicht bestellen – und bezahlen. Das Land finanziert jetzt aber eine einfache Überdachung – von dem Geld, das es der S-Bahn abgezogen hat. So bezahlt die Bahn zumindest indirekt doch noch ein Dach.


Quelle: Der Tagesspiegel

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