Bakterien töten Vögel

Entensterben im Zoo

Entensterben im Zoo
Das sogenannte "Gründeln" kann für Enten im Berliner Zoo derzeit tödlich enden.
Gefährliches Bakterium in den Teichen des Zoologischen Gartens Berlin: Zahlreiche Enten sind in den vergangenen Tagen durch die giftigen Keime erkrankt und gestorben. Um den Verlust zu stoppen, werden die Gewässer nun besser belüftet. 2015 sollen sie dann komplett saniert werden.

Den Zoo-Besuchern wurde der traurige Anblick erspart. Gleich frühmorgens, bevor die Kassen öffneten, zogen Tierpfleger in den vergangenen Tagen Dutzende tote Stock- und Mandarinenten aus dem Wasser. Ort des unerfreulichen Einsatzes: die Teiche rund um das Restaurant des Zoologischen Gartens. In diesen künstlichen Gewässern hat sich in den vergangenen Wochen ein giftiges Bakterium stark vermehrt, das bei Wasservögeln Lähmungen verursacht und sie rasch dahinrafft.

Der wissenschaftliche Name des Bakteriums lautet „Clostridium botulinum, Typ C“. Es handelt sich um einen sogenannten anaeroben Keim, der sich besonders in einer sauerstoffarmen Umgebung entwickelt. Werden flache Teiche wie im Zoo schlecht belüftet oder zu wenig umgewälzt, so erwärmen sie sich zunehmend, der Sauerstoffgehalt nimmt ab – beste Voraussetzungen für Clostridium botulinum. Die Enten nehmen das Bakterium beim Gründeln auf, wenn sie abgestorbene Wasserpflanzen, Schnecken, Muscheln oder Insekten in den Schnabel bekommen.

Seerosen pflanzen

Beim Zoo ist man sich der offensichtlichen Versäumnisse bewusst. Die Pflege der Teiche sei vernachlässigt worden, sagt eine Sprecherin. Als Soforthilfe wurde der Wasseraustausch erhöht und zusätzlich Sauerstoff in die Teiche geblasen. 2015 will der neue Zoodirektor Andreas Knieriem die Gewässer „komplett sanieren“. Schlammschichten am Boden sollen entfernt werden, neue stärkere Pumpen stehen auf seiner Agenda sowie die „biologische Belebung“ der Teiche. Das heißt: Er will vor allem Seerosen pflanzen.

Typ C des anaeroben Bakteriums kann nur Tieren gefährlich werden. Andere Typen der gleichen Keimfamilie sind aber auch für den Menschen hochgiftig. Sie entwickeln sich unter Luftabschluss in schlecht sterilisierten Lebensmitteln wie Konserven. Man spricht in diesem Falle von Botulismus.


Quelle: Der Tagesspiegel

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