Berlin-Mitte

Kult-Bar Babette muss endgültig schließen

Kult-Bar Babette muss endgültig schließen
Verdrängung in Berlin: Wenn der Mietvertrag ausläuft, muss mit der Bar Babette ein weiterer Kulturort schließen.
Kultur ohne Happy End: Zum 1. Oktober muss die beliebte Bar Babette endgültig schließen. Der milliardenschwere Immobilieninvestor Berggruen will den Mietvertrag der Kult-Bar nicht verlängern und verdrängt damit einen der wenigen Szenetreffs in der Karl-Marx-Allee. Bis Ende des Jahres hat die Bar aber eine neue Bleibe gefunden.

Die Bar Babette in der Karl-Marx-Allee 36 ist nicht einfach nur eine Bar, sie ist ein Kunst-und Kultursalon: Ausstellungen moderner Künstler fanden statt, Musiker aller Genres traten auf und Schriftsteller fanden Raum für Buchvorstellungen und Lesungen. Die Bar ist ein öffentlicher Ort, der seine Türen für jede Art von Veranstaltung öffnet. Ein buntes Publikum aus den verschiedensten Bezirken fand hier regelmäßig zusammen.

Nach 14 Jahren ist nun Schluss! Die Immobilienfirma des Milliardärs Nicolas Berggruen will den im Oktober 2018 auslaufenden Mietvertrag mit der Bar Babette nicht verlängern. „Für uns ist das eine Katastrophe. Wir hätten die Bar gerne weiterbetrieben“, sagt uns Anne Zunftmeister, eine Mitarbeiterin der Bar Babette. Der im Stil der 1970er Jahre gehaltene Pavillon soll dem Café Moskau, das sich direkt neben der Bar befindet, zur Verfügung gestellt werden. Das Café war früher ein Treffpunkt im Kiez und gehört mittlerweile ebenfalls Berggruen. Er ließ die Räumlichkeiten komplett sanieren und bietet sie seither als multifunktionale Eventlocation an.

 

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„Kommentarlos wurde uns dieser Beschluss, der in Verhandlungen ohne unsere Anwesenheit gefasst wurde, mitgeteilt“, heißt es in der Pressemitteilung der Bar Babette. Zudem zeige das Unternehmen Berggruen Holdings keinerlei Gesprächsbereitschaft. Mit der Schließung der Bar verlieren nicht nur 18 Mitarbeiter ihre Arbeit, auch der Kiez muss sich von einem seiner wenigen Szenetreffpunkte verabschieden. „Für die Kiezkultur der Karl-Marx-Allee ist das eine Katastrophe, denn wirklich belebt ist die Straße noch nicht“, so Anne Zunftmeister.

Ärger mit Berggruen haben in Berlin viele: Der US-Unternehmer ist vor allem durch die Übernahme der Warenhauskette Karstadt bekannt geworden und gehört zu den größten Hausbesitzern in Berlin. In den letzten Jahren kaufte er Grundstücke in der ganzen Stadt, etwa das Kreuzberger Künstlerhaus Bethanien oder die Buchhandlung Kisch & Co. Zuletzt war bekannt geworden, dass der Finanzinvestor das Areal der Willner Brauerei verkaufte. Für die Künstler, die auf dem Gelände ihre Ateliers und Werkstätten eingerichtet haben, bedeutet der Eigentümerwechsel das Ende ihrer Arbeit vor Ort.

 

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Ein Beitrag geteilt von Sofi Lee-Henson (@sofagramz) am Sep 15, 2018 um 9:48 PDT

Trotz einer eingereichten Petition an die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, den Senator für Kultur Klaus Lederer und den Bezirksstadtrat Ephraim Gothe, in der die Betreiber der Babette für die Erhaltung ihrer Bar als kultureller Ort kämpften, wird es den Kult-Standort, so wie wir ihn kannten und schätzten, ab dem 1. Oktober 2018 nicht mehr geben. Immerhin gibt es aber einen kleinen Lichtblick: Im Café der Kindl-Brauerei, dem Zentrum für zeitgenössische Kunst in Neukölln, hat die beliebte Bar seit dem 8. September 2018 Asyl gefunden. Bis Ende des Jahres darf sie nun hier bleiben.

Bar Babette, Karl-Marx-Allee 36, 10178 Berlin

Telefon 0176 38388943

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Täglich ab 18:00 Uhr

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