Berliner Newcomer

Auf einen Drink mit… SIND

Auf einen Drink mit… SIND
Drummer Ludwig, Bassist Mathias, Sänger Arne, und die beiden Gitarristen Hannes und Max sind gemeinsam die Band SIND (v.l.n.r.).
Wir ziehen durch die Bars der Stadt und laden uns Berliner Newcomer als Trinkgäste ein. In Mitte treffen wir dieses Mal drei Mitglieder der Band SIND und sprechen über Partys, abgestandenen Gin und über ihr zweites Zuhause, die Kim Bar.

Zugegeben: Dass die Band SIND uns in die Kim Bar einladen würde, hat uns nicht wirklich überrascht. Auf ihrem Debütalbum Irgendwas mit Liebe setzt die Berliner Indie-Pop-Band dieser Bar mit dem Song „Danke Kim“ ein Denkmal: „Keiner kennt mich so gut wie du… Danke Kim, mit dir alles halb so schlimm“, heißt es darin und tatsächlich fungiert die kleine, von außen fast unscheinbare Bar in der Brunnenstraße als Wohn- und manchmal sogar als Schlafzimmer der Band. „Wir haben hier am 16. Januar 2014, das Datum ist uns im Kopf geblieben, unser erstes Konzert gespielt und überhaupt sehr viel Bandgeschichte erlebt“, erzählt Arne, Sänger der fünfköpfigen Band SIND. Sogar zum Brandfleck an der Decke haben die Jungs eine Story auf Lager. Die Wände sind dunkel, der Boden aus Beton, im Mittelpunkt steht der große Tresen und alles ist in rot-orangenes Licht gefasst. Das Interieur ist minimalistisch gehalten. Es ist 20 Uhr und obwohl die Kim Bar gerade erst ihre Türen geöffnet hat, sitzen Sänger Arne, Drummer Ludwig und Gitarrist Max bereits an einem der hinteren Tische und trinken Bier.

 

QIEZ: Wann habt ihr zuletzt zu tief ins Glas geschaut?

Arne: „Gemeinsam auf jeden Fall! Wahrscheinlich bei unserer Release-Show im Säälchen auf dem Holzmarkt. Da hatten wir definitiv mehr Spaß als alle anderen.“

Wenn ihr ein Cocktail wärt, welcher wäre das?

Ludwig: „Abgestandener Gin-Tonic aus der Dose? (lacht) Nein, ich würde sagen ein Sekt, denn der prickelt länger als man trinkt!“

Max: „Oder ein Appletini – schön flach wie unsere Witze.“

Das Datum ihres ersten Auftrittes kommt wie aus der Pistole geschossen: 16. Januar 2014 in der Kim Bar.

Freunde waren die fünf Mitglieder von SIND wohl schon immer. 2013 begannen sie dann auch gemeinsam Musik zu machen, erste Songs wurden aufgenommen. Dass der Bandname SIND über Google kaum zu finden ist, interessierte die Jungs damals nicht. Sie wollten und wollen einfach als Band eine geile Zeit haben und gemeinsam auf Festivals fahren, ohne zahlen zu müssen.

Vor allem auf dem Holzmarkt verbringen die Jungs bis heute viel Zeit zusammen, wo sie proben, arbeiten und feiern – eine perfekte Symbiose. So entstand 2016 ihre erste EP und der Song Deine Magie, mit dem sie zum ersten Mal größere Aufmerksamkeit auf sich lenken konnten: Das Lied lief deutschlandweit im Radio, es folgten die ersten Konzert- und Festivalanfragen, SIND entwickelten sich zu einer der interessantesten Newcomer Bands.  

Keine Tattoos für SIND

Alle fünf sind echte Berliner, auch wenn das gar nicht so wichtig ist. Arne erklärt: „Für mich ist es schwer die Stadt zu beschreiben, weil ich aus Berlin komme und deshalb nicht die Metaebene habe. Berlin ist meine Heimat, hier bin ich aufgewachsen. Ich halte mich aber zurück, wenn es um diesen Berlin-Hype geht.“ Ganz Berlin untypisch ist übrigens keiner der Band-Mitglieder tätowiert. „Wir hatten mal vor uns alle tätowieren zu lassen, aber dann hatte der Tätowierer keinen Termin mehr frei“, erinnert sich Arne und schmunzelt. Ohne die Stadt geht es aber dennoch nicht: „Ich habe mal eine Zeit lang in Hamburg gewohnt“, sagt Ludwig. „Aber Berlin hat mir gefehlt. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Art und Weise, wie man sich hier bewegt, ist einfach eine ganz andere.“

Dennoch brauchten SIND für das Debütalbum eine Auszeit von der Heimat. Sie machten sich auf nach Wien, wo sie gemeinsam mit Zebo Adam, der Mann, der für den Erfolg von österreichischen Bands wie Bilderbuch oder Francis International Airport verantwortlich ist, Irgendwas mit Liebe aufnehmen. Thematisch geht es auf der Platte vor allem um Liebe, Sehnsucht, Freundschaft, die großen und die kleinen Kämpfe. Und auch die erste Single Alpina Weiß führt wunderbar die Probleme der digitalen Liebe vor Augen, weshalb das dazugehörige Video unbedingt auf dem Handy angesehen werden sollte. Aber Achtung, Ohrwurmpotential!

 

Wie würdet ihr jemanden in einer Bar ansprechen?

Ludwig: „Ich bin der Vernünftige und Bedachte unter uns. Ich lasse immer erst die anderen Jungs gewähren.“

Arne: „Quatsch, Ludwig ist der Zauberer. Zaubertricks und dazu dann noch lustige Sprüche, das zieht bei ihm immer. Und Max hat zwar keine Strategie, aber auch keine Hemmschwelle.“

Max: „Wenn ich einen Strauß Rosen kaufe, beiße ich vielleicht einfach den Kopf ab und verschenke nur den Stiel.“

 

Verratet uns doch noch ein Geheimnis über euch.

Ludwig: „Wir sind mal als Background-Band für Dagobert eingesprungen. Der technische Aufwand war zu groß für eine richtige Band. Und dann haben wir gesagt, gut dann machen wir als SIND seine Background-Band. Was keiner wusste: Dagobert hat zwar richtig gesungen, wir haben aber nur Playback gespielt. Unser Ziel war, dass mindestens eine Person glaubt, dass das Konzert live war.“

Max: „Hinzukam, dass ich mir am Abend zuvor, meine Hand verletzt hatte, weil ich nach der KIZ-Aftershow Party betrunken aus dem Taxi gefallen bin. Während des Konzertes ist dann der Verband abgegangen und alles war voller Blut. Wir haben uns innerlich totgelacht, weil es natürlich so aussah, als würde ich mir gerade die Finger blutig spielen.“

Garantiert live und hoffentlich auch ohne Blut gehen SIND im Herbst auf ihre erste eigene Tour und sind im Oktober natürlich auch live in ihrer Heimat Berlin zu sehen. Vorab sind die Jungs mit ihrer wilden Live-Show aber auch auf einigen Festivals vertreten.
Hier bekommst du Karten

Kim Bar, Brunnenstraße 10, 10119 Berlin

Mobil 0176 22800770

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Dienstag bis Samstag ab 20:00 Uhr

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