Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Die neue Weinbar über Berlin

Die neue Weinbar über Berlin
Ein wenig erinnert die Erben Rooftop Bar an den Klunkerkranich in der Karl-Marx-Straße. Zur Foto-Galerie
Weserkiez - Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und mehr. Diesmal geht es zu einer Pop-up Rooftop Weinbar in Nord-Neukölln.

Wer in diesem Sommer in Berlin bleibt – entweder, weil der Jahresurlaub schon aufgebraucht ist oder das Geld nicht reicht – hat Glück. Keine Stadt ist so wild, so lebendig, so vielfältig. Wenn das Wetter mitspielt, empfehle ich die Erben-Rooftop Bar in Neukölln. Das Ganze ist eine „Pop-up Location“. Das heißt, diese Bar wird es nicht ewig geben. Mutig finde ich die Idee schon. In einer Stadt wie Berlin und dem massiven Angebot muss man schon ordentlich die Werbetrommel rühren, um nicht unterzugehen. Vor allem, wenn einem ganz schnell die Zeit wegläuft. Oder man muss so gut sein, dass sich bei den richtigen Leuten die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet.

Donnerstags bis sonntags ist die 450 Quadratmeter große Dachterrasse geöffnet. Holzbänke, Holzboden, eine entzückende Bar aus Holz, Blick auf Neukölln, im Haus in der Thiemannstraße 1, Nähe Sonnenallee. Sehr ruhig ist die Straße, das Leben brodelt hier nicht. Ich liebe, dass es überall Parkplätze gibt. Oben ist es chillig. Hip. Modern. Jung. Und das alles sehr bewusst. Erben hat ein leicht staubiges Image, das Traditionsweinhaus gibt es schon seit 1789 und ich erinnere mich daran, dass es bei Oma zu Weihnachten immer die gute Spätlese gab. Jetzt geht es also darum, auch das jüngere Publikum zu erreichen.

Mondschein-Riesling in der Abendsonne

Ich probiere mich durch die Weinkarte und gebe zu, ich habe wenig Ahnung von Wein und ziehe ein schönes kaltes Bier immer vor. Aber auch als Nichtkenner weiß ich, was mir schmeckt, vor allem der Mondschein-Riesling gefällt mir. Ich schwöre, das liegt nicht nur an dem schönen Namen. Ich lasse mir die Abendsonne ins Gesicht scheinen und genieße die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt. Hier ist es einfach angenehm, mit Freunden zusammenzusitzen und über die Stadt zu schauen. Witzig: Jeder Gast erhält am Eingang gegen einen kleinen Obolus ein eigenes Weinglas. Das kann nach Belieben immer wieder mit Wein gefüllt werden.

Die Weinstöcke sind von der Mosel. (c) Jänicke
Essen gibt es auch, Spezialitäten aus der Moselregion und Street Food aus Berlin.  Für besonderes Flair sorgen auch die Rebstöcke von der Mosel, die mit einem Kran auf das Dach gehievt wurden. Es gibt nicht nur Wein, einen tollen Blick und Raum für schöne Gespräche. Die Veranstalter haben einen unfassbaren Kalender für die beiden Monate. Es gibt Führungen, Wein-Fotografie-Workshops, Poetry-Slams, das kleine Weinmaleins, DJ-Sets, eine lange Sternschnuppennacht (das stelle ich mir sehr romantisch vor!), Weincocktailkurse, einen Kurs namens Koch was draus: der Leftover Workshop. Den werde ich sicher besuchen – ich liebe es zu kochen und gebe zu, ich schmeiße zu viel weg, weil ich keine Ahnung habe, wie ich die Überbleibsel verwerten kann. Außerdem gibt es Yogakurse am Abend, was ich mir ziemlich wundervoll vorstelle. Sich in der Abendsonne auf der schönen Dachterrasse in den herabschauenden Hund verrenken.

Nur bis zum 27. August können wir diese Location in dieser Form besuchen, das ist ein Sommer, der unvergessen bleiben könnte und so nie wieder kommt. Und wenn die Sehnsucht danach zu groß wird, kaufe ich mir eben eine Kiste Mondschein-Riesling und feiere meine eigene kleine Rooftop Party. Nur eben im Parterre. In der Küche. Und meine Freundinnen müssen sich den hübschen Barkeeper eben dazu denken.

Foto Galerie

Die neue Weinbar über Berlin, Thiemannstraße 1, 12059 Berlin

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