Immer weniger Bäume in Berlin

Baumfällungen in Prenzlauer Berg

Im Prenzlauer Berg werden ab der nächsten Woche 114 Traubenkirschen gefällt.
Im Prenzlauer Berg werden ab der nächsten Woche 114 Traubenkirschen gefällt.
Aufgrund von Wurzelfäule und der damit verbundenen Gefährdung der Standsicherheit müssen ab der nächsten Woche 114 Traubenkirschen im Stadtteil Prenzlauer Berg gefällt werden. Bereits 2008 wiesen Gutachter auf Schäden hin. Vier Jahre später reicht die Beschneidungen der Baumwipfel als lebenserhaltene Maßnahme nicht mehr aus.

114 in den 1980er Jahren gepflanzte Traubenkirschen müssen in Prenzlauer Berg entfernt werden. Deutliche Faulstellen im Wurzelwerk werden als Ursache für die notwendigen Fällungen genannt. Jens-Holger Kirchner (Bü90/Grüne) erklärt: „(…) der sichtbare Zustand der Bäume gibt keinen Hinweis auf die Standsicherheit der Traubenkirschen. Selbst äußerlich völlig vital wirkende Bäume können eine Gefahr darstellen und die Faulstellen in der Wurzel sind auch oft nicht im Sägeschnitt sichtbar“.

Unter anderem werden neun Bäume in der Storkower- und der Lychener Straße gefällt. Weitere sieben Bäume weichen in der Gudvanger Straße und am Falkplatz. Eine Informationsveranstaltung am 30. Oktober um 18 Uhr im BVV-Saal in der Fröbelstraße 17 gibt Auskunft über alle betroffenen Bäume in den entsprechenden Straßen. Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung informiert darüber hinaus über geplante Erstpflanzungen im Jahr 2013, die über Sondergelder finanziert werden.

Immer weniger Bäume

Einer Studie des Naturschutzbundes BUND zufolge verlor Berlin durch Fällungen oder Stürme im Jahr 2011 insgesamt 712 Straßenbäume. Seit Beginn der Beobachtungen (2005) wurden in ganz Berlin 33.149 Bäume gefällt. 22.790 wurden neu gepflanzt, so dass ein Defizit von 10.359 Bäumen entstanden ist. Eine positive Bilanz beim Vergleich von Fällungen und Neupflanzungen wiesen in den Jahren 2010 und 2011 lediglich vier von zwölf Bezirken auf (Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Reinickendorf und Steglitz-Zehlendorf).

Trotzdem gibt es laut BUND Anlass zur Hoffnung: „Waren wir vor zwei Jahren noch äußerst besorgt um den Berliner Baumbestand, so hat es im Moment den Anschein, dass sich die Verantwortlichen in der Politik der Bedeutung der Berliner Bäume für Stadt und Mensch bewusst geworden sind. Die jährlichen Verluste in den Bezirken sind rückläufig und der Berliner Senat hat sich im Koalitionsvertrag mit der „Stadtbaumoffensive“ zur Pflanzung von 10.000 neuen Bäumen verpflichtet. Angesichts der Verluste war das auch dringend notwendig,“ sagte Christian Hönig, Baumschutz-Referent des BUND.

Weitere Informationen unter: www.bund-berlin.de

 

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Baumfällungen in Prenzlauer Berg, Fröbelstraße 17, 10405 Berlin

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