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BEAT: Die Berliner Nacht bringt dunkle Gestalten hervor!

BEAT: Die Berliner Nacht bringt dunkle Gestalten hervor!
Beat (Jannis Niewöhner) tanzt gerne jede Nacht durch.
Die nächste Berlin-Serie steht in den Startlöchern! BEAT dreht sich um die Techno-Szene, die nicht nur historisch eng mit der Stadt verbunden ist, sondern auch Menschen aus aller Welt in die Hauptstadt treibt. Doch genau hier regiert auch die organisierte Kriminalität. Statt Clans bekommen wir es jetzt aber mit Organhandel zu tun!

Robert Schlag alias Beat (Jannis Niewöhner) feiert am liebsten lange und ausgiebig. Koks ist für ihn, was für andere Müsli ist. Der Zuschauer begegnet ihm als Erstes natürlich in seinem Element – im Club. Wummernde Bässe, schwitzende Körper, die sich aneinanderreiben und unverhoffte Übernachtungsgäste, die den jungen Mann in seine WG begleiten. Der Kopf schwirrt noch, das wird mit ein wenig Koks, aber gleich wieder zurechtgerückt und nur wenige Stunden später, steht Beat wieder im Club, denn der stadtbekannte Promoter ist essenzielles Mitglied im Team seines Freundes Paul (Hanno Koffler). Anders als bei Beat sind für den Clubbesitzer Paul die Partynächte immer mehr „nur“ ein Job. Schließlich hat er eine kleine Familie, die auf ihn zählt. Beats Lebensrhythmus aus Tanzen bis in die Morgenstunden, Fetisch-Partys organisieren und mit DJs Lines ziehen wird aber jäh unterbrochen, als zwei Frauenleichen über der feiernden Meute hängen.

Der grauenhafte Fund ist der Vorbote von unzähligen Problemen, mit denen sich Beat nun befassen muss, ob er will oder nicht. Denn statt Techno und guter Laune, findet er sich auf einem Polizeirevier wieder und wird dann auch noch von der undurchsichtigen Emilia (Karoline Herfurth) verfolgt. Emilia arbeitet für den Europäischen Geheimdienst (ESI) und wurde von ihrem Chef Richard Diemer (Christian Berkel) dazu beordert, den Szenegänger zu rekrutieren. Denn Beats Kontakte in der Partywelt sind der Schlüssel, um international agierenden Verbrechern auf die Spur zu kommen.

Beat wurde als Serie im Club-Milieu angekündigt, was richtig ist, aber die behandelten Themen überraschen dann doch. Neben dem Handel mit Drogen werden nämlich auch Waffen, Menschen und Organe an denjenigen ausgehändigt, der genug Geld aufbringen kann. Dazu kommt religiöser Fanatismus, die Frage nach der Identität, tiefsitzende Traumata und Staatsdiener, die ihre Machtposition skrupellos ausnutzen. Ein überaus spannender Mix.

Die siebenteilige Serie basiert auf einer Idee von Marco Kreuzpaintner (Krabat, Trade), der auch die Regie übernommen hat. Bereits in seinem Film Trade aus dem Jahr 2007 beschäftigt er sich mit dem Thema Menschenhandel, allerdings an der Grenze zwischen Mexico und den USA. Für die Berlin-Geschichte kann er auf ein Cast mit bekannten Gesichtern zurückgreifen. Neben den Hauptdarstellern Jannis Niewöhner (Asphaltgorillas) und Karoline Herfurth (SMS für dich) stehen Christian Berkel (Der Kriminalist), Alexander Fehling (Goethe!) und Kostja Ullmann vor der Kamera. Letzterer überrascht wohl mit der ungewöhnlichsten Rolle, die er bis dato übernommen hat.

So mitreißend die Techno-Beats am Anfang auch sind, die erste Folge der Serie startet leider nicht mit dem Kracher, den man erwartet. Größter Minuspunkt für uns ist die Erzählweise. Die Zeiten, in denen der Zuschauer sofort alles über eine Figur wissen muss, sind vorbei. Beinahe wie in einer Soap wird vom Projektleiter des ESI, Richard Diemer, erzählt, warum Beat der Richtige für den Job ist. Das tut ganz schön weh, vor allem weil die Serie viel Potenzial hat. Die gute Nachricht: Ab der 2. Folge wird es sehr viel besser und man taucht ab in dieses kriminelle Netz voller Geheimnisse, Unwahrheiten und Unschuldiger, die geopfert werden. Moral spielt definitiv eine große Rolle in der Serie. Man folgt den Figuren und fiebert auch mit, vor allem die Geschehnisse rund um Dr. Brandt (Karl Markovics) zeigen ganz deutlich die Zwickmühle zwischen Menschlichkeit und dem Schutz des eigenen Lebens, so wie man es sich vorstellt. Wir sind überrascht von BEAT und zwar positiv.

BEAT startet ab 9. November und du kannst die Serie auf Amazon Prime streamen.

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