• Sonntag, 12. Mai 2013
  • von Sandra Prophet

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Spaziergänge und Wanderungen in und um Berlin

In der Stadt blüht es: Die Natur ist endlich wieder erwacht und kitzelt uns nach draußen. Es gibt keine bessere Zeit für ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen in Berlin und um Berlin herum. Wir haben unsere liebsten Touren für euch zusammengestellt.

Landwehrkanal (Kreuzberg, Neukölln, Tiergarten, Charlottenburg)

Berlin, ick liebe dir! Wenn im Frühling die ganze Stadt ergrünt und erblüht, gibt es nichts Schöneres als einen ausgedehnten Spaziergang unter den Bäumen am Landwehrkanal durch Kreuzberg 36, um sich wieder neu in die Stadt zu verlieben. Ein guter Startpunkt ist der Urbanhafen beim Prinzenbad mit seinen vielen alten Bäumen. Von dort aus geht es immer am Kanal entlang, Richtung Spree. Auf dem Restaurantschiff van Loon am Carl-Herz-Ufer kann man ein Kaffeepäuschen einlegen und den Enten und Schwänen zusehen. Dann geht es weiter, vorbei an Kreuzbergs Gründerzeithäusern mit der Trattoria Il Casolare und am Wochenmarkt am Maybachufer entlang, bis der Landwehrkanal in die Spree einmündet.


Wuhletal-Wanderweg (Marzahn, Köpenick)

Das Wuhletal ist ein Relikt der letzten Eiszeit. Es ist als eine Schmelzwasserrinne vor etwa 10.000 Jahren entstanden und erstreckt sich vom Quellgebiet der Wuhle bis zur Mündung des Flusses in die Spree. Hier leben viele Tierarten, darunter 23 geschützte oder bereits gefährdete Tiere wie der Feldhase, der Mauswiesel, der Bisam oder die Schermaus. 776 Tierarten wurden hier beim Tag der Artenvielfalt 2004 gezählt. Viele davon stehen auf der Roten Liste. Der 15,4 Kilometer lange Wuhlewanderweg führt von Ahrensfelde bis nach Köpenick. Startpunkt ist der Kletterfelsen im Eichenpark, etwas mehr als einen Kilometer östlich vom S-Bahnhof Ahrensfelde. Von hier aus geht es gen Süden, bis zum S-Bahnhof Köpenick.


Erpetalwanderweg (Köpenick, Treptow)

Auch die Erpe ist ein Erbe der letzten Eiszeit, die der märkischen Landschaft ihre Form gegeben hat. Der natürliche Lauf des Flusses wurde sanft zu einer natürlichen Kulturlandschaft umgestaltet. Das Erpetal ist Landschaftsschutzgebiet und erstreckt sich westlich von Friedrichshagen über Dahlwitz-Hoppegarten bis nach Altlandsberg in Brandenburg. Im Bachtal gibt es verschiedene Wassermühlen zu bestaunen wie die Ravensteiner Mühle, die Heidemühle, die Krummendammer Mühle und die Neuhagener Mühle. Viele Naturfreunde lieben die stillen, weiten Wiesen und die Wälder im Erpetal. Hier finden sich mehr als 350 Arten von Farn- und Blütenpflanzen. 170 junge Weiden wurden hier neu gepflanzt.

Grunewaldseenkette (Zehlendorf)

Der 13 Kilometer lange Wanderweg entlang der Grunewaldseenkette ist ein Rundweg rund um den Schlachtensee und die Krumme Lanke. Die Tour beginnt am S-Bahnhof Nikolassee und endet am S-Bahnhof Schlachtensee. Man wandert am Sandwerder entlang und nimmt den Waldweg zum Schlachtensee. Wer sich noch stärken möchte, kann in der Alten Fischerhütte einkehren, danach geht es durch die Wolfsschlucht zur Krummen Lanke. Man umrundet das Wasserwerk "Riemeisterfenn" und kehrt auf der anderen Uferseite zum Schlachtensee zurück. Dabei führt der Weg an den alten Terrassen von Onkel-Toms-Hütte vorbei. Wer jetzt eine Pause braucht, kann die Nachmittagssonne auf den Bänken am Schlachtensee genießen, bevor es zum Seepark und dann hoch zum Ziel-S-Bahnhof geht. Wer aber noch nicht nach Hause will, geht weiter geradeaus zum Bootsverleih, mietet sich einen Kahn und lässt die Landschaft noch einmal von der Mitte des Sees aus auf sich wirken.


Teufelsberg (Wilmersdorf)

Der künstlich aufgeschüttete Teufelsberg in Grunewald ist die höchste Erhebung Berlins. Etwa 25 Millionen Tonnen Kriegstrümmer wurden hier zu einem 114 Meter hohen Berg aufgeschüttet. Darauf steht die Abhörstation der Alliierten, die einmal top secret war. Hier wurde fast der gesamte Ostblock abgehört, auch das Zentralkomitee der SED und sowjetische Militäreinrichtungen. Vermutet wurde auch, dass sich die Briten und Amerikaner, die einander misstrauten, hier oben gegenseitig abgehört haben. Die heutige Ruine wurde erst 1992 aufgegeben. Seit 2011 kann man Führungen durch das Areal mitmachen. An Weinbergen vorbei geht es den Hügel hinauf. Das Gebäude ist vom Vandalismus stark mitgenommen, darum sorgt ein Sicherheitsdienst dafür, dass niemand hierher kommt, der nicht soll. Wer sich ein Bild machen will, kann immer sonntags um 13 Uhr (im Sommer um 14 Uhr) eine zweistündige Führung mitmachen. Die Tour kostet 15 Euro (ermäßigt 8 Euro) und wird auf Deutsch, Englisch, Polnisch und Tschechisch angeboten. Alle Infos zu Anmeldung und Treffpunkt unter www.berlinsightout.de.


Wanderung zur Sacrower Heilandskirche (Zehlendorf, Potsdam)

Die Heilandskirche am Port von Sacrow ist wegen ihrer Lage direkt am Jungfernsee an der Havel und ihrem Stil eine wirklich außergewöhnliche Kirche. Friedrich Wilhelm IV., 1840 bis 1861 König von Preußen, wünschte sich eine Kirche, nach italienischem Vorbild mit einer Campanile, also einem freistehenden Glockenturm. Sein Architekt Ludwig Persius baute ihm das Schmuckstück nach den Skizzen, die der König eigens angefertigt hatte. Die Wanderung beginnt am S-Bahnhof Wannsee: Mit der Fähre F 10 überquert man die Havel und steht dann auf dem Imchenplatz in Alt-Kladow. Von hier aus geht es los gen Süden, die Imchenallee hinunter bis zum Sakrower Kirchweg. Diese Strecke ist Teil des Berliner Mauerwegs. Von hier aus geht es weiter gen Südwesten (nach links!), den Berg hinauf bis zur Sakrower Straße. Noch ein paar Meter weiter nach links, und man gelangt zu einem schönen erhöhten Ausblick und einem Rastplatz. Der Weg hinunter zum Havelufer liegt hinter einem großen Busch. Hier geht es weiter, vorbei an der Stupeecke und dem Kleinen Hämphorn bis zum Großen Hämphorn durch die Fuchsberge. Dann geht es die Straße "Am Hämphorn" weiter bis zur Kladower Straße, die in die Ortschaft Sacrow führt. Zur Kirche geht es entlang der Krampnitzer Straße, dann den Schiffsgraben über die kleine Brücke überqueren. Der Schiffsgraben verbindet den Sacrower See mit der Sacrower Lanke an der Havel. Hinter einer Rechtskurve sieht man dann schon die Parkanlage des Sacrower Schlosses.


Havelhöhenweg (Zehlendorf, Charlottenburg, Wilmersdorf)

Direkt an der Steilküste der Havel entlang führt der ca. 13 Kilometer lange Havelhöhenweg. Von der Heerstraße am S-Bahnhof Pichelsberg kann man hier bis zum Standbad Wannsee einen etwa dreistündigen Spaziergang machen. Es geht durch Waldgebiet und vorbei an verschiedenen Aussichtspunkten mit Blick auf das Havelland, Potsdam und den Grunewald. Infotafeln sorgen dafür, dass man sich unterwegs nicht verläuft.


Berliner Unterwelten (berlinweit)

Der Verein Berliner Unterwelten e.V. organisiert besondere Spaziergänge durch Berlin: und zwar von unten. Sie sind unsere Schlechtwettervariante für alle, die Lust auf Erkundungstour haben. Dabei hat der Verein verschiedene Touren im petto, für dich man sich warm anziehen sollte. Unter Tage herrschen Temperaturen von ungefähr 10°C. Eine besonders spannende Führung ist die Tour 3 – U-Bahn, Bunker, Kalter Krieg. Hier stehen die Zvilschutzanlage Blochplatz, ein Schutzbau aus dem Zweiten Weltkrieg, und ein moderner Atomschutzbunker beim U-Bahnhof Pankstraße auf dem Plan. Der Bunker ist noch voll ausgestattet und funktionstüchtig. Vor allem in den engen Schlafräumen mit Vierstockbetten kann man erahnen, welches Schicksal den Überlebenden eines Atomkrieges blühen würde. Die Touren finden ganzjährlich von Donnerstag bis Sonntag um 12, 14 und 16 Uhr statt. Von März bis November gibt es dienstags und mittwochs zusätzliche Touren zu den gleichen Uhrzeiten. Eine Tour dauert ca. 90 Minuten und kostet 10 Euro (ermäßigt 8 Euro, Kind 6 Euro), inklusive U-Bahn-Transfer auf der Strecke Gesundbrunnen-Pankstraße. Treffpunkt für die Tour ist Badstraße/Ecke Böttgerstraße, unweit vom U-Bahnhof Gesundbrunnen. Tickets können vor Ort gekauft werden.

 

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Quelle: QIEZ
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