• Montag, 02. Juli 2012
  • von Maria Moch

QIEZ-Expertin Maria Moch

Wenn ganz Berlin duftet

  • Unter den Linden
    Unter den Linden lässt es sich bereits seit dem 17. Jahrhundert vorzüglich flanieren. So gesehen lassen sich ein paar U-Bahn-Baumfällungen zwischendurch bestimmt verkraften. Foto: dapd - ©Steffi Loos/ddp

Schon 1647 wurzelten zahlreiche Lindenbäume zwischen Lustgarten und Tiergarten. Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ sie in einer knapp 1000 Meter langen Allee nach niederländischem Vorbild pflanzen. Seit den Anfängen der Straße Unter den Linden hat sich der Baum in ganz Berlin ausgebreitet. QIEZ-Expertin Maria Moch erklärt, warum es sich lohnt, jetzt Lindenblüten zu sammeln.

"Dreihundert Jahre kommet sie, dreihundert Jahre stehet sie, dreihundert Jahre gehet sie." So sagt ein überlieferter Spruch und er erinnert uns daran, dass die gute alte Linde 1000 Jahre alt werden kann. Ihr Anblick ist den meisten von uns vertraut, denn in Alleen und Dorfplatzbaum ist sie den Menschen sehr nahe. Wer jetzt, wo sie in voller Blüte steht seiner Nase folgt, der wird sie auch im Prenzlauer Berg in vielen Straßen "erreichen". Was für ein Duft!

Im Winter, wenn die Linden der Schivelbeiner Straße kahl und schneebedeckt stehen, sich die Passanten in den Handschuh husten und mir die Nase läuft, bin ich froh, dass ich im frühen Sommer die klebrig-gelben, duftenden Blüten gesammelt habe. Wer zu dieser Zeit unter Linden parkt, ärgert sich über ein verklebtes Auto, meine Kinder lutschen sich nach dem Sammeln die Finger ab und bemerken verzückt: "Hmm, das schmeckt ja ganz süß!" Und süß duftet es im Winter auch aus meiner Büchse heraus, in der ich die getrockneten Blüten aufbewahre.

Hilfreich bei Erkältungen

Ein Tee aus ihren Blüten bekommt eine kräftige Farbe, schmeckt aromatisch und es überkommt einen die Erinnerung an ihren frühsommerlichen, durchdringenden Duft. Mit ihren zahlreichen heilsamen Eigenschaften steht die Linde den großen wie den kleinen Leuten gerade in der Erkältungszeit als kräftige Helferin zur Seite. "So will ich denn euch Menschenkindern Fieber, Brustweh und Unruh lindern."

Und genau so können wir diese Pflanze auch verwenden. Schon lange bevor man in ihren Blüten Unter anderem Farb- und Gerbstoffe, Schleim und ätherisches Öl fand, wussten die Menschen um die entzündungshemmenden, fiebersenkenden und abwehrstärkenden Eigenschaften der Linde. Schützend legt sich der Tee auf wunde Schleimhäute und erleichtert das Abhusten. Wer Gefahr läuft, so richtig durchzufrieren, der trinke vorbeugend ein bis zwei Tassen.

Entspannende Einschlafhilfe

Deckt man den Tee ab, während er 10 bis 15 Minuten zieht, bleiben seine Inhaltsstoffe am besten erhalten. Wer mag, kann ihn mit einem Löffelchen Honig zusätzlich süßen. Brüht man den Tee etwas kräftiger auf und trinkt ihn möglichst heiß, so treibt er die Kälte aus und entfaltet seine schweißtreibende Wirkung. Als Fiebertee eignet er sich besonders in Kombination mit Holunderblüten. Die Lindenblüten sind zusammen mit anderen Pflanzen aus meinem "Winterrepertoire" nicht wegzudenken.

Aber wir haben es hier nicht nur mit einer "Erkältungspflanze" zu tun. Wer schon einmal unter dem lichtgrünen Dach einer Linde stand und ihre weichen Blätter berührte, kann sich vorstellen, dass sie die Fähigkeit besitzt, angespannte Nerven zu entkrampfen. Einen verängstigten Geist vermag sie zu beruhigen und dem Kranken verhilft sie in den Schlaf: "Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum, ich träumt in seinem Schatten, so manchen süßen Traum …"

Übrigens: Die Lindenblüten sind unter der Bezeichnung "Flores Tiliae" in den meisten Apotheken erhältlich.

In der nächsten Folge ihre Kolumne berichtet Maria Moch über das Johanniskraut. Weitere Informationen zu der Heilpraktikerin und Kräuterkundigen gibt es auf www.mariamoch.de.

Adresse

Unter den Linden
10117 Berlin

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