• Freitag, 15. Juni 2012
  • von Christoph Stollowsky

Warnung von Tierschützern und Polizei

Erneut Giftköder-Funde

  • Vorsicht vor Hundeködern
    Foto: QIEZ - ©QIEZ

Erneut warnt der Tierschutzbeauftragte von Berlin Klaus Lüdcke vor vergifteten Hundeködern. Wachsamkeit ist geboten – Hundebesitzer und die Eltern kleiner Kinder sollten besonders aufmerksam sein.

Angelhaken in Hackfleischbällchen, Rasierklingen, Kekse und Wurststückchen mit Rattengift: Klaus Lüdcke, Tierschutzbeauftragter des Senats, kann eine lange Liste aufzählen von "widerlichen Methoden, mit denen Hundefeinde Köder präparieren, um die Tiere umzubringen."  Nach den Funden im April hat Lüdcke nun erneut eine Warnung vor derartigen Lockmitteln ausgesprochen, die in Grünanlagen von Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg, Marzahn und Zehlendorf sowie auf dem Tempelhofer Feld oder im Grunewald abgelegt und teilweise gefressen werden. Durchfall, Krämpfe, Erbrechen sind die Folgen bei den Tieren, auch ein Todesfall sei laut Medienberichten schon zu beklagen. 

Vor allem an die Eltern von Kleinkindern richten sich die Warnungen des Tierschutzexperten und Veterinärmediziners Lüdcke. "Für Kinder, die sie in den Mund nehmen, können die Köder hochgefährlich sein." Auch Stephanie Eschen vom Tierschutzverein Berlin betonte auf Nachfrage von QIEZ.de bereits vor einigen Wochen, wie gefährlich ausgelegte Giftköder Kleinkindern werden könnten: "Mit solchen Aktionen gefährdet man nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch das der Gesellschaft".

Bei Giftköderfund andere Hundebesitzer in Kenntnis setzen

Wer auf entsprechende Köder aufmerksam wird, sollte darüber sofort das Ordnungsamt seines Bezirks informieren, so die Veterinärmediziner. Auf diese Weise könnten Hundebesitzer und Eltern gezielt gewarnt werden. Mittlerweile helfen sich Tierfreunde auch schon selbst: "Passt auf Eure Hunde auf!", raten zum Beispiel selbst gemalte Beschilderungen an Friedrichshainer Bäumen. Unter der Aufforderung steht die Rufnummer 19240 des 24-Stunden-Giftnotrufs.

Im Grunewald und rund um den Schlachtensee warnen schon seit einigen Jahren besonders im Sommer ausgehängte Zettel vor vergifteten Hundeködern. "Generell sollten Hundebesitzer immer aufmerksam sein und eventuellen Gefahrensituationen kompetent begegnen", rät Stephanie Eschen vom Tierschutzverein gegenüber QIEZ. Wer einen Köder findet, solle, falls möglich, den Fundort fotografieren und Zeugen hinzurufen. "Giftköder sind kein Kavaliersdelikt, sie verstoßen gegen das Tierschutzgesetz und sind eine Anzeige definitiv wert", betont Stephanie Eschen.

Internetseiten der Szene, zum Beispiel www.hundeinfoportal.de, führen ebenfalls Fundorte auf – zusammen mit Ratschlägen, wie man seinen Vierbeiner bestmöglich vor Ködern beschützt. Man könne ihn etwa darauf trainieren, "nicht einfach alles, was am Boden gut riecht, gleich aufzufressen", heißt es. Hundetrainer wie Lars Thiemann von der "Hundeschule Berlin" äußern sich jedoch skeptisch. "Einem gut mit Leberwurst eingeschmierten, präparierten Keks kann selbst der bravste Hund nicht widerstehen", so Thiemann. Auch im Kreis seiner Kunden hätten bereits Tiere unter Ködern gelitten, die sie gierig gefressen hatten.

Hunde meiden die Rattengiftköder, die die Bezirke auslegen

Neben dem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz würden sich die Präparatoren von Hundeködern der Sachbeschädigung schuldig machen. Hunde oder Katzen gelten nämlich von Amts wegen als "Sacheigentum", so der Tierschutzverein. Bei der Berliner Polizei sind allerdings bisher keinerlei Anzeigen gegen unbekannt eingegangen. Man habe jedoch Kenntnis von solchen Fällen, teilte die Pressestelle der Polizei mit. Sowieso seien die ausgelegten Hundeköder ein Problem in ganz Deutschland. In den letzten Jahren starben auch in München, Essen und Leipzig zahlreiche Tiere durch präparierte Lockmittel.

Das Rattengift, das die Bezirke oft in Grünanlagen oder an Bachläufen auslegen, ist hingegen laut Angaben des Tierschutzbeauftragten Klaus Lüdcke für Hunde immerhin nicht tödlich. Sicherheitshalber würden diese Köder mit Duftstoffen versetzt, die Hunde abschrecken – Ratten jedoch anlocken.

Adresse

Am Schlachtensee 74B
14129 Berlin

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Quelle: QIEZ / Der Tagesspiegel
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