Kiezführungen

Werde ein Berlin Greeter!

Werde ein Berlin Greeter!
Berlin entdecken und Freundschaften schließen: Greeterin Miki (links) mit zwei Besuchern aus Italien im Prenzlauer Berg.
Die Stadt mit neuen Augen sehen: Die "Berlin Greeter" nehmen Hauptstadt-Besucher mit auf einen individuellen und kostenlosen Spaziergang durch ihren Kiez. Die Nachfrage ist groß und das Team sucht Verstärkung!

Sie wissen, dass Berlin mehr zu bieten hat als den überlaufenen „Insider-Tipp“ in der Neuen Schönhauser Straße? Sie möchten die Touristen auf die Auswirkungen der Gentrifizierung aufmerksam machen oder internationale Bekanntschaften schließen? Und Sie lieben ihre Stadt? Dann werden Sie ein „Berlin Greeter“! Unter dem Motto „Komm als Gast – geh als Freund“ bringt die ehrenamtlich tätige Organisation interessierte Reisende mit aufgeschlossenen BerlinerInnen zusammen.

In kleinen Gruppen von höchstens sechs Personen führen die Greeter ihre Besucher durch den eigenen Kiez, zu verwunschenen Lieblingsorten oder bedeutenden Schauplätzen, die im Schatten von Dom und Mauerstreifen häufig vergessen werden. „Bei den gemeinsamen Spaziergängen sollen Geschichten ausgetauscht und individuelle Begegnungen mit den Berliner Kiezen und ihren Einwohnern gemacht werden“, erklärt Holger Bottling von der Organisation Berlin Greeter.

Soziales Engagement

Das Motivation der Greeter liege dabei nicht im finanziellen Verdienst – die Führungen sind kostenlos – sondern sei individueller Natur: „Ob man nun in einem strukturierten Rahmen internationale Bekanntschaften aufbauen oder soziopolitische Besonderheiten Berlins herausstreichen möchte – die Greeter engagieren sich aus ganz unterschiedlichen Gründen für die individuellen Stadtspaziergänge“, so der 37-Jährige.

Bei der Gestaltung ihrer Touren müssen sich die Greeter deshalb auch nicht an reglementierende Vorgaben halten: „Die Greets sollen Spaß machen – wir wollen die eigenen Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten der Teilnehmer nicht zu Tode organisieren.“ Empfehlenswert sei es allerdings, sich vor der Tour einige Punkte zu überlegen und flexibel auf spezielle Interessen eingehen zu können, so Bottling.

Nicht immer stoße beispielsweise das Thema „Gentrifizierung“ bei den Besuchern auf Interesse. Bottling, der die aktuelle Aufwertung Berlins als Teil seines Alltags erlebt, musste diese Reaktion bei einer Gruppe aus Bayern beobachten: „Da war nichts zu machen“, erinnert sich der Greeter. Kurzerhand führte er seine Gäste zu einer benachbarten Brauerei, die in Handarbeit Berliner Bier herstellt. „Dort kamen dann alle auf ihre Kosten“, schmunzelt Bottling.

Große Nachfrage – zu wenig Greeter

Dieses individuelle Konzept, das „keine preisgünstige Kopie üblicher Führungen sondern ein Einladung ins Alltagsleben“ sein will, scheint anzukommen: Derzeit sei die Nachfrage nach Greets in Berlin wesentlich höher als das Angebot. „Aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland erreichen uns Anfragen, die mit etwa 15 aktiven Greetern kaum zu bewältigen sind“, so Bottling. Vor allem französische Touristen seien an dem Angebot interessiert: „Dort wird die Bewegung der Greeter staatlich gefördert und ist dementsprechend bekannter.“ 

Die in Berlin aktive Organisation steckt dagegen noch in den Kinderschuhen. Bereits 1992 wurde das erste Greeter-Programm von den Big Apple Greetern um Lynn Brooks ins Leben gerufen. Das New Yorker Beispiel macht Schule und in den Folgejahren entstand ein weltweites Greeter-Netzwerk. Erst 2010 schlug die Idee auch in Berlin Wurzeln – mit großem Erfolg.

Wer mitmachen möchte, ist herzlich willkommen und kann sich unter www.berlin-greeter.org als Greeter anmelden.

Berlin Greeter, Zossener Straße 55, 10961 Berlin

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