Altstadt Spandau

Die Mischung macht‘s

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Naturfreund: Unternehmer Andreas Contag besucht gerne die Spandauer Zitadelle.
Andreas Contag ist "Mutmacher der Nation" im Land Berlin. Dieser Titel wurde dem Unternehmer 2008 beim gleichnamigen Wettbewerb verliehen. Am Bezirk Altstadt Spandau schätzt er das viele Grün ebenso wie die Vorzüge der Stadt.

Dieser Mann ist ein Macher. Wenn Andreas Contag in seinem Heimatbezirk Spandau zum Friseur geht, möchte der Geschäftsführer des Leiterplatten-Unternehmens Contag am liebsten selber aktiv werden: „Dem Friseur würde ich vorschlagen, sich selbst mal in seinen Stuhl zu setzen und an die Decke zu schauen. Dann würde er vielleicht nicht nur die Lampe abstauben, sondern dort oben sogar ein Bild aufhängen.“ Einigen Restaurantinhabern in der Altstadt würde der 51-Jährige gern Empfehlungen für eine freundlichere Einrichtung und Bedienung geben, und für die Zitadelle Spandau würde er sogar die Motorsäge rausholen.

„Davor stehen einige große Bäume, die den Blick auf dieses wunderschöne historische Ensemble versperren.“ Contag schlägt vor, diese zu entfernen und dafür an einer anderen Stelle 300 neue Bäume zu pflanzen. Vor Begeisterung über die Idee wippt er leicht auf seinem Stuhl.

Vom Bastler zum erfolgreichen Unternehmer

Er möchte nicht besserwisserisch wirken, sondern einfach nur helfen. Denn Contag hat ohne Zweifel die Erfahrung und den Erfolg. Ein Schmetterlingssymbol ziert seine Leiterplatten, die unter anderem in Flugzeugen, Autos und Spielzeug stecken. 1981 gründete er das Unternehmen mit derzeit 70 Mitarbeitern, das weiter wächst und verschiedene Preise für Qualitätsmanagement und Umweltschutz gewonnen hat. Bei den Arbeitszeiten wird auf Familien Rücksicht genommen und es gibt zahlreiche Gemeinschafts- und Sportangebote. Beim letzten Sommerfest stand niemand aus der Belegschaft hinter Grill und Zapfanlage, sondern der Chef selbst. „Ich kann meinen Mitarbeitern auf diese Weise Danke sagen. Es sind die kleinen Gesten, die das Leben lebenswert machen.“ So übernehmen Mitarbeiter der Mosaik-Werkstatt für Behinderte die Gärtner-Tätigkeiten im großen Firmengarten.

Angefangen hat alles in einem Bastelladen am Rohrdamm. Dort baute Contag gemeinsam mit Freunden die ersten Leiterplatten zusammen. Der Elektrotechnik-Student aus Siemensstadt hätte sich nie träumen lassen, 25 Jahre später ein Unternehmen zu führen. Doch aus Hobby und Nebenerwerb wurde schon bald ein Beruf. Bereits 1995 beschäftigte Contag neun Mitarbeiter und zog in 800 Quadratmeter große Räumlichkeiten am Brunsbütteler Damm. 2007 wurde die neue Fabrik eröffnet und 45 weitere Arbeitsplätze entstanden.

Überzeugt von Spandau

Contag hat nie ernsthaft überlegt, aus Spandau wegzuziehen – weder mit seiner Firma noch privat. Dafür fühlt er sich im Bezirk viel zu wohl, nennt ihn einen „idealen Kompromiss aus Stadt und Land“. „Als vierfacher Familienvater, Naturfreund, Sportler und Bootsbesitzer schätze ich das viele Grün und Wasser Spandaus. Als Unternehmer die kurzen Dienstwege und das wirtschaftliche Engagement des Bezirks“, sagt er. Die Zitadellen-Schänke nutzt er zu Geschäftsessen und besucht in der Festung auch regelmäßig Rockkonzerte. In der Spandauer Altstadt hält sich Contag ebenfalls gern auf. Der Weihnachtsmarkt hat es ihm besonders angetan, da er ihn „schön romantisch und angenehm wenig kommerzialisiert“ findet.

Allerdings fallen dem begeisterten Gestalter bei seinen Besuchen in der Altstadt noch Optimierungsmöglichkeiten auf. Rund um den Marktplatz, die St.-Nikolai-Kirche und das Gotische Haus vermisst Contag ein gutes, schön eingerichtetes Restaurant für Geschäfts- und Familienessen. „Wenn ich mal einen tollen Koch kennenlerne, wird das mein neues Projekt“, sagt er.

Diesen Mann sollte man beim Wort nehmen.


Quelle: Der Tagesspiegel

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