• Montag, 14. Oktober 2013
  • von Dana Russow

QIEZ-Expertin Dana Russow

Pflegeheim – Was nun?

  • Pflegeheim Vertrauen
    Vertrauen ist sehr wichtig, wenn es ums Thema Pflegeheim geht. Foto: externe Quelle - ©Residenz Zehlendorf

Jeder von uns hat einen Verwandten oder Bekannten, der sich schon mal mit dem Thema Pflegeheim auseinandergesetzt hat. Oder es ist sogar die eigene Zukunft, die uns manchmal Sorgen macht. Dass Pflegeheime nicht ganz oben auf der Wunschliste stehen, ist in unserem Land Realität. Warum eigentlich?Ein Artikel von Dana Russow, QIEZ-Expertin zum Thema Pflege.

Pflegeheime bieten jede Menge Vorteile gegenüber der häuslichen Versorgung. Sicherlich ist der Gedanke, im Alter in den eigenen vier Wänden von den Familienangehörigen versorgt zu werden, reizvoll. Die Wirklichkeit sieht jedoch manchmal anders aus. Die Söhne und Töchter haben selbst Familie und häufig auch noch einen Vollzeitjob, so dass für die Pflege der Mutter oder des Vaters leider nur wenig Zeit bleibt. Ambulante Pflegedienste bieten einen Rundum-Service an, können jedoch die Zeit zwischen den Einsätzen auch nicht immer ausfüllen, so dass der/die Pflegebedürftige manchmal über Stunden allein in seiner/ihrer Wohnung ist. Gerade bei demenziell Erkrankten könnte es in dieser Zeit nicht nur zur Vereinsamung, sondern auch zur Selbstgefährdung kommen, da Risiken im Haushalt vom Betroffenen nicht immer adäquat eingeschätzt werden. Da bleibt schon mal der Herd an oder es kommt keine schnelle Hilfe nach einem Sturz.

Pflegeheime nach Schulnotensystem bewertet

Pflegeheime dagegen sind besser als ihr Ruf. Mit Einführung der Transparenzprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) wird die Qualität in Pflegeheimen regelmäßig überprüft. So kann auch dem Verbraucher transparent dargestellt werden, wie sich die einzelnen Bereiche in einem Pflegeheim nach dem Schulnotensystem darstellen. Zur Überprüfung gehört nicht nur die Sichtung pflegerisch relevanter Unterlagen, wie z. B. Dienstpläne, Pflegepläne, Verfahrensanweisungen, und pflegerischer Standards, ein wichtiger Teil besteht auch in einer anonymen Bewohnerbefragung, die ohne die Mitarbeiter der jeweiligen Einrichtung stattfindet. So erhält man ein ehrliches Feedback direkt vom Bewohner.

Gute Pflegeheime bieten heutzutage ein "Rundum-Sorglos-Paket" an. Hierzu gehören nicht nur die normalen Hotelleistungen wie Unterkunft und Vollverpflegung sondern auch pflegerische und therapeutische Angebote. Im Unterschied zu früher können geplante Maßnahmen aber auch abgelehnt werden, so dass man nicht das Gefühl haben muss, jemandem hilflos ausgeliefert zu sein. Auch wenn die abgelehnte Maßnahme den medizinischen Zustand verschlechtern könnte – es darf kein Zwang durch die Pflegekräfte ausgeübt werden. Vielmehr legt man in guten Heimen heutzutage das Augenmerk in diesen Fällen auf eine gute Beratung, so dass der Pflegebedürftige die Entscheidung selbst treffen kann. Gewohnte Tagesabläufe werden im Rahmen des Heimalltags möglichst beibehalten, so kann man z. B. wählen, wann man aufstehen möchte bzw. wann die Mahlzeiten gereicht werden. Kulturelle Offerten, seelsorgerische Betreuung, therapeutische Angebote runden die Tagesgestaltung ab.

Zur Finanzierung eines Pflegeheimplatzes

Viele Angehörigen sorgen sich, dass der Umzug aus einer großen Wohnung in ein 20 m²-Einzelzimmer dem Betroffenen nicht gut täte. Bedenken Sie jedoch bitte, wie viele Zimmer Ihre Mutter, Ihr Vater in den Wochen vor dem Umzug noch genutzt hat. Häufig stellt sich dann heraus, dass es nur noch die Küche und das Schlafzimmer war. In einer Einrichtung mit Vollverpflegung wird eine eigene Küche nicht benötigt. Gemeinschaftsräume "ersetzen" das Wohnzimmer, Gesellschaft ist – wenn gewünscht – immer vorhanden.

Die Finanzierung eines Pflegeheimplatzes setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Häufig besteht bei dem Betroffenen eine Pflegestufe, so dass die Pflegekasse einen Teil der Kosten übernimmt (Pflegestufe 1: 1023 €, Pflegestufe 2: 1279 €, Pflegestufe 3: 1510 €). Damit sind die Heimkosten jedoch nicht vollständig gedeckt. Ein Eigenanteil, der von Heim zu Heim unterschiedlich ausfallen kann, bleibt für den Senior / die Seniorin bestehen. Sollten die eigenen Einkünfte nicht ausreichen, diesen zu decken, kann Sozialhilfe beantragt werden. In der Regel helfen die Mitarbeiter im Pflegeheim bei der Antragstellung.

Dana Russow (c)Residenz Zehlendorf Dana Russow (c)Residenz Zehlendorf


Die Autorin

Dana Russow hat nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester selbst jahrelang in Krankenhäusern gearbeitet. Pflegeheime waren ein rotes Tuch für sie. Heute leitet sie eine Einrichtung im Süden Berlins. Sie erklärt: "Als ich unlängst gefragt wurde, wo ich meinen Lebensabend verbringen möchte, habe ich spontan geantwortet: 'Wohnbereich 4, Zimmer 25!' Wenn ich meine Ruhe haben will, kann ich die Tür ja zu machen."

Residenz Zehlendorf Kranken- und Pflegeheim GmbH

Claszeile 40
14165 Berlin

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Quelle: QIEZ / externe Quelle
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