• Dienstag, 14. November 2017
  • von Christine Hierer

Poke Tattoo mit Aydoo

Stich's dir selbst!

  • Tattoo wird mit Nadel auf Fuß gestochen.
    Poke Tattoo – selbst Hand anlegen auf dem Aydoo-Workshop. Foto: QIEZ - ©Christine Hierer

Hast du schon einmal überlegt, dir selbst ein Tattoo zu stechen – einzig und alleine mit einer Nadel, etwas Tinte und deinen Händen? Die Plattform Aydoo macht das jetzt möglich. Wir haben nicht lange gefackelt, sondern selbst Nadel angelegt und das Ganze getestet!

Tattoos mag ich ja ganz gerne – aber mir selbst eines stechen? Darüber hatte ich bis vor Kurzem noch nie wirklich nachgedacht. Die neue Berliner Plattform zur hippen Workshop-Vermittlung Aydoo hat das geändert. Neben spannenden Kursen, wie Kombucha: das Trendgetränk selber machen oder Upcycling: Bau deinen eigenen Hocker steht hier nämlich auch Hand Poke Tattoo selbst stechen: dein Visual auf dem Programm angesagter Freizeitaktivitäten.

Der fünfstündige Workshop verspricht so einiges: Briefings zur Geschichte des Tätowierens, Techniken erlernen, skizzieren, üben und sich schließlich selbst ein angesagtes do-it-yourself Poke Tattoo stechen. Ach ja: Für ein Poke Tattoo braucht man übrigens keine Maschine. Hier arbeitest du einzig und alleine mit einer simplen Tattoo-Nadel und deinen Händen. Klang für mich ganz schön aufregend! Also habe ich nicht lange gezögert, sondern mich einfach angemeldet. Und kurz darauf ist es auch schon so weit: Der Workshop findet an einem Samstagnachmittag in einem kleinen Studio im Herzen von Kreuzberg statt. Insgesamt nehmen rund zehn Tattoo-Begeisterte teil und wir werden vom sympathischen Studioleiter Tim und seiner Kollegin wärmstens in Empfang genommen.

Der Leiter Tim erklärt uns Schritt für Schritt das Vorgehen. ©Christine Hierer Der Leiter Tim erklärt uns Schritt für Schritt das Vorgehen. ©Christine Hierer

Erst die Theorie, dann die Praxis

Und dann geht es auch schon los: Tim, der eigentlich Illustrator ist und irgendwann seine Vorliebe für selbstgestochene Hand Poke Tattoos entdeckte, gibt uns als Erstes eine kleine Einführung. Er erzählt uns, wie Tattoos überhaupt entstanden sind, was das Besondere an Poke Tattoos ist, wie genau gestochen wird und natürlich, worauf wir hygienetechnisch achten müssen. Dabei erklärt und zeigt er uns bereits die vielen verschiedenen Nadeln zum Stechen, die Tinte und alle anderen wichtigen Utensilien wie Desinfektionsspray, Handschuhe oder Blaupause für den Entwurf. Jeder soll bestens wissen, womit er oder sie es hier zu tun hat.

Genug Theorie – es wird Zeit für die Praxis! Doch bevor wir uns selbst piksen heißt es zunächst: Skizzen entwerfen. Mit Zettel und Bleistift geht es also noch gediegen in die erste Runde. Jeder kritzelt fröhlich vor sich hin – Tim und seine Kollegin schauen uns zu, geben kreativen Input und beraten uns, wenn wir uns mit der Zeichnung nicht ganz sicher sind. Sobald jeder ein zufriedenstellendes Motiv entwickelt hat geht es in Runde zwei auch schon ran an der Speck. Genauer gesagt an den Schweinespeck – oder zumindest ein tellergroßes Stück Schweinehaut. Die wird uns mit Tinte, Nadel und Co. direkt an den Platz serviert. So ganz appetitlich ist das Ganze nicht – zumindest muss ich mich erst mal an den Hautfetzen vor meinem Gesicht und den leicht muffigen Geruch in der Nase gewöhnen. Aber das Material kommt Menschenhaut eben vergleichsweise nah und deswegen ziehe auch ich mir tapfer meine Handschuhe an, tauche meine Nadel in die schwarze Tinte und fange an, auf dem kalten Stück Haut rumzustechen. Wer auf dieses geradezu kulinarische Highlight verzichten möchte, kann jedoch auch auf eine vegane Alternative ausweichen.

Ungewohnt aber machbar: geübt wird auf Schweinehaut. ©Christine Hierer Ungewohnt aber machbar: geübt wird auf Schweinehaut. ©Christine Hierer

Genug geübt – jetzt geht's an die eigene Haut

Genug Schweinehaut – genug geübt! Es wird Zeit für Runde drei: uns selbst stechen. Doch bevor dieser aufregendste Teil des Workshops wirklich losgeht, werden wir alle aus dem Raum gebeten. Der wird nun nämlich noch einmal komplett gesäubert und desinfiziert. Safety first ist hier die oberste Devise!

Zurück an unserem Platz zeichnen wir unser Motiv erstmal auf eine Blaupause, um diese an unsere gewünschte Hautstelle zu übertragen und dann entlang dieser Stechen zu können. Danach geht es weiter: Handschuhe anziehen, noch einmal desinfizieren (sicher ist sicher!), Tinte bereitstellen, Nadel aus der Verpackung holen, in möglichst bequeme Selbst-Tätowierungs-Position bringen und durchatmen. Das große Stechen kann beginnen!

Wir müssen in die zweite Hautschicht stechen, erklärt uns Tim. Zu tief und es fängt an zu bluten, zu weit oben und die Farbe wird nach ein paar Wochen wieder verschwinden. Ich muss zugeben, es war schon ein komisches Gefühl, bewaffnet mit dieser nicht ganz kleinen Nadel auf meinem Fuß einzustechen. Und ja, die ersten zwei, drei Pikser haben auch etwas Überwindung gekostet. Aber: Wenn man einmal drin ist, ist man drin. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ab und zu sticht es etwas – ist aber nicht weiter schlimm und man hat sich ruckzuck an die Handgriffe gewöhnt. Ja, es hat richtig Spaß gemacht. Gut vier Mal gehe ich mit der Nadel über mein Motiv bis ich mit meinem Tattoo fertig bin und man keine Lücken mehr sieht. Anders als mit der Maschine, die in gefühlter Lichtgeschwindigkeit akkurat einen Stich neben den nächsten setzt, muss man hier nämlich ganz genau darauf achten, jeden einzelnen Punkt richtig zu setzen, um am Ende schließlich eine durchgezogene Linie zu haben. Mit meinem Endergebnis bin ich mehr als zufrieden und lege die Nadel nach rund einer Stunde glücklich zur Seite.

Sich selbst zu tättowieren macht ganz schön Spaß – mir zumindest. ©Christine Hierer Sich selbst zu tättowieren macht ganz schön Spaß – mir zumindest. ©Christine Hierer

Eine Samstagnachmittag-Beschäftigung der anderen Art

Poke Tattoos werden in der Regel etwas dicker, aber auch bleicher, also gräulicher, als gängige Tattoos , die mit einer Maschine gestochen werden. Von der letzteren Sorte zieren auch schon so einige Exemplare meinen Körper, aber ich muss sagen: Das Poke Tattoo war noch mal etwas ganz anderes. Mir hat es höchste Freude bereitet, mir mein individuelles Motiv zu stechen – einzig und alleine mit einer Nadel, etwas Tinte und meinen eigenen Händen. Auch in der Gruppe und mit unserem Leiter Tim und seiner Kollegin hat das Nachmittags-Event viel Spaß gemacht. Wir haben viel gelernt und konnten uns kreativ austoben. Ein Samstagnachmittag, der unter die Haut ging! Last but not least: Weil es so viel Spaß macht, bekommt man zum Schluss ein kleines Poke Tattoo Starter Kit mit Nadel und Tinte als Abschiedsgeschenk. Damit kann man den Spaß dann auch alleine daheim wiederholen und sich viele weitere Motive stechen. Denn Achtung: Das Ganze hat definitiv Suchtpotenzial!

Aydoo sessions

Heinrich-Heine-Platz 10
10179 Berlin

Zum Eintrag

Entdecke deinen Kiez mit unserer Karte! aufklappen

 
Quelle: QIEZ
Möchten Sie einen Beitrag schreiben oder eine Bewertung vornehmen?
Weitere Artikel zum Thema "Gesundheit und Wellness"

TOP-LISTEN

Top 10: Die schönsten Saunen und Dampfbäder

Top 10: Die schönsten Saunen und Dampfbäder

Du willst den Alltag mal so richtig schön ausschwitzen? Berlin bietet dir … mehr Berlin

Neueröffnungen

Neu in Charlottenburg: Saint Charles Hideaway

Neu in Charlottenburg: Saint Charles Hideaway

Versteckt ist das Hideaway wirklich – neben der Apotheke Saint Charles … mehr Charlottenburg

Gesundheit und Wellness

Die 4 besten Tipps für eine optimale Zahnpflege

Die 4 besten Tipps für eine optimale Zahnpflege

Es sind keineswegs die Falten im Gesicht, die einen Menschen alt … mehr Berlin

Neueröffnungen

Neu in Mitte: Red Carpet Look zum Mitnehmen

Neu in Mitte: Red Carpet Look zum Mitnehmen

Neues von Tausendsassa Shan Rahimkhan: Der Star-Coiffeur und Inhaber … mehr Mitte

Gesundheit und Wellness

Wo du im Berliner Umland schön schwitzen kannst

Wo du im Berliner Umland schön schwitzen kannst

Schon genug vom nasskalten Herbstwetter? Zeit für einen entspannenden … mehr Brandenburg

Gesundheit und Wellness

Wo du in Lichtenberg herrlich entspannen kannst

Wo du in Lichtenberg herrlich entspannen kannst

Das Hotel Vienna House Andel's hat seinen Spa aufgehübscht. Die kleine … mehr Lichtenberg

Artikel versenden

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. name@xyz.de).
Mehrere Empfänger werden durch Kommata getrennt.

* Pflichtfelder

Hast Du bereits ein QIEZ-Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

ODER
Falls Sie sich mit Ihrem Facebook-Konto auf Qiez.de registriert haben, klicken Sie auf den nebenstehenden Button, um sich mit Ihrem Facebook-Konto anzumelden.

Passwort zurücksetzen