• Montag, 11. September 2017
  • von Christine Hierer

Buchvorstellung

111 Gründe, Hipster zu hassen

  • Bücher und Stift auf einem Tisch.
    Avantgardistische Subkultur oder doch nur Opfer eines Modestils? Endlich gibt es eine Hipster-Anleitung... Foto: QIEZ - ©Christine Hierer

Hornbrille, Man Bun, schicke Sneaker und dazu noch das gewisse Holzfäller-Extra – in Berlin sind Hipster keine Seltenheit. In dem Buch "111 Gründe, Hipster zu hassen" hat Ralph Stieber sich vergnüglich mit dieser Spezies auseinandergesetzt.

Die Hipster: Eine parallelgesellschaftliche Gruppe, die meist in Großstädten anzutreffen ist, sich provinziell verhält und einem eindeutigen Kleidungstrend nachgeht. Mal ehrlich, hier in Berlin ist dieser Schlag Mensch nun wirklich keine Seltenheit, sondern längst völlig normal im Stadtbild. An ihren freshen Sneakern, der Hornbrille, den Tattoos , den Piercings und ihrem lässigen wie schicken Outfit, das sich oftmals zwischen Holzfäller- und Opa-Look bewegt, können wir sie schon von Weitem erkennen.

Manch einer, wie Politiker Jens Spahn, kann die harmlosen Fashion-Opfer allerdings nicht so sehr leiden, schließlich sprechen die fast immer nur Englisch... Das gefällt dem Staatssekretär gar nicht. Du hingegen hast zur Hipster-Thematik noch eine ambivalente Haltung? Keine Sorge, mit dem Buch 111 Gründe, Hipster zu hassen wirst du dir eine eindeutige Meinung bilden.

Das Leben aus der Sicht eines wahren Hipsters

Wer und was sind diese Hipster abgesehen von ihren äußerlichen Merkmalen eigentlich ganz genau? Was essen die? Wieso ziehen die sich so an? Was denken sie? Und wo kommen die überhaupt alle plötzlich her? Fragen über Fragen. Endlich gibt es jemanden, der sie uns beantwortet: nämlich Jonas – der Protagonist im (Anti-)Hipster-Buch. Durch ihn und mit ihm dürfen wir einmal gaaanz tief in das Innere eines echten Hipsters blicken. Und so kommen wir schon zu einem der Gründe, Hipster zu hassen (Achtung, Spoiler-Alert!): Es gibt sie in Wirklichkeit gar nicht, weil niemand dazu steht, einer zu sein. Auch Jonas würde im Leben nicht zugeben, zu dieser sonderbaren Spezies zu gehören: "Nein Alter, ich bin kein fucking Hipster. Ich hasse Hipster." Ist doch klar oder?

Auf knapp 140 Seiten begleiten wir den uneinsichtigen Hipster Jonas, durch seinen Alltag in und seine Abenteuern in Berlin. Wir sehen dem Stylo-Typen mit obligatorischer Hipsterbrille, gepflegtem Bart und ordentlichem Schwung Tinte auf der Haut direkt in den Kopf, wenn er marinierten Bio-Tofu nascht, sich sein Craft Beer gönnt, sich stundenlang am perfekten Selfie versucht oder mitten in der Stadt glückliche Blümchen pflanzt.

Es gibt viele Gründe, Hipster zu hassen

Der in Berlin lebenden Autor und Texter Ralph Stieber bringt uns mit Jonas die 111 Gründe des Hipster-Hasses auf selbstironische und lustige Weise näher. Der eine oder andere Schmunzler ist garantiert und ja, manchmal erkennt man sich sogar in Jonas wieder... Ob man will oder nicht. Aber hey, alte Vintage-Möbel wie bei Omi sind halt super schick und machen uns doch nicht gleich zu Hipstern, oder?

Das Buch ist gepimpt mit vielen lustigen Illustrationen ©Christine Hierer Das Buch ist gepimpt mit vielen lustigen Illustrationen ©Christine Hierer

Schon die Kapitel-Titel weisen dir den Weg in Richtung echten Hipster-Hass:  Weil der Hipster immer was feiert – am liebsten sich selbst, Weil Hipster alle gleich aussehen. Weil das Fixie für den Hipster so wertvoll ist wie ein Einhorn. Weil das Heim eines Hipsters aussieht wie die Wohnung seiner Großmutter und Weil der Hipster Urban Gardening so liebevoll betreibt, als würde er Marihuana anbauen sind nur wenige, aber deutliche Beispiele.

Und für diejenigen, die trotz der Lektüre keine Hipster hassen können, sondern viel lieber Teil dieser Parallelgesellschafft wären, beinhaltet das letzte Kapitel die ultimative Anleitung: Wie du ein echter Hipster wirst: Die 55 ultimativen Hipster-Regeln. Ab sofort gibt es für dich nur noch Green Smoothies und Yoga . Außerdem musst du dir dringend eine Plattensammlung anlegen (egal, ob ein Plattenspieler vorhanden ist oder nicht) und last but not least wird dir geraten: Serviere deinen Freunden deinen besten selbst in Weed marinierten Tofu und schreibe einen Artikel für VICE darüber. Na, dann ran ans Werk!

Fazit

Das Buch ist sehr kurzweilig, einfach und nüchtern-humorvoll geschrieben und macht Spaß zu lesen. Es geht mehr um Ironie und Witz, als eine aufwendige und komplexe Story, deswegen eignet sich das Buch gut zum leichten Zeitvertreib, wenn man mal wieder in den Öffis oder im Wartezimmer beim Arzt sitzt oder einfach etwas zum Abschalten braucht. Außerdem kann man gut mal ein Unterkapitel überspringen oder, je nach Lust und Interesse, selektiv lesen.

 

Das Buch 111 Gründe, Hipster zu hassen von Ralph Stieber ist im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag erschienen und kostet 9,99 Euro. ISBN: 978-3862656462

Rathaus Neukölln

Karl-Marx-Straße 83
12043 Berlin

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Quelle: QIEZ
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