• Freitag, 05. August 2016
  • von Torsten Hahn

Top-Liste

Top 5: Die besten Absturzläden

  • Kumpelnest: Der Klassiker unter Berlins Absturzläden
    Das Kumpelnest: Der Klassiker unter Berlins Absturzläden Foto: externe Quelle - ©Kumpelnest 3000

Tipps für den Schwipps: Nachts sind alle Katzen blau, aber für einen legendären Absturz gibt es wichtige Vorraussetzungen. Das richtige Publikum und die richtige Location, in der alles kann, nichts muss und niemand Fragen stellt. Wo ihr dies bekommt, steht hier...

Kumpelnest 3000 (Tiergarten)

Der Klassiker unter Berlins Absturzbars. In den 80ern in den ehemaligen Räumen eines Puffs als Kunstwerk eröffnet, feiert hier seit jeher die bunt gemischte queere Subkultur. Genauso bunt gemischt liest sich auch das Who is Who der Promis, die hier bisweilen tief ins Glas geschaut haben: Von Supermodel Kate Moss über Regisseur-Legende Heiner Müller bis hin zu Schlagersänger Patrick Lindner. Karl Lagerfeld inszenierte im laufenden Betrieb sogar ein Shooting mit Claudia Schiffer und der transsexuellen Zazie de Paris. Das Ambiente: kitschig bis trashig mit einem Hauch Glamour. Es ist meistens rappelvoll und die Hemmschwelle niedrig. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass auf den Kumpelnest-Toiletten schon so manches amouröse Abenteuer seinen Lauf genommen hat.
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Bierhaus Urban (Kreuzberg)

Eine Institution im Graefekiez und seit über 30 Jahren durchgehend geöffnet. Das Kreuzberger Urgestein hat den rustikalen Berliner Eckkneipencharme konserviert. Wer hier sitzt, hat nichts mehr zu verlieren oder bereits alles gewonnen. Es ist ein Ort der Gegensätze. Kürzlich haben die Betreiber den Staffelstab an die jüngere Generation weitergegeben. Das Ergebnis: sporadisch stattfindende Swing- und Blues-Konzerte und immer mehr Kreuzberger Hipster und Originale, die in heiterer Bierlaune gemeinsam mit den alteingesessenen Berufsalkoholikern die gut gefüllten Gläser heben. Natürlich gibt es hier eine Juke-Box, gut bestückt mit Hits von Abba bis Zappa, ein Dart-Spiel, einen Kickertisch und für alle die noch auf den ganz großen Gewinn hoffen zwei einarmige Banditen.
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Alptraum II (Neukölln)

Viel Erklärungsbedarf gibt es hier nicht: Bier, Schnaps und Futschi kosten einheitlich 1 Euro. Bäm, Boom, Bäng! (Für die Ahnungslosen: Futschi ist ein in Vergessenheit geratenes Berliner Kultgetränk aus Weinbrand und Cola. Über das klassische Mischungsverhältnis wird durchaus gestritten). Außerdem: Es gibt keine Öffungszeiten, die mit Filmplakten tapezierte Kneipe ist rund um die Uhr geöffnet, beste Vorraussetzungen für einen gepflegten Absturz. Wer noch kann, spielt eine Runde Billard oder Dart, und wer noch muss, versucht sein Glück am Geldspielautomaten. Ob als Single oder in der Gruppe, ob einsam oder verzweifelt, hier bleibt keine Kehle trocken und niemand lange allein.
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Vagabund (Charlottenburg)

In West-Berlin geht es traditionell ja etwas gesitteter zu. Und wenn die Charlottenburger Bars und Kneipen so langsam zur letzten Runde auffordern, dann macht und dreht das Vagabund um Mitternacht erst auf. Die Kellerbar soll Berlins ältester Nachtclub sein. Laut Eigenaussage haben hier vor sehr langer Zeit schon Zahra Leander und Marlene Dietrich verkehrt. Das Ambiente changiert zwischen nostalgisch, kitschig und trutschig. Dank der vielen Spiegel lässt sich aber wunderbar Flirten und Beobachten. Das mit zunehmender Stunde stetig enthemmter werdende Publikum ist bunt gemixt: wohlhabende Herren, freizügige Damen, gut gebaute Jungs und schillernde Drag Queens lieben die intime Atmosphäre gleichermaßen.
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Rote Rose (Kreuzberg)

Zugegeben, dies ist der härteste Laden in dieser Liste. Aber das war das Rote Rosen auch schon in den 80er und 90er Jahren, als die O-Straße noch rau und unberechenbar war. Wer die winzige Kneipe zum ersten Mal betritt, wird womöglich etwas irritiert sein. Vergilbte Wände und verstaubte Zimmerpflanzen im Fenster – wirklich abgerocktes Interior-Design. Aber mit den zufällig zusammengewürfelten Sauf-Bekanntschaften sind hier seit jeher abgefahrene philosophische Erörterungen über den Sinn des Lebens möglich – natürlich jenseits der 2-Promille-Grenze. Selbstredend ist die Kneipe 24 Stunden geöffnet. Es ist also egal zu welcher Uhrzeit man sich einen Absacker hinter die Binde kippt. Was sonst noch wichtig ist? Das Bier ist kalt, die Schnäpse billig. Was will man mehr!
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Quelle: QIEZ
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