• Dienstag, 01. August 2017
  • von ​Mareile Morawietz

Top-Liste

Top 5: Kunst gegen das Sommerloch

  • Testino, Pigozzi, Newton
    Naomi Campbell gehörte auch zu den Auserwählten, die sich an Jean Pigozzis Pool amüsieren durften. Foto: externe Quelle - ©Helmut Newton Foundation/ Jean Pigozzi

Normalerweise stehen im Sommer Museumsbesuche nicht ganz oben auf unserer Wunschliste, doch weil uns die Sonne in diesem Jahr so oft im Stich lässt haben wir hier fünf unterhaltsame Ausstellungen, die dich das Wetterdesaster vergessen lassen.

Die Erfindung der Pressefotografien – DHM (Mitte)

Man glaubt, erst die digitale Welt habe das Zeug dazu, Menschen durch Fotos zu manipulieren? Weit gefehlt. Die Ausstellung im DHM beweist, mit der Erfindung der Pressefotografie begann das Bild in der Zeitung auch schon zu lügen. Begegnungen von Menschen wurden gefaket, brauchbare Dinge ins Bild geschoben und natürlich zu allen Zeiten Propaganda gemacht. Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und wirklich aufschlussreich, selbst wenn man meint, historisch schon rundum gebildet zu sein. Toll, was Ullstein Bild, die Axel Springer Syndication GmbH und das Deutsche Historische Museum zusammengetragen haben.

Wo: Deutsches Historisches Museum
Wie lange noch: bis 31. Oktober 2017
Wie viel: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro


Testino, Newton, Pigozzi – Helmut Newton Foundation (Charlottenburg)

Am liebsten würden wir uns bei dem reichen Geschäftsmann und Kunstsammler Jean Pigozzi an den Pool legen und die Sonne Südfrankreichs genießen. Bis wir eingeladen werden, erfreuen wir uns an der Aussicht auf seine Schnappschüsse, die in der Helmut Newton Foundation zu entdecken sind. Pool Party bietet leider nur einen sehr kleinen Ausschnitt seiner prominent besetzten Urlaubserinnerungen. Direkt daneben geht es edler, aber auch freizügiger zu: Helmut Newtons Unseen-Bilder wirken gar nicht so provokant nackt wie gewohnt, eher subtil und emotional. Plakativer zeigt sich der dritte Fotograf im Freundschaftsbund: Mario Testino. Die Undressed-Bilder des berühmten Modefotografen werden uns extrem vergrößert präsentiert – als raumgreifende Fototapete oder als Solisten auf Zwischenwände gezogen. Hier wird alles offen gelegt, was Mann und Frau zu bieten haben: rasiert oder nicht, gemacht oder von der Natur geschenkt.

Wo: Helmut Newton Foundation
Wie lange noch: bis zum 19. November 2017
Wie viel: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro


Streit am Wannsee – Liebermann Villa (Wannsee)

Da war was los, als das Nobelviertel am Wannsee vom Pöbel entdeckt wurde. Aus dem edlen See-Ambiente wurde die Badewanne für Berliner Arbeiterfamilien. Die Idylle der Natur musste Menschenmassen weichen. Das empfanden die Besitzer der feinen Villen als unzumutbar. Es kam zum Streit am Wannsee . Doch trotz Beschwerden bei der königlichen Regierung in Potsdam blieb das ruhestörende Volk. Die Ausstellung zeigt die künstlerische Seite des Konflikts, den Kontrast zwischen Oberschichten-Traumwelten und Unterschichten-Freizeitspaß. Ein erfrischender Kunstgenuss.

Wo: Liebermann Villa
Wie lange noch: bis 3. Oktober 2017
Wie viel: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro


Hauptstadtfußball – Museum Ephraim-Palais (Mitte)

Was wären wir nur ohne den König Fußball? Nein, darüber sollst du nicht ernsthaft nachdenken. Seit 125 Jahren bestimmt die Hertha das Rasengeschehen in der Hauptstadt. Zunächst als Hobbyverein, benannt nach einem Ausflugsdampfer , später als Bundesligaprofi. Die Höhen und Tiefen der Hertha ruft die Ausstellung Hauptstadtfußball ebenso in Erinnerung, wie die wechselvolle Geschichte unserer Stadt. Es geht um Fans, Spieler und Funktionäre, Vergangenheit und Zukunftsvisionen. Mit Geschichten rund um den Berliner Fußball im Allgemeinen sollen auch Nicht-Hertha-Anhänger auf ihre Kosten kommen. Wer selbst etwas beitragen will: du kannst dich mit besonderen Anekdoten oder Devotionalien per Mail an  ausstellung@herthabsc.de als Teil der Ausstellung bewerben.

Wo: Museum Ephraim-Palais
Wie lange noch: bis 7. Januar 2018
Wie viel: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro


Kuss. Von Rodin bis Bob Dylan – Bröhan-Museum (Charlottenburg)

A kiss ist just a kiss… von wegen: Ein Kuss ist immer von Bedeutung, vor allem, wenn sich ein Künstler dieser zarten Geste annimmt. Rodins verschlungene Körper, die früher nur Herren hinter einem Vorhang betrachten durften, oder der intensive Kuss in Großaufnahme von Jürgen Teller. In der Ausstellung finden sich provozierende Exponate, erotische und einfach nur ästhetische Werke. Eröffnet wurde die Ausstellung artgerecht mit einer Knutschperformance von dem Künstlerpaar Römer + Römer mit Freiwilligen, die sich paarweise ganz für die Kunst hingaben. Weitere Aktionen werden noch folgen: Zum Beispiel begegnen an jedem 1. Donnerstag junge Musiker dem Jugendstil, am 27. Juli gibt es ein Sommerfest, und am 14. September gestaltet Starvisagist René Koch einen Lippenstiftabend.

Wo: Bröhan Museum
Wie lange noch: bis 3. Oktober
Wie viel: 9 Euro, ermäßigt 6 Euro

Quelle: QIEZ
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