• Sonntag, 18. September 2016
  • von Torsten Hahn

Top-Liste

Top 10: Restaurants mit Berliner Küche

  • Die Kneipe "Zur letzten Instanz" als Symbol für die Vielfalt der Berliner Gaststätten.
    Königsberger Klopse gehören zu den bekanntesten Klassikern in der Berliner Küche und stammen von ostpreußischen Einwanderern. Foto: Fotolia.com - ©Bernd Kröger

Die Berliner Küche ist rustikal und deftig und wurde über die Jahrhunderte vor allem von Einwanderern geprägt. Von Königsberger Klopsen und Bollenfleisch bis Hoppel Poppel und Kutschergulasch – in diesen urigen Restaurants wird üppig geschlemmt.

Marjellchen (Charlottenburg)

Die traditionelle Berliner Küche wurde durch Einwanderer geprägt – etwa aus Schlesien, Ostpreußen, Mecklenburg und Pommern. Im Marjellchen werden noch viele Gerichte nach solchen alten Rezepten gekocht. Das hat Seltenheitswert in Berlin. Neben Klassikern wie Topfsülze, Königsberger Klopsen oder Kalbsleber Berliner Art serviert die sympathische Patronin Ramona Azzaro vor allem deftig-süße Schmorgerichte mit Backobst oder Kümmel wie man sie in Ostpreußen und Pommern so sehr liebt. Etwa Falschen Gänsebraten, der in Wahrheit ein mit Pflaumen, Äpfeln und Schwarzbrot gefüllter Rippenbraten ist. Oder geschmorten Schweinekamm mit Backpflaumen und Hefekloß. Die Einrichtung wirkt wie aus der Zeit gefallen: etwas altbacken, aber irre gemütlich. Unbedingt reservieren!
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Schöneberger Weltlaterne (Schöneberg) 

Ob Hackbraten, Boulette, Leberknödelsuppe oder Kohlrouladen: in der Schöneberger Weltlaterne steht original Berliner Küche im Mittelpunkt. Dazu ein frisch gezapftes Bier und gemütlich, rustikale Einrichtung – es ist so einfach, die Berliner glücklich zu machen. Aber auch Nicht-Einheimische werden sich in der Alt-Berliner Restauration wohlfühlen und das Lokal garantiert nicht hungrig verlassen. Wenn Wirtin Angelika in guter Stimmung ist, und das kommt nicht selten vor, nimmt sie gern das Mikro zur Hand und stimmt ein Liedchen an.
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Max und Moritz (Kreuzberg)

Schon mal Hoppel-Poppel gegessen? Das ist die Berliner Version vom Bauernfrühstück, das mit Kassler verfeinert wird. Wer original Berliner Küche probieren will, kommt an dieser Kreuzberger Institution kaum vorbei. Im denkmalgeschützten Alt-Berliner Wirtshaus, das 1902 eröffnet wurde, stammt vieles noch aus der Gründerzeit. Die Fliesen und Wandreliefs, das Mobiliar, die schönen Stuckarbeiten im Kleinen Saal oder die Glasmalereien im Ballsaal erzählen von der über hundertjährigen Geschichte. Aus der Küche kommen natürlich Berliner Eisbein, Königsberger Klopse oder Bollenfleisch – das ist ein mit Schwarzbier geschmortes Lammragout mit grünen Bohnen, Möhren und Kartoffeln.
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Susanna Gotsch

Dicker Engel (Tiergarten)

Hier gibt es Fassbrause – immerhin eine Berliner Erfindung – tatsächlich noch vom Fass. Die Schnitzel sind groß und saftig, die Leber wird nach Berliner Art mit Äpfeln und gebratenen Zwiebeln serviert und die mächtigen Eisbeine sind kaum zu schaffen – und das zu ziemlich moderaten Preisen. Über allem wacht eine überlebensgroße Skulptur, die einem ziemlich dicken Engel ähnelt.
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Henne (Kreuzberg)

Das kleine, urige Alt-Berliner Wirtshaus mit karierten Decken, Jagdtrophäen, viel Holz und Patina genießt seit etlichen Jahren Kult-Status. Ohne Reservierung geht fast gar nichts. Dabei gibt es hier eigentlich nur eins: knusprige halbe Hähnchen – und das seit über hundert Jahren. Dazu bestellt man wahlweise Kraut- oder Kartoffelsalat. Zubereitet werden die Jungmasthähnchen angeblich nach einem alten Geheimrezept. Nun gut, etwas Geheimniskrämerei gehört zur Mythenbildung dazu. Wichtig ist: das Hähnchen schmeckt, ist außen kross und innen saftig. Okay, Currywurst und Boulette stehen auch noch auf der Karte. Darauf einen Mampe Halb und Halb.
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Zur letzten Instanz (Mitte)

Dieses Wirtshaus ist im Jahr 1621 als Trinkstube erstmals aktenkundig geworden. Heute gilt es als ältestes Restaurant Berlins. Sogar Napoleon soll sich hier am Kachelofen bedienen lassen haben. Einige Anbauten und Teile des historischen Interieurs sind noch immer erhalten. Seinen heutigen Namen bekam das Gasthaus in den 20er Jahren, als in der Nachbarschaft ein Gerichtsgebäude entstand. Bestseller sind die Zeugen-Aussage, hinter der sich Eisbein mit Rieslingkraut und Erbspüree versteckt, sowie das Kreuzverhör mit Kalbsleber, Schalotten, süßen Äpfeln und Kartoffelstampf. Außerdem: Bouletten, gefüllte Eier oder Kohlrouladen.
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Susanna Gotsch

Dicke Wirtin (Charlottenburg)

Der Name dieser urtypischen Berliner Kneipe geht auf Anna Stansbeck zurück. Die dicke Wirtin beglückte einst ihre Gäste, darunter viele Studenten, Künstler und Schauspieler, mit deftigen Eintöpfen, Schmalzstullen oder Schweinebraten. Ungebrochen ist die Anziehungskraft des Kneipen-Urgesteins auf Kiezbewohner und Gäste von überall her. Sie alle lieben die riesigen Portionen mit Klassikern der Berliner Hausmannskost, zum Beispiel das Kreuzberger Kasselersteak mit Gewürzgurke, Sauerrahm und Kräutern. Achtung: Bei der Schnitzelbestellung kommen gleich zwei Scheiben Fleisch auf den Teller. Gönn' dir als Absacker doch mal einen Spargelschnaps!
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Zur Alten Laterne (Köpenick)

Das Besondere in diesem urgemütlichen Altberliner Wirtshaus in der Köpenicker Altstadt ist das liebevoll zusammengetragene Interieur. Über Jahrzehnte hat der Wirt gemeinsam mit der bereits verstorbenen Charlotte von Mahlsdorf, der Gründerin des Berliner Gründerzeitmuseums, Raritäten und Kitsch aus nicht mehr existierenden, historischen Kneipen gesammelt. Sie stammen aus dem Scheunenviertel und aus Alt-Köpenick. In der Alten Laterne haben sie eine neue Heimat gefunden. Auf den Teller kommen Klassiker wie Hoppel-Poppel, Berliner Leber, eine deftige Kutscherstulle oder Fisch aus der hauseigenen Räucherei.
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Rikes Gasthaus (Schöneberg)

Die Wirtschaft befindet sich im Hotel Altberlin, das die wilhelminische Gründerzeit wiederaufleben lässt. Das Restaurant verfügt auch über eine hübsch eingedeckte Terrasse im typisch Berliner Hinterhof. Spezialität des Hauses ist das Kutschergulasch: ein Schmorgericht, bei dem Rind und Schwein in dunklem Lagerbier zart gegart werden. Oder das Berliner Bierhähnchen, das ebenfalls in Bier geschmort wird und mit einem kräftigen Majoran-Thymiansud serviert wird. Wer es etwas leichter mag, bestellt Havelzander mit Dill-Zitronensauce oder Schmorgurken. Auch lecker: Spreewälder Gurkensuppe mit Dill und Räucherlachs.
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Sophieneck (Mitte)

Gleich vorab: Im Sophieneck ist die Touristendichte sehr hoch. Eine Falle ist es trotzdem nicht. Hier gehen auch die Berliner gern essen. Authentische Berliner Küche, wenn sie denn gut zubereitet wird, schmeckt eben immer. Besonders zu empfehlen: die hausgemachten Berliner Bouletten mit warmen Kartoffel-Speck-Salat für den kleinen Hunger. Oder, etwas üppiger, die Eisbeinsülze mit Bratkartoffeln und der Sauerkrautauflauf mit Kassler.
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Susanna Gotsch

Quelle: QIEZ
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