• Montag, 11. April 2016
  • von ARTatBerlin.com

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Top 10: Ausstellungen im April

  • Galerie Arratia Beer - Mary Reid Kelley with Patrick Kelley Swineburne's Pasiphae, video still, 2014
    Ein Minotaurus lässt sich in diesem Video Still aus Mary Reid Kelleys Film "Swineburne´s Pasiphae" auf den ersten Blick vielleicht nicht für jeden erkennen. Foto: externe Quelle - ©Mary Reid Kelley

Ist das Kunst oder kann das weg? ARTatBerlin.com weiß genau, welche Künstler sehenswert sind. Sie sind immerhin die Hauptstadtexperten für zeitgenössische Kunst. Auf QIEZ verraten sie jeden Monat, welche Ausstellungen du nicht verpassen solltest ...

Bowling Ball Beach II von Jochen Dehn (Mitte)

Grundmaterial der Installation von Jochen Dehn ist eine große Ulme, die unter anderem bereits im Brandenburgischen Kunstverein Potsdam e.V. ausgestellt war. Dehn hat den Baum in einer ländlichen Gegend an der polnischen Grenze gefunden, ihn gefällt, zergliedert und in seinem Atelier in Paris eingelagert. Für jede neue Installation des Baumes in einer Ausstellung setzt der Künstler ihn in neuer skulpturaler Form zusammen, angepasst an den Umgebungsraum.
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Bis: 16. April 2016
Wo: Galerie Thomas Schulte, Charlottenstraße 24, 10117 Berlin
Wann: Dienstag bis Samstag von 12:00 bis 18:00 Uhr

Liebste Kunst im April

Pizza von Annette Kelm (Kreuzberg)

Alle Dinge, die auf diesen Fotografien zu sehen sind, haben einen geringen Wert. Es sind Gegenstände aus 1-Euro-Shops oder Fundstücke von der Straße, Pizzakartons oder Blumen vor einem an Mondrian erinnernden Hintergrund aus farbigem Papier. Ihre Inszenierung nobilitiert nichts, lässt die Dinge aber auch nicht einfach aus der Realität in kulturelle Bedeutungssphären abgleiten. Die auf dem Prinzip von Wiederholung und Variation basierenden Bilder, in denen diese Objekte im Mittelpunkt stehen, heben vielmehr das Fotografische selbst als Produktion von Zeichen und Bildern hervor. Gerade die Serialität erweist sich als Weg aus einem Bildbegriff, der in Repräsentation gefangen ist. Annette Kelms auf einer komplexen Strategie der Serie basierende Fotografie realisiert sich in diesem Sinne in immer schon differenten Wiederholungen. Balancing Wedge zeigt die gleiche, offenbar selbstgebaute Waage in unterschiedlicher Neigung. Die Aufnahme eines Pizzakartons, auf dem ein expressiv geformtes Stück Borke ruht, kontrastiert industrielles Standardprodukt und natürlich gewachsenes Fundstück, wird aber erst in der jeweils leicht abweichenden Darstellung zum enigmatischen Bild über die Fotografie als Zeichensystem. Und auch das Porträt der Künstlerin Lucie Stahl, das diese hinter einer roten Jalousie zeigt, ist ebenso sehr formale Komposition wie Studie über Nähe und Distanz, Bild und Abbild. (Textauszug: Vanessa Joan Müller)
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Bis: 16. April 2016
Wo: König Galerie, Alexandrinenstraße 118-121, 10785 Berlin
Wann: Dienstag bis Samstag von 11:00 bis 18:00 Uhr
 

Aerocene von Tomás Saraceno (Tiergarten)

Tomás Saracenos Aerocene Projekt besteht aus einer Choreographie um die Welt, aus Spuren in der Luft, aus mit Luft gefüllten Skulpturen, die die längste emissionsfreie Reise um die Welt antreten werden. Auftrieb erhalten sie allein durch Sonnenwärme und die Infrarotstrahlung der Erdoberfläche. Die Aerocene-Skulpturen brauchen zum Schweben weder fossile Brennstoffe noch Solarmodule oder Batterien, weder Helium, Wasserstoff noch ein anderes Edelgas. So übermitteln sie eine Botschaft von Einfachheit, Kreativität und Zusammenwirken für eine Welt turbulenter geopolitischer Beziehungen und erinnern uns an unsere symbiotische Beziehung mit der Erde und all ihren Lebewesen.
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Bis: 28. Mai 2016 (ab 29. April)
Wo: Ester Shipper, Schöneberger Ufer 65, 10785 Berlin
Wann: Dienstag bis Samstag von 11:00 bis 18:00 Uhr

 Aerocene 5,2m, 2015. ©Tomás Saraceno Aerocene 5,2m, 2015. ©Tomás Saraceno

 

Big Dipper von Ni Youyu (Mitte)

Big Dipper umfasst Arbeiten der letzten drei Jahre, von denen ein Großteil erst kürzlich in Ni Youyus erster Einzelpräsentation im MOCA Taipeh gezeigt wurde. Water Paintings, Bilder, die unter der Verwendung von Unmengen von Wasser wieder und wieder "abgewaschen" werden, um die antik und holzschnittartigen schwarzen Konturen zu erzielen, sind ebenso wie die Coin Paintings mittlerweile Klassiker in Ni Youyus Oeuvre. Letztere sind durch stetiges Hämmern von Münzen zu flachen Plättchen mutierte Bildträger, auf denen Ni Youyu vermeintliche Zen-Gärten mit feinstem Pinsel gezeichnet hat. In der Ausstellung ist darüber hinaus die neue Serie der Shrines zu sehen. Für diese hat der Künstler Vintage-Flipperautomaten aus Holz, die er während seinen Reisen auf der ganzen Welt zusammengesammelt hat, in Stillleben-Objekte transformiert, indem er sie übermalt, beklebt oder mit weiteren Readymades versehen hat, sodass sie wie eine Mischung aus Science-Fiction-Spielen und religiösen Devotionalien aussehen.
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Bis: 23. April 2016
Wo: Contemporary Fine Arts, Am Kupfergraben 10, 10117 Berlin
Wann: Dienstag bis Samstag 10:00 bis 18:00 Uhr
 

The Minotaur Trilogy von Mary Reid Kelley (Tiergarten)

Bestehend aus drei Filmen – Priapus Agonistes (2013), Swineburne´s Pasiphae (2014) und The Thong of Dionysus (2015) – zeigt The Minotaur Trilogy den tragischen Stammbaum mythologischer Kreaturen. Die Trilogie vereint Elemente des klassischen Dramas, moderner Literatur und Pop-Kultur und nimmt durch messerscharfe Statements zu Geschlecht, Verlangen und Eitelkeit das zeitgenössische Fortschrittsversprechen aufs Korn. Priapus Agonistes bringt Anleihen griechischer Mythologie mit Szenen kirchlicher Volleyballturniere zusammen, an denen die Künstlerin als Kind selbst teilnahm. Die Figur des Minotaurus, im Video als Frau dargestellt, lebt im Keller einer Sporthalle. Ihre Opfer sind die Spieler des unterlegenen Volleyballteams. Wie bei Jorge Luis Borges Minotaurus, der ihn in Das Haus von Asterion, als verletzlichen Anti-Helden porträtierte, ist der Minotaurus in Priapus Agonistes hoffnungslos verloren in einer Umgebung sich ewig wiederholender Räume. Die getöteten Opfer benutzt der weibliche Minotaurus hier als Grenzsteine, um sich den Weg zum Waschraum zu leiten.
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Bis: 16. April 2016
Wo: Galerie Arratia Beer, Potsdamer Straße 87, 10785 Berlin
Wann: Dienstag bis Samstag von 12:00 bis 18:00 Uhr
 

Saturated Kaos von Jenny Sandersson (Mitte)

Mit der schwedisch-amerikanischen Künstlerin Jenny Sandersson, Lebensgefährtin von Hollywood-Star Dolph Lundgren, holt Maler, Bildhauer und Kurator Peter Lindenberg einen aufsteigenden Stern der Downtown L.A. Art Scene nach Berlin: Ihre energiegeladenen, farbenfrohen Arbeiten mit Collage-, Graffiti- und Street Art-Elementen versetzen den Betrachter regelrecht in einen Farbrausch. Die Verwendung unterschiedlichster Maltechniken des Action Paintings machen Sanderssons Werke zu einem fulminanten Mixed Media-Erlebnis. Unterstützt wird sie von den kraftvollen Arbeiten der Berliner Künstlerinnen Evelyn Sommerhoff und Ina Lindemann sowie dem Maler und Bildhauer Volker Nikel. Peter Lindenberg wird auch ein paar kleine Arbeiten zeigen.
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Bis: 24. April 2016
Wo: Kunstraum F200, Friedrichstraße 200, 10117 Berlin
Wann: Montag bis Freitag von 11:00 bis 18:00 Uhr

Jenny Sandersson – via Kunstraum F200. ©Jenny Sandersson Jenny Sandersson – via Kunstraum F200. ©Jenny Sandersson

Monochromia von Alliance22 (Mitte)

Abstrakte Positionen können in der Ukraine auf keinerlei Unterstützung oder Interesse des Kunstpublikums zählen. Es ist wohl der politischen Situation und den fehlenden Strukturen der Kunstwelt in Ländern wie der Ukraine, Weißrussland aber auch Russland geschuldet, dass Künstler wie die der Gruppe Alliance22, seit Jahren und Jahrzehnten ohne jede nennenswerte Aufmerksamkeit von Galerien, Sammlern und Institutionen arbeiten müssen. Ursprünglich wurde die New Artistc Alliance (später geändert in Alliance22) als nicht kommerzielle Plattform von Badri Gubianuri, Constantin Roudeshko, Tiberiy Szilvashi und Serge Momot gegründet. Im Rahmen der New Artistic Alliance fand am 22. November 2012 die erste Ausstellung von Serge Momot zusammen mit der Komponistin Victoria Poleva statt. Seitdem wird an jedem 22. des Monats im Mikhail Bulgakov Museum in Kiew eine neue Installation mit Gastkünstlern aus der ganzen Welt eröffnet. 2015 wurde Sergey Popov das 5. Mitglied der Gruppe.
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Bis: 23. April 2016
Wo: Diehl Cube, Emser Straße 43, 10719 Berlin
Wann: Dienstag bis Freitag von 11:00 bis 18:00 Uhr, Samstag von 11:00 bis 14:00 Uhr


Selfies in the City von Romisa Sakaki (Mitte)

Abgesehen von der aktuellen Aufbruchstimmung, bedeutet eine Künstlerin aus dem Iran zu sein im Grunde automatisch, dass jede Arbeit als politisch betrachtet wird, da die Folgen - persönliche und sozioökonomische - der Revolution und die damit verbundenen Theokratie irgendwie immer in der kreativen DNA gegenwärtig sein werden. Die Open Walls Gallery zeigt die erste Einzelausstellung der in Teheran lebenden Künstlerin Romisa Sakaki, eine prominente und eindringliche Stimme ihrer Generation und Mitglied des immer wieder beeindruckenden #YPA Kollektivs. Ihre Arbeit überbrückt Gemälde einer Gesellschaft im Wandel mit Schnappschüssen von einer scheinbar unbeschwerten Zeit mit ihren Lieben, die sie mit einer einzigartigen Farbpalette und klaren Linien erfasst.
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Bis: 23. April 2016
Wo: Open Walls Galerie, Schröderstraße 11, 10115 Berlin
Wann: Dienstag bis Freitag von 12:00 bis 18:00 Uhr, Samstag von 14:00 bis 18:00 Uhr

Ein Gemälde der Ausstellung "Selfies in the City" - via Open Walls Gallery. ©Romisa Sakaki Ein Gemälde der Ausstellung "Selfies in the City" - via Open Walls Gallery. ©Romisa Sakaki

In Between von Dario Puggioni (Mitte)

Die Gemälde des italienischen Künstlers Dario Puggioni verfügen über eindrucksvolle Merkmale klassischer Werke, vornehmlich der Tenebristen. Diese Grundlage nutzt Puggioni, um Kontrast zu erzeugen, sein Bildmaterial technisch zu entrealisieren und die Substanz seiner Motive neu zu formieren. Seine Arbeiten sind akribisch konstruiert und mit Öl auf Aluminium, Holz, Papier, Kupfer oder auch Acetat gearbeitet. Wirksam sind sie sowohl in Groß- als auch in Kleinformaten.
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Bis: 28. Mai 2016 (ab 23. April)
Wo: Janinebeangallery, Torstraße 154, 10115 Berlin
Wann: Dienstag bis Samstag von 12:00 bis 18:00 Uhr
 

Life goes on without me von Maya Bloch (Tiergarten)

Dargestellt sind traumartig anmutende Szenerien, die auf und am Rande längst vergangener Familienfeiern zu spielen scheinen, und in denen vorwiegend weibliche Akteure auftreten, teils allein, teils zu Gruppen arrangiert. Einige der Figuren sind geradezu naturalistisch wiedergegeben, andere expressionistisch verzerrt. Man sieht sich an Motive von James Enzor, Edvard Munch, Marc Chagall sowie des frühen Lyonel Feininger erinnert, hat es formal wie inhaltlich jedoch mit explizit zeitgenössischer Malerei zu tun. Denn was hier in nostalgischem Gewand mit innovativen malerischen Mitteln verhandelt wird, ist das in der Kunst der Gegenwart wieder hochaktuelle Thema der menschlichen Gestalt. Maya Bloch erforscht dabei nicht allein das bildnerische Potential unterschiedlicher Darstellungsformen. Sie untersucht zudem auch die Konsequenzen des Nebeneinanders sowie die Gleichzeitigkeit derselben und schafft so vielschichtige Sittengemälde und Porträts im Spannungsfeld von Anschauung, Erinnerung und Fiktion.
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Bis: 16.April 2016
Wo: Galerie Guido W. Baudach, Potsdamer Straße 85, 10785 Berlin
Wann: Dienstag bis Samstag von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Quelle: QIEZ / externe Quelle
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