• Donnerstag, 20. Oktober 2016
  • von Mareile Morawietz

Top-Liste

Top 10: Upcycling-Läden in Berlin

  • Bunte Sitzbank aus alten Olivenöl-Dosen. Auf der Bank steht eine Metallschüssel voll Obst
    Diese wunderschöne Sitzbank aus alten Olivenöl-Dosen sieht in jedem Flur einfach nur klasse aus! Stauraum PLUS Style. Foto: externe Quelle - ©Rafinesse & Tristesse

Wegwerfen kann jeder – leider. Zum Glück beherrschen aber auch einige die Kunst, aus "Müll" Neues zu schaffen. Als Trendsetter-Stadt hat Berlin etliche Läden, in denen Upcycling groß geschrieben wird. Hier unsere Wiederverwerter-Favoriten...

Zweite Liebe (Pankow)

In die Papeterie Zweite Liebe verliebt man sich auf den ersten Blick: Die Auswahl wunderschöner Papiere, Stifte, Notizbücher, Spielzeuge und kleiner Geschenkartikel geht direkt ins Herz. Aber bei Tina Hustedt stimmen auch die Geschichten, die hinter den Produkten stehen. Alles, was sie hier anbietet, ist fair produziert und nachhaltig. Die Hersteller verwenden recycletes Papier oder nutzen wiederverwertbare Materialien für außerordentliche Upcycling-Produkte. Zum Großteil setzt Hustedt dabei auf kleine Designlabel wie OYOY und Frau Ottilie, Traditionsmarken wie Sonnenleder und Goldbuch oder förderliche Zusammenarbeiten wie bei dem Designer Markus Witte mit der VIA Beschäftigungsstätte. Ein Besuch in der Zweiten Liebe lohnt auch ohne Kaufabsichten – eine schöne Idee als Geschenk für sich und andere lässt sich immer finden.
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François Rossier (Neukölln)

Für den gebürtigen Schweizer François Rossier ist Berlin das Upcycling-Paradies. Hier findet er schon auf dem Weg zur Arbeit seine Ideen und Materialien, die er im Sinne von Marcel Duchamps Objet trouvé neu arrangiert. So erhält ein Stuhl als Schublade eine zweite Chance der Menschheit zu dienen und die Augen zu erfreuen. Eine alte Leuchtwerbung kann nun cool und schick Licht in Flur und an die Garderobe bringen. In seinem früheren Leben war François Rossier Filmschaffender, doch es packte ihn das Verlangen unabhängig und selbstbestimmt kreativ mit seinen Händen zu arbeiten. Das war das Beste was ihm und allen die auf der Suche nach ungewöhnlichen Möbeln sind passieren konnte. Seine Designstücke bezeichnet der Künstler lieber als Kunst-Nutz-Objekte, die man direkt bei ihm im Atelier in Neukölln erwerben kann.
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Upcycling Deluxe (Mitte)

Eric Pieper und Stanislaus Teichmann vertreiben in ihrem Concept Store internationale Design-Produkte aus wiederverwendeten Materialien. Das Sortiment wird ständig erweitert, dabei ist es mit mehr als 1500 Produkten von 50 Designern schon ordentlich groß: Taschen aus alten Schläuchen oder Kaffeesäcken gehören ebenso dazu, wie Portemonnaies aus Mülltüten, Gürtel aus Fahrradreifen und Schränke aus Ölfässern. Die Hersteller sind kleine Manufakturen in Europa, soziale Kooperativen und Familienbetriebe aus aller Welt. Neben dem Upcycling-Gedanken wird hier auch die faire Produktion sehr ernst genommen. Gute Arbeitsbedingungen und ökologische Verträglichkeit sind auch bei den Partnern ein Muss. Unter dem Dach von Upcycling Deluxe finden sich auch Berliner Designer: El Reinventor, Feine Hüte, GOMA, Luckycaps, Pierre Guibert, Sag + Sal und viele mehr.

Straubju


Koko Schultz & Freunde (Kreuzberg)

Einst durch die lässig mediterranen Olivenölkanister-Möbel des Designlabels Rafinesse & Tristesse bekannt geworden, beherbergt Koko Schultz & Freunde mittlerweile ein ganzes Kollektiv cooler Berliner-Upcycling-Designer. Janni.redesign macht aus alten Möbeln der 1950/60er kleine originelle Designerstücke, Mymako wandelt Stoffe und Mode der Sixties bis Eighties in moderne Kollektionen. Jesper Jensens stylishe Gläser waren zuvor Weinflaschen und Stuart N.R. Wolfes unverwechselbare Fahrrad-Lampen erhellen nun stilsicher Berliner Haushalte. Einige der Designer werkeln direkt hinter dem Ladenlokal in verschiedenen Ateliers. Falls mal etwas nicht direkt vor Ort gefertigt wird achten die Kreativen darauf, dass auch die Partner sich der Ökologie und Nachhaltigkeit verschrieben haben.
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K.W.D. (Friedrichshain)

K.W.D. klingt schon wie einer der ganz großen Markennamen – auch wenn es noch ein recht junges Label ist halten die Produkte was ein Globalplayer von heute versprechen muss: Die Taschen, Kleinmöbel und Accessoires sind modern, nachhaltig, ungewöhnlich und einzigartig. K.W.D. steht für Katja Werner Design. Und Katja Werner erschafft und macht noch alles selbst. 2007 gründete sie ihr Label, um "vergessen geglaubtes von der Straße zu adoptieren und einer neuen Bestimmung zuzuführen". Alte Kassenförderbänder werden als hipper Rucksack wiedergeboren, Fahrradschläuche finden sich als Sitzfläche eines Kinderstuhls im Shabby Chic wieder und handverlesene Schläuche dienen fortan in "allen Fällen mangelnden Zusammenhalts". Wie das funktioniert könnt ihr bei einem Besuch im Showroom entdecken, denn Katja Werners Atelier befindet sich ebenfalls dort.
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Upcycling Fashion Store (Mitte)

Ein Store mit klarem Konzept: Hier wird die unnötige Verschwendung von Wertstoffen modisch und stilsicher aufgehalten. Mit mehr als 20 verschiedenen Labels aus ganz Europa gelingt dem Upcycling Fashion Store die Umsetzung des Konzepts hervorragend und nachhaltig. Überzeugen kann man sich in dem Ladenlokal in Mitte, dessen Einrichtung ebenfalls den Upcycling-Richtlinien entspricht. Rohre, alte Fenster und Kisten gestalten das ideale Umfeld für Mode und Accessoires der Hausmarke aluc, anderer Berliner Designlabel wie ReClothing und Pamoyo. Zukunftsgrößen aus Österreich wie Steinwidder, Carina Fürst und der TrashDesignManufaktur. Mit Stammtischen und Blogger-Events vernetzt der Fashion Store außerdem Upcycling-Interessierte aus allen Bereichen des Lebens.
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Straubju


TingDing Atelier (Neukölln)

"Keine Ästhetik ohne Ethik" heißt es bei TingDing. Mit hohem Anspruch und ausgefallenen Ideen gestaltet der Designer Philippe Werhahn aus gebrauchten Textilien neue modische Trendstücke. Bei seinen Upcycling-Damenkollektionen achtet Philippe Werhahn darauf, dass das Vorleben des einstigen Kleidungsstücks nach Möglichkeit Spuren hinterlässt. Es bleibt also eventuell sichtbar, dass der lässige Pullover zuvor als Hose die Modewelt begeisterte. Die Unikate sind in jedem Fall modern und trendsetzend. Werhahn, will mit TingDing nicht nur seine eigenen Ideen umsetzen, sondern auch andere für die unbegrenzten Möglichkeiten des modischen Upcyclings gewinnen. Sein Wissen und seine Arbeitsfreude gibt er in Workshops auf der ganzen Welt weiter.
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Wertvoll (Prenzlauer Berg)

Nicht jedes Label ist in der finanziellen Lage Zertifikate zu erwerben, die beweisen wie fair oder ökologisch die Designprodukte hergestellt wurden. Wertvoll vertreibt nicht nur Marken, die das Up- und Recycling nachgewiesenermaßen verinnerlicht haben, es hilft auch durch eigene Kontrollen genau den jungen Marken glaubwürdig im Wertvoll-Store aufzutreten, die sich die Zertifikate nicht leisten können. Das ist fair, im doppelten Sinne: Beim Shopping im Wertvoll kann man sich also rundum gut fühlen – mit seinen Einkäufen unterstützt man kleine Labels bei denen die Klamotten noch handgefertigt werden. Oder man spendet automatisch beim Kauf an Hilfsprojekte oder soziale Einrichtungen. Das gute Gewissen kann man dann in den tollen Outfits von Annette Rufeger, People Tree, Slowmo, banuq by Atelier Awash und anderen Trend-Marken zur Schau tragen.
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Loveco (Friedrichshain)

Das Mekka für hippe Veganer und alle anderen, die Wert auf guten Mode-Geschmack legen: Bei Loveco kommt nichts auf den Ladentisch, was nicht in Sachen Nachhaltigkeit und Tierschutz zu tausend Prozent überzeugt. Das Angebot von Loveco wird trotzdem immer größer, denn viele aufstrebende Designer erkennen, dass Ökologie und Upcycling nicht bedeutet auf Coolness und Schick zu verzichten. Die Marken bei Loveco sind in jeder Hinsicht anspruchsvol – so setzt sich zum Beispiel Glimpse gegen Menschenhandel und Prostitution in Indien ein, LangerChen waren eine der ersten die faire Arbeitsbedingungen in China garantieren konnten und KnowledgeCotton Apparel hat sich schon in den 1980er Jahren mit Biobaumwolle beschäftigt und nutzt heute zusätzlich Bioleinen und recycelte Plastikflaschen für Mode-Entwürfe.
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Straubju


Geyersbach (Prenzlauer Berg)

Was die Dielen, die Geyersbach zu zeitlos schönen Möbeln verarbeitet, in den letzten 100 Jahren schon gesehen haben... verraten sie (zum Glück) nicht! Fakt ist: sie lagen lange Zeit in irgendwelchen Berliner Gründerzeithäusern, ehe sie in der Geyersbach-Werkstatt zu neuem Leben erweckt wurden. Ulf und Katja Geyersbach schaffen aber nicht nur aus alten Dielen einladende Tische und stylische Bänke auch alte Türen haben als Tische,Türrahmen und als Hocker eine designte Zukunft. Welche Geschichte das Holz auch verbergen mag, bei den Geyersbach erfährt es viel Liebe und strahlt fortan nur noch Wärme und Geborgenheit aus. Apropos Geschichten: Im Möbelsalon der Geyersbachs finden in unregelmäßigen Abständen auch Lesungen und andere kulturelle Events statt.
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Quelle: QIEZ
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