• Freitag, 15. März 2013
  • von Nikolaus Triantafillou

Verkehrsexperte Wolfgang Schönekerl

Schlaglöcher: Wer zahlt die Schäden am Auto?

  • Die Schlaglöcher lassen Berlins Straßen wie Kraterlandschaften aussehen.
    Schlaglöcher in dieser Größenordnung lassen Berlins Straßen wie Kraterlandschaften aussehen. Foto: Der Tagesspiegel - ©Thilo Rückeis

Harte Winter tun den Straßen weh: Wenn der Frost endlich vorbei ist, wird sich die Zahl der Schlaglöcher auf unseren Straßen wieder massiv erhöht haben. Den Kommunen fehlt allerdings das Geld, um alle Schäden auf einmal auszubessern – daher geschieht oft gar nichts. Doch was passiert, wenn der eigene Wagen durch den schlechten Straßenzustand beschädigt wird? Rechtsanwalt und Verkehrsexperte Wolfgang Schönekerl gibt Auskunft.

Selbst moderne Autos können durch Schlaglöcher in Mitleidenschaft gezogen werden. Besonders gefährdet sind Radkappen, Alufelgen, Spoiler oder Auspuffteile. Anwalt Wolfgang Schönekerl ist Experte für Verkehrsrecht. Er rät, Schlaglöcher umgehend an die zuständigen Behörden zu melden und erklärt: "Wenn der Verantwortliche für die Straße – das können Bund, Land oder auch die Kommunen sein – von Mängeln in der Straße, von größeren Schlaglöchern, von gefährlichen Stellen erfährt, ist er dazu verpflichtet, in kürzester Zeit zu handeln."

Das Vorgehen des Verantwortlichen kann unterschiedlich aussehen: "Er muss die Stelle sichern. Das kann auf verschiedene Art und Weisen passieren. Er kann durch Hinweisschilder auf eine schlechte Straße hinweisen. Er kann die Geschwindigkeit, die zulässige, herabsetzen und er kann natürlich – das ist der Idealfall für die Kraftfahrer dort – die Fehler beseitigen und die Löcher flicken", erläutert Schönekerl.

Rechtliche Schritte in Erwägung ziehen

Wenn das eigene Auto durch ein ungesichertes Schlagloch in Mitleidenschaft gezogen wird, kann sich der Fahrer rechtliche Schritte überlegen. Die Chancen stehen nicht schlecht: "Da gibt es eine ganze Reihe von Entscheidungen. Zum Beispiel liegt mir jetzt eine Entscheidung vom Landgericht Zwickau vor, aus dem Jahre 2010. Dort hat das Landgericht entschieden, dass die Stadt in diesem Falle 70 Prozent der Schäden am Kraftfahrzeug zu ersetzen hatte, weil der Eigentümer des Kraftfahrzeugs dort an seinem Fahrzeug einen nicht unerheblichen Schaden erlitten hat", so Schönekerl.

Wer den Rechtsweg beschreiten will, sollte einige wichtige Ratschläge beherzigen. Der Anwalt erinnert daran, dass die Beweise gesichert werden müssen: "Das heißt Fotos vom Schaden machen, Fotos vom Schlagloch machen. Der Betroffene sollte sich Zeit, Datum und dergleichen notieren, damit er auf diese Angaben im Bedarfsfall zugreifen kann. Zweitens sollte er sich natürlich an einen spezialisierten Anwalt für Verkehrsrecht wenden. Meine Empfehlung hierzu, sich der Gelbe Seiten zu bedienen. Dort findet man nach Rechtsgebieten geordnet die Spezialisten in seiner Nähe und kann dann darauf zurückgreifen."

 

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Quelle: QIEZ / Gelbe Seiten
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