• Samstag, 15. April 2017
  • von Gastautor

Houzz

So geht der typische Berlin-Style

Understatement, Lässigkeit und große Vintage-Kennerschaft: In Berliner Altbauwohnungen wird ein ganz bestimmter Einrichtungsstil zelebriert. Die Experten von Houzz, dem weltweit führenden Online-Plattform fürs Wohnen, Bauen und Einrichten, erklären ihn dir.

Aber was ist das eigentlich, der Berlin-Style? Entstanden aus der typischen "Arm aber sexy"-Attitüde, als Mischung aus Not (wir müssen auf dem  Flohmarkt  kaufen) und  Hipster -Coolness (man macht etwas Kreatives, auch mit seinem Zuhause), ist der Berliner Stil inzwischen eine verfeinerte Mischung aus Understatement, Improvisation und lässiger Kennerschaft (Stichwort: Vintage-Möbel).
 


Der Berliner Esstisch


Berliner mögen es einerseits puristisch, andererseits ist es ja auch schon wieder Luxus, sich eine gewisse Form des Understatements zu leisten. Bauhaus, Vintage, Midcentury, Seventies, Erbstücke, skandinavisches Design, ein paar Details aus dem großen schwedischen Möbelhaus und viele Insignien für die Intellektualität, den Kunst-Faible und die Weltgewandtheit des Bewohners – all das macht den Berliner Wohnstil aus.

Den Hauptstadt-Look nachmachen:

Mut und Selbstbewusstsein braucht, wer seine Wohnung wie ein Berliner Hipster einrichten will. Und das ist weniger auf teure Anschaffungen bezogen, als auf ein gewisses Freimachen vom eigenen Geschmack – oder den Willen zur Assimilation. Denn der echte Trendliebhaber zwischen Mitte, Kreuz- und Prenzlauer Berg achtet ehrlich gesagt durchaus darauf, welche Stühle, Tische und Leuchten bei den Nachbarn gegenüber oder den Bekannten von Bekannten stehen. Abgucken ist jedoch ausdrücklich erlaubt und Inspirationsquelle No.1!
 


Die Berliner Küche

Omas alter Küchentisch, ein Einmachglas als Blumenvase, ein stylischer Kühlschrank, Edelstahlküchenelemente, graue Fabrikleuchten, blaue Flohmarktstühle: eine Küche im Berlin-Style wirkt einerseits wahllos zusammengewürfelt – überzeugt andererseits aber genau dadurch. Weil es eben gerade dann harmonisch ist, wenn scheinbar nichts zueinander passt.

Den Hauptstadt-Look nachmachen:

Bei jeder Küchenplanung haben Spüle, Herd und Elektrogeräte oberste Priorität. Doch wie viel Platz bleibt dann für den Tisch? Irgendwo müssen doch auch all die Gäste des nächsten Guerilla Dinners Platz finden! Also lieber auf Küchenarbeitsplatten verzichten und den Esstisch zum Schnippeln nutzen. Auch in einer Miniküche. Durch starke Wandfarben wie das British Racing Green wirken Küchen viel gemütlicher und keineswegs zwangsläufig dunkler.
 

 

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Der Berliner Arbeitsplatz

Ja, so werkelt und bloggt der Freelancer in der Hauptstadt vor sich hin. Auf seinem Eames-Chair, gern vintage und aus Fiberglas – das Budget wird wieder ausgeglichen durch eine simple aufgebockte Tischplatte. Flatscreen, kreative Pinnwände, Moodboards und variable Tischleuchten in klassischer Form (wer hat: eine Kaiser Idell; Lampe Gras oder eben die schlichte Standard-Klemmleuchte aus dem großen Möbelhaus) sind ebenso wichtig wie eine chaotische Arbeitsatmosphäre, die immer nach Stress und Deadlines aussieht. Auch wenn vielleicht zur Zeit mal wieder keine Uhr tickt…

Den Hauptstadt-Look nachmachen:

Die Kombination aus teuren Designermöbeln und günstigen Tischböcken freut nicht nur den Berliner Hipster, sondern auch das Portemonnaie. Selbstgemachte Pinnwände aus einfachen Sperrholzplatten, eine selbstlackierte Tischplatte, passend zu den Böcken, verleihen dem Home Office Ruhe; dezente Typographie-Deko dient als Hingucker in Konzentrationspausen.
 


Das Berliner Wohnzimmer


Studentenbude oder Werber-Zuhause? In Berliner Wohnzimmern ist nicht immer ganz klar, ob es sich um Erbstücke, Glücksgriffe auf dem Mauerpark-Flohmarkt oder doch um teure Designermöbel im Vintage-Look handelt. Wer seine Chesterfield-Möbel mit einem grünen Samtsofa und einem schwarz-weißen Kuhfell, oder aber eine Disco-Kugel mit einer Tripod-Leuchte kombiniert, der beweist vor allem eins: Gemütlichkeit, Klasse und Sinn für Humor. Berlin halt.

Den Hauptstadt-Look nachmachen:

Eine Wohnzimmersitzgruppe muss nicht immer aus einem Guss sein, ja, in Berlin darf sie das quasi gar nicht: hier finden sich durchaus verschiedene Sessel und Sofas in einem Raum. Das Nicht-Festlegen-Wollen gehört eben auch zur Mentalität, weswegen es keineswegs tragisch ist, wenn Stehleuchte und Teppich wiederum vom Style abweichen.



Das Berliner (Bade-)Zimmer


Berliner Bad-Regel Nr. 1: meistens sind sie schlauchartig, lang, fensterlos oder merkwürdig verwinkelt. Regel Nr.2 lautet daher: das Beste draus machen. Glücklich, wer eine Badewanne hat, so winzig das Bad auch ist. Auch Duschen in der Mitte des Raums, durch die man bis zur Toilette hinten hindurchgehen muss, wurden schon gesichtet. Gar nicht zu reden von Duschkabinen in der Küche in noch unsanierten Altbauwohnungen. Den Berliner kann jedenfalls, was Badezimmer betrifft, nichts vom Hocker hauen (und auch nichts, was den Schnitt anderer Räume betrifft – welche Stadt lieh sonst einem großen, doch fast  fensterlosen Durchgangszimmer stolz ihren Namen ? Eben.)

Den Hauptstadt-Look nachmachen:

Dank schöner Fliesen lässt sich ja schon viel retten. Helle Duschvorhänge und weiße Deckenfarbe tun ihr übriges, um aus dem dunkelsten Loch ein freundliches Bad zu zaubern. Wenn dann noch goldene Akzente wie diese Vintage-Garderobe hinzu kommen, umso besser. Auch vorbildlich: dezente, aber effektive Stahlseile als Duschvorhangshalterung.
 


Die Berliner Aussicht


Viele Berliner genießen eine fantastische Aussicht über die Dächer der Stadt. Wer keine illegale Dachterrasse oder heimlichen Zugang zu seinem Flachdach hat, der besitzt hoffentlich einen Balkon. Für ein wenig Grün, das dem Berliner schon am Herzen liegt. Alternativ fährt die Mitte-Crowd am Wochenende gern raus an den See, in die Uckermark oder den Schrebergarten. Aber noch bequemer ist es, eigene Kräuter auf dem Balkon zu züchten. Und von drinnen dabei zuzugucken, wie alles gedeiht. Und wie die Stadt schläft, wenn sie es denn mal tut.

Den Hauptstadt-Look nachmachen:

Für eine breite Fensterfront in der Wohnung braucht man vor allem eins: starke Arme oder eine Putzhilfe, die sich mit Fensterputztricks auskennt. Denn die schönste Fensterfront wirkt nicht, wenn alles voll Hauptstadtluft oder Schlieren ist. Alternativ ziehen Sie die Rollos und Vorhänge zu, was das Problem jedoch auch nur temporär löst. Allerdings haben Jalousien den Vorteil, dass die Nachbarn nicht mehr reinglotzen können.

Der Berliner Flohmarktfund

Nicht nur in den "An- und Verkauf"-Läden, die über die ganze Stadt verteilt sind, können dank Wohnungsauflösungen super Fundstücke ergattert werden. Berliner neigen dazu, aus Bequemlichkeit Möbelstücke mit "Zu verschenken!"-Zettel einfach auf den Gehweg zu stellen – zuweilen kann man echte Glücksgriffe machen. Falls man schnell genug ist. Und wer einen Hang zum Restaurieren, Abschleifen und Reparieren hat, der ist in Berlin sowieso goldrichtig.

Den Hauptstadt-Look nachmachen:

Freuen Sie sich, wenn Sie vermeintlich abgerockte Möbelstücke oder Accessoires wie alte Koffer oder kaputte Lampen auf der Straße aufspüren. Man kann aus nahezu Allem einen tollen Einrichtungsgegenstand machen und auch aus einem abblätternden Stuhl wieder einen Hingucker kreieren. Geduld, handwerkliches Geschick gehören natürlich auch dazu. Und Sie sollten vielleicht nicht gerade Perfektionist sein…sind wir Berliner auch nicht.
 


Der Berliner Flur

Obligatorisch in jeder großen Altbauwohnung: der ewig lange Flur. In manch einem soll man vom einen bis zum anderen Wohnungsende Minuten unterwegs sein, haben wir gehört. Da können sich Hunde und Kleinkinder austoben und der Hipster mit seinem Rennrad ein paar Runden drehen. Das parkt ohnehin sehr gern im Flur und wird somit zum Lieblingseinrichtungsgegenstand jedes zweiten Berliners. Grob geschätzt.

Mehr Ideen, wie Sie Ihren Flur gestalten

Den Hauptstadt-Look nachmachen:

Einen Flur sollte man so hell wie möglich gestalten. Deckenstrahler, ob nun integrierte Halogenleuchten oder Hängeleuchten, dazu hell gestrichene Wände. In diesem Fall hat Otto von Berlin mit einem Augenzwinkern aus alten Rohren eine Garderobe gebaut. Meistens gucken die Rohre ja leider an Stellen aus der Wand hervor, wo man sie zu nichts gebrauchen kann. Hier wirkt das Kupferrohr fast wie eine Kunstinstallation.
 


Der Berliner Hinterhof

Vorderhaus, Seitenflügel, Aufgang B oder doch Hinterhaus? Die versteckten Häuserfluchten der Großstadt halten oft kleine Oasen bereit, die zwar nicht immer grün sind, aber für Ruhe im Trubel sorgen. Manche Hausgemeinschaften tun sich zusammen und schaffen eine Begegnungsstätte (diese hier befindet sich übrigens in Tribeca. Aber Berlin ist ja ohnehin das bessere New York von früher).

Den Hauptstadt-Look nachmachen:

Wichtig für eine komfortable Sitzecke auch in feuchten Hinterhöfen ist der Bodenbelag. Auf kaltem Beton sorgen Holzplatten oder Kunstrasen für eine schöne Atmosphäre. Witterungsbeständige Gartenmöbel, viele Topf- und Kübelpflanzen sowie eine Gartenbeleuchtung dazu und fertig ist die Großstadtoase!

Berlin-Flair selber machen: entdecken Sie tolle DIY-Ideen


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Quelle: Houzz
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