• Dienstag, 03. April 2012

Präventionsprojekt für Grundschüler

Ein lautes "Nein!"

  • Gewaltprävention
    Wie wichtig es für Kinder sein kann, deutlich "Nein!" zu sagen, das vermittelt ein Präventionskurs der Berliner Polizei. Foto: dapd - ©Jens Schlueter

Ein Stoffbär der Berliner Polizei soll Grundschüler lehren, Nein zu sagen. Als Mitglied in einem mobilen Präventionsteam hilft er den Kindern, das Entstehen und die Formen von Gewalt besser zu verstehen und sich zu wehren.

Sobald "Brummi", eine 1,40 Meter große Bärenpuppe der Berliner Polizei, sein großes Klappmaul öffnet, verstummen die Kinder im Klassenzimmer neugierig. Der knuffige Bär begleitet Verhaltenstrainer der Polizeibehörde bei ihren Besuchen an Berliner Grundschulen. In einem kindgerechten "Anti-Gewalt-Training" sollen die Schüler zwischen sieben und neun Jahren lernen, sich gegen sexuelle Belästigung zur Wehr zu setzen. "Wir wollen Kinder stark machen, damit sie lernen, Nein sagen zu können“, so Heike Kurzer, Hauptkommissarin und Verhaltenstrainerin.

Drei Stunden nimmt sich der Präventionskurs für die Schülerinnen und Schüler Zeit. Ein zweiköpfiges Team der Polizei klärt die Kinder dabei zunächst über die Ausmaße von Gewalt auf. Dass höhnisches Gelächter und Schimpfworte ebensosehr verletzen können, wie Schläge und Tritte, versuchen die Beamten den Kindern nahezubringen. "Anschließend sprechen wir mit ihnen über Gefühle“, sagt die Präventionsbeauftragte Kurzer. Wichtig sei, dem "Alarmgefühl" im Inneren zuzuhören. Wacklige Beine, Bauchschmerzen und schneller Herzschlag könnten ein Zeichen dafür sein, schnellstens das Weite zu suchen.

Bedrückenden Situationen richtig begegnen

Der große Stoffbär gerät selber oft in solch eine missliche Lage und "die Kinder sagen Brummi dann, was er tun muss", beschreibt Kurzer. Daneben wird auch eine Annäherung auf dem Spielplatz simuliert. Ein Unbekannter rückt dabei nah an ein Kind heran, sucht Körperkontakt und lockt es mit imaginären Hundewelpen. "Die Schüler sollen merken, wie unangenehm sich das anfühlt", so die Verhaltenstrainerin Kurzer. Am Ende der Übung sollen sie lernen, deutlich hörbar "Nein, lassen Sie das, ich kenne Sie nicht!" auszurufen, wegzulaufen und eine andere Person um Hilfe zu bitten. "Das ist für die Kinder schon ein ganz großer Schritt", so Kurzer.

Vor kurzer Zeit erst hat sich in der Nähe einer Grundschule in Hohenschönhausen ein ähnlicher Fall ereignet. Ein Fremder hatte dort versucht, eine Schülerin in sein Auto zu locken. Das Mädchen handelte glücklicherweise richtig. Es lief davon und informierte eine Lehrerin.

Fachgerechte Nachbereitung

Gegen Ende ihres Besuchs schenkt das Präventionsteam der Schulklasse eine CD mit Hörspielen und Liedern vom Bär Brümmi. Der von Verhaltenstrainern konzipierte Inhalt soll bei der Nachbereitung des Kurses helfen. Darüber hinaus regen Lückentexte und Malbögen dazu an, das wichtige Thema der Gewaltprävention nicht aus den Augen zu verlieren. Daheim sollen die Kinder mithilfe eines Quiz' auch mit ihren Eltern über die Erfahrungen und Lerninhalte sprechen.

Das Projekt mit dem Bär Brummi ist speziell für Kinder der dritten Klasse ausgearbeitet worden. In diesem Alter würden die Schüler beginnen, sich auch einmal selbstständig in der Stadt zu bewegen, einzukaufen oder sich mit Freunden auf dem Spielplatz zu treffen. In 180 Klassen konnte Brummi im letzten Jahr sein Wissen weitergeben und auch die Termine für dieses Jahr sind schon fast ausgebucht.

Informationen für Lehrer zur Brummi-Veranstaltung der Polizei gibt es unter der Telefonnummer: 030-466494600

Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel
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