Berlinale 2018

Diese fünf Berlinale-Filme gehören auf deine Watchlist

Diese fünf Berlinale-Filme gehören auf deine Watchlist
Szene aus dem Berlinale Film "Transit": Georg (Franz Rogowski) verheimlicht Marie (Paula Beer), was mit ihrem Ehemann passiert ist. Zur Foto-Galerie
Seit das Berlinale-Programm vor einer Woche veröffentlicht wurde, ist meine Vorfreude kaum noch auszuhalten. Geht es dir auch so oder brauchst du einen Wegweiser durch das enorme Angebot? Hier sind die Filme, die auf meiner Must-See-Liste stehen. Vielleicht ist auch was für dich dabei...

Endlich beginnt wieder diese besondere Zeit im Jahr, in der der Potsdamer Platz mein Zuhause ersetzt und sich für mich die Grenzen zwischen Tag und Nacht komplett auflösen: Es ist Berlinale! Bei insgesamt 323 Filmen, die in den nächsten elf Tagen gezeigt werden, kann man schon mal den Überblick verlieren, aber selbst das kann das cineastische Vergnügen in keiner Weise mindern. Stürze dich hinein und lass dich bloß nicht abschrecken, denn viele der Filme, Dokus oder Serien werden dich wie mich schwer beeindrucken und unsere Liebe für das filmische Erzählen noch mehr wachsen lassen. Hier eine kleine Auswahl meiner persönlichen Berlinale-Highlights.

Yardie (Panorama Special)

Inhalt: Ein junger Mann namens D muss in den 70ern auf Jamaika mit ansehen, wie sein älterer Bruder ermordet wird. Selbst zehn Jahre nach der schrecklichen Tat, lässt ihn die Erinnerung an das Geschehen nicht los. Mittlerweile lebt D in London und verdient sein Geld als Drogenkurier. Mit seiner Jugendliebe Yvonne hat er zwar ein Kind, doch seine kriminelle Laufbahn belastet die Beziehung zu seiner Familie. Die privaten Probleme schiebt er beiseite, als er eines Tage wieder auf den Mörder seines Bruders trifft…

Warum sehenswert: Yardie ist das Regiedebüt des ausgezeichneten Schauspielers Idris Elba, der mir vor allem seit der britischen Krimi-Serie Luther bekannt ist. Der Kameramann dieser Serie, John Conroy, arbeitet übrigens bei Yardie erneut mit Elba zusammen. Der Stoff ist vielversprechend und bietet einen Einblick in das Milieu jamaikanischer Immigranten, die in London die Kultur der 80er nicht nur durch die Musik sehr geprägt haben. Entsprechend setze ich auch große Hoffnungen auf den Soundtrack. Zudem basiert die Story auf dem gleichnamigen Roman des jamaikanisch-britischen Autors Victor Headley von 1992, der in England ein absoluter Bestseller ist. Gut zu wissen: Idris Elba castete seine Schauspieler direkt in Jamaika, was der Authentizität des Films zugute kommt.

Ami Ameen spielt die Rolle des D in Yardie. © STUDIOCANAL / Alex Bailey

Zentralflughafen THF (Panorama)

Inhalt: Seit Herbst 2015 sind einige Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof Flüchtlingsunterkünfte. Hier leben auch der junge Syrer Ibrahim und der Iraker Qutaiba, die der Filmemacher Karim Aïnouz ein Jahr lang begleitet hat. Die daraus entstandene Dokumentation zeigt, wie sich die beiden Männer alltäglichen Herausforderungen stellen, die deutsche Sprache erlernen oder auf Jobsuche gehen, und dabei versuchen, ihre Erinnerungen an die alte Heimat wach zu halten.

Warum sehenswert: Der Regisseur Karim Aïnouz hält in seiner Doku fest, wie eine eigene Stadt innerhalb Berlins entsteht, und gibt wertvolle Einblicke in die Leben voller Hoffnungen, Herausforderungen, Chaos, Verstörung und Unsicherheit. Übrigens war Aïnouz schon 2014 mit dem Film Futuro Beach mit Clemens Schick und Wagner Moura (Narcos) auf der Berlinale vertreten.

Szene aus der Doku Zentraflughafen THF von Karim Aïnouz. © Juan Sarmiento

Transit (Wettbewerb)

Inhalt: Der politische Flüchtling Georg entgeht in Paris nur knapp einer Verhaftung. Eine glückliche Fügung bringt ihn an ein Manuskript und die Ausweispapiere des verstorbenen Schriftstellers Weidel. Kurzerhand nimmt Georg die Identität von Weidel an und flüchtet nach Marseille, um dort einen Platz auf einer der wenigen Schiffspassagen zu ergattern. Als er auf Marie trifft, ändert sich alles: Sie ist die Witwe des toten Schriftstellers.

Warum sehenswert: Regisseur Christian Petzold bezieht sich nur lose auf das gleichnamige Buch von Anna Seghers aus dem Jahr 1944 und überträgt die Geschichte vom Zweiten Weltkrieg in das heutige Marseille. Ein dramaturgischer Kniff, der den Film aktuelle Brisanz verleiht. Die Hauptrolle Georg spielt Franz Rogowski (Love Steaks, Victoria), der mit einem weiteren Film auf der Berlinale vertreten ist: In den Gängen. Außerdem gehört der junge Schauspieler zu den europäischen Shootingstars 2018 des Filmfestivals.

Khook (Wettbewerb)

Inhalt: Hasan hat es nicht leicht. In seiner Heimat Teheran steht der Filmemacher auf der schwarzen Liste und darf keine Filme mehr drehen. Aus diesem Grund wendet sich sogar die Schauspielerin von ihm ab, die er zum Star gemacht hat und die er liebt, um mit einem Kollegen zu arbeiten. Hasans Mutter droht den Verstand zu verlieren und seine Tochter will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Zu allem Überfluss ist ein Serienmörder in der Stadt, der es auf Filmschaffende abgesehen hat – allerdings scheint nicht einmal der Interesse an Hasan zu haben. Das kränkt Hasan – hält er sich doch für den besten Regisseur der Stadt.

Warum sehenswert: Das klingt nach schwarzen Humor satt! Außerdem kommt Khook aus einem Land, das bereits großen Filmkünste hervorgebracht hat. Nicht zuletzt gewann Taxi Teheran von Jafar Panahi 2015 den Goldenen Bären. Wir dürfen also gespannt sein…

Hasan Majuni spielt den Regisseur Hasan in Khook/Pig/Schwein. ©Promo

Bad Banks (Berlinale Series)

Inhalt: Was ist dir deine Moral wert? Diese Frage könnte über allem stehen, was uns die Serie vor Augen führt. Die geniale wie ehrgeizige Bankerin Jana wird tagtäglich mit den skrupellosen Machenschaften der Finanzwelt konfrontiert. Schon bald stellt sich die Frage, wie weit Jana bereit ist, zu gehen, und steckt wirklich ein Haifisch in ihr?

Warum sehenswert: Der Cast bietet einen interessanten Mix aus bekannten deutschen Schauspielern wie Tobias Moretti oder Désirée Nosbusch und Youngstern wie Paula Beer (4 Könige). Zur Zeit sind deutsche Serien ja nicht zu unterschätzen und die ersten Bilder sehen schon ganz schön cool aus – abwarten und hingucken.

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Foto Galerie

Berlinale Palast, Marlene-Dietrich-Platz 1, 10785 Berlin

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