Fashion Week Berlin

Kollektionsschau von Tomaszewski & Co.

Kollektionsschau von Tomaszewski & Co.
Der gebürtige Pole Dawid Tomaszewski spielt gekonnt mit Materialien.
Vier Berliner Labels bleiben ihrem Stil treu oder kehren zu ihren Wurzeln zurück. Die einen erfolgreich, die anderen eher weniger ...

Schwarzweißdenken kann manchmal doch schöne Folgen haben, das war am Donnerstag bei gleich zwei Berliner Designerduos zu sehen. Blame und Issever Bahri zeigten ihre Kollektionen im Studio, einem großen, ganz mit schwarzem Stoff ausgeschlagenen Raum. Vor einem Jahr war die Mini-Variante zum Laufsteg noch ein Geheimtipp. Junge Designer sollen sich hier austoben. Sie könnten dort Sand streuen, Bilder oder ausgestopfte Hirschköpfe an die Wände hängen, Bäume aufstellen.

Und was machen diese jungen Nachwuchstalente? Sie stellen weiße Podeste in den schwarzen Raum und Models drauf – das war’s. Volle Konzentration auf die Mode – und die funktioniert ganz ausgezeichnet auch ohne Accessoires.

Der Look von Blame und Issever Bahri

Beide mischten geschickt die zwei Extremfarben so, dass es weder zu sehr nach Madame Chanel noch nach Zebrastreifen aussieht. Blame haben kleine weiße Kleider aus Baumwollpiquée mit schwarzen Akzenten kreiert. Wie die beiden Designerinnen mit ihrem immer wiederkehrenden Thema Blumenmuster umgehen, ist auch nach mehreren Saisons ganz und gar nicht langweilig, sondern einfach schön. Es macht Spaß, zu beobachten, wie selbstverständlich sie ihren Stil aus klaren Linien und feinen Details weiterentwickeln.

Das gilt auch für Issever Bahri. Die beiden Finalistinnen des Designerwettbewerbs „Start your Fashion Business“ 2011 haben wie ihre Nachfolgerinnen von Blame ihre Energie in eine kleine, übersichtliche Kollektion gesteckt – eine gute Entscheidung. Ihr Markenzeichen sind aus Lederbändern gehäkelte Kleidungsstücke. Diesmal wurden sie zum Beispiel für Oberteile und als vordere Passe in einem Lederkleid eingesetzt. Dazu gab es luftige Parkas mit Satinärmeln, plustrige Baseballjacken und Hemdjacken, alles in Grau, Braun, Schwarz und Weiß.

Kaviar Gauche erinnert an seine Anfänge

Und noch ein weiteres Berliner Designerduo machte klar, dass es seine Handschrift nicht verlernt hat: Mit dieser Kollektion wollte Kaviar Gauche an seine avantgardistischen Anfänge erinnern. Während die Designerinnen bei den letzten Schauen oft ein bestimmtes Element in den Mittelpunkt stellten, wollten sie nun wieder stärker Materialien wie fließende Seidenstoffe und Leder mit gelasertem Lochmuster mixen.

Das funktionierte zunächst einmal ganz gut – die schmalen Kleider und Röcke in Schwarz und Weiß passten ins Kaviar-Gauche-Stilbild, das zwischen romantisch veranlagter Stadtneurotikerin und tougher Geschäftsfrau liegt. Doch die Atmosphäre blieb frostig. Der Funke sprang auch nicht über, als die charakteristischen Abendkleider vorbeikamen.

Opulenz bei Dawid Tomaszewski

Der gebürtige Pole Dawid Tomaszewski muss sich nicht um seine stilistischen Wurzeln sorgen, er ist noch nah dran. Anders als viele seiner Kollegen ist seine Idee nicht die der größtmöglichen Reduktion. Im Gegenteil. Opulenz spielt für seine Ästhetik eine maßgebliche Rolle. In seiner neuen Kollektion kommen handgewebte Seide, feines Känguruhleder und aufwändige Stickereien zum Einsatz. Tomaszewski bedient mit seinen durchscheinenden, extrem femininen Kleidern ein Frauenbild, das nicht dem modernen Typ seiner Generationsgenossen in Berlin entspricht. Aber gerade das macht seine Mode so interessant.

Die Künstler und ihre Ateliers:

Blame, Taborstr.20, Kreuzberg, 10997 Berlin
Issever Bahri, Cuvrystr. 21, Kreuzberg, 10997 Berlin
Kaviar Gauche, Linienstr. 44, Mitte, 10119 Berlin
Dawid Tomaszewski, Potsdamer Str. 97, Tiergarten, 10785 Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel

Kollektionsschau von Tomaszewski & Co., Straße des 17. Juni, 10557 Berlin

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