VfB Einheit zu Pankow

Fußballverein mit Geschichte

Spieler der ersten Herrenmannschaft des VFB Einheit zu Pankow in der Saisaon 2011/12
Spieler der ersten Herrenmannschaft des VFB Einheit zu Pankow in der Saisaon 2011/12
Der VfB Einheit zu Pankow hat eine bewegte Vergangenheit: Jahrzehntelang pendelte man zwischen den Spielklassen der DDR hin und her, nach der Wende fand man sich als erster Fußballclub mit dem Westberliner Pendant zusammen.

Ohne den aufgeschütteten Sand würde das Spiel auf dem harten Kunstrasen des Spandauer Fußballplatzes wohl zu einer blutigen Angelegenheit werden. Hier findet das zweite Relegationsspiel um den Verbleib bzw. den Aufstieg in die Landesliga statt, das zwischen Galatasaray Spandau und der VfB Einheit zu Pankow ausgetragen wird. Lediglich einige Dutzend Zuschauer haben sich zu dem Fußballmatch eingefunden. An dessen Ende wird Pankow seinen Platz in der Landesliga räumen müssen.

Der Pankower Verein ist das Hin und Her gewöhnt: Zwischen 1945 und 1989 wechselten sie immer wieder die Liga und vor allem in den 70er Jahren, als der Verein sich noch BSG Einheit nannte, pendelte man unzählige Male zwischen der DDR- und der Bezirksliga – nach der Oberliga die höchsten Spielklassen Ostdeutschlands.

„Wir hatten als kleiner Verein keine Chance, dauerhaft in der DDR-Liga zu bleiben, weil wir an keinen großen Trägerbetrieb angeschlossen waren“, erinnert sich Jörg Milack, der erste Vorsitzende des VfB Einheit zu Pankow. Ab 1975 war er zehn Jahre als Vereinstrainer im Dienst.

Arbeiter im Fußball-Dienst

Im System der DDR übernahmen große Betriebe die Funktionen eines Sponsors. Zwar galten offiziell alle Spieler als Amateure, doch je erfolgreicher der Verein wurde, desto dringender war die professionelle Ausrichtung der Spieler. „Ab der DDR-Liga haben viele Vereine mindestens einmal pro Tag trainiert“, erklärt Milack. „Die Fußballer genossen Sonderrechte. Sie haben am Vormittag im besten Fall zwei, drei Stunden gearbeitet und wurden anschließend zum Training freigestellt.“ Meist fungierte der für den Verein zuständige Betrieb als Arbeitgeber. Damit wurden die Ausnahmeregelungen möglich.

Träger des damaligen BSG Einheit war der Bezirk Pankow – laut Milack „notorisch pleite“. Nur an zwei Tagen in der Woche blieb Zeit für ein Training.

Zunächst hatte die DDR-Führung den Nordberliner Verein noch unterstützt. Obwohl man nach der Saison 1950/51 eigentlich hätte absteigen müssen, durfte die Einheit in der Oberliga bleiben. Damit sollte die Präsenz eines Berliner Fußballclubs in der höchsten Spielklasse gesichert werden.

Nach dieser Saison trennte sich ein Teil der Mitglieder vom Verein. In Reinickendorf rief man den VfB Pankow ins Leben, eines der späteren Gründungsmitglieder des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Die beiden Vereine im West- und im Ostteil der Stadt konnten während der Teilung nur wenige Erfolge verbuchen. Nach der Wiedervereinigung gründete man den gemeinsamen Verein VfB Einheit zu Pankow. Milack erinnert sich an diesen bedeutenden Schritt: „Wir waren die Ersten, die das gemacht haben.“ Doch schließlich würde die Einheit ja auch „zum Programm“ gehören.


Quelle: Der Tagesspiegel

VFB Einheit zu Pankow, Hermann-Hesse-Straße 80, 13156 Berlin

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