Walter Benjamin

Berliner Kindheit um 1900

Berliner Kindheit um 1900
Walter-Benjamin-Platz in Charlottenburg Zur Foto-Galerie
Der Walter-Benjamin-Platz in Charlottenburg ist vielen Berlinern gut bekannt. Auch für Dreharbeiten ist er sehr beliebt - so war er unter anderem einer der Schauplätze im Film "Die Bourne Verschwörung" mit Hollywood-Star Matt Damon. Die wenigsten wissen allerdings, wer genau der Namensgeber des Platzes eigentlich war ...

In seinem Buch Berliner Kindheit um Neunzehnhundert erzählt der Charlottenburger Philosoph, Literaturkritiker und Übersetzer Walter Benjamin anhand „einzelner Expeditionen in die Tiefe der Erinnerung“ von seinen Jugenderlebnissen im Berliner Westen. Diese kurzen Prosastücke schildern nicht nur kleine und große Abenteuer wie Schmetterlingsjagden oder den „königlichen Einzug“ des Telefons am Anfang des 20. Jahrhunderts. Benjamin beschreibt darin immer wieder auch die Orte seiner Jugend und die Geborgenheit, in der er aufwuchs. Obwohl er sich als Übersetzer von Schriften Balzacs, Baudelaires und Prousts viel in Paris und Moskau aufhielt und mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten gar ins Exil flüchten musste, behielt Benjamin Zeit seines Lebens die Idylle des Charlottenburgs und Berlins seiner Kindheit in Erinnerung.

Walter Benjamin

Ein bewegtes Leben

1892 in Charlottenburg, das nur ein Jahr später zur Großstadt erhoben wurde, geboren, besuchte Benjamin bis zum Abitur 1912 das Kaiser-Friedrich-Gymnasium, die heutige Joan-Miró-Grundschule. Im Anschluss studierte er Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg, Berlin und Bern. Für seine Dissertation Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik erhielt er die Bestnote summa cum laude. Noch während des Studiums lernte er Dora Keller kennen, die er 1917 heiratete. Die Ehe hielt 13 Jahre und brachte einen Sohn hervor. In den Folgejahren arbeitete Benjamin als freier Schriftsteller und Publizist für Zeitungen und Hörfunk. Theodor Adorno und Bertolt Brecht waren nur zwei seiner namhaften Weggefährten.

Nachdem der aus dem assimilierten Judentum stammende Benjamin im französischen Exil (seit 1933) nicht mehr sicher war, floh er weiter nach Spanien. In dem spanischen Grenzort Portbou nahm er sich am 26. September 1940 aus Angst vor der Auslieferung an die Nazis das Leben. Sein Lebenswerk jedoch besteht über ihn hinaus und findet unter anderem ein Andenken im Charlottenburger Walter-Benjamin-Platz.    

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Quelle: kompakt

Berliner Kindheit um 1900, Walter-Benjamin-Platz, 10629 Berlin
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